Gut gedruckt - Praxis: Hardcopies mit MR. PRINT

Der Begriff »Hardcopy« oder genauer gesagt »Bildschirm-Hardcopy« bezeichnet in der Computersprache eine Funktion, um das auf dem Monitor befindliche Bild auf einem angeschlossenen Drucker auszugeben - beispielsweise zu Kontroll- oder Dokumentationszwecken oder zur Archivierung von Bildschirmmasken. Beim ST ist - wie in vielen anderen Computern auch - eine Hardcopy-Routine ins Betriebssystem eingebunden. Aufgerufen wird sie durch die Tastenkombination Alternate Help.

Leider dachte bei Atari während der Entwicklung des ST-Betriebssystems keiner daran, daß der Anwender vielleicht keinen Atari-Drucker, sondern ein Fremdprodukt besitzt, mit dem er eine Hardcopy anfertigen möchte. So erlebt der geplagte Atari-Anwender bei der ersten Anwendung der eingebauten Hardcopyfunktion meist eine herbe Enttäuschung, denn gerade bei modernen Geräten wie 24 Nadel- oder Laserdruckern funktioniert die eingebaute Routine nicht.

Als Abhilfe zu diesem Problem gibt es mittlerweile eine Reihe von Softwarelösungen, die - oftmals zugeschnitten auf einen speziellen Druckertyp - die eingebaute Funktion einfach ersetzen. Diese Programme sind meistens leistungsfähiger als das Original und finden entweder im Auto-Ordner oder als Accessory im Bootdirectory Platz. Die Programme gibt es (größtenteils sogar als Public-Domain-Software) für fast jeden Druckertyp. Anhand eines dieser Utilities gehen wir nun näher auf das Praxisthema Hardcopy ein. Sie werden sehen: Hardcopy ist nicht immer gleich Hardcopy.

Eines dieser Utilities heißt »MR. PRINT«. Es ist nicht nur ein universell einsetzbarer Hardcopyersatz, sondern zeichnet sich auch durch weitere brauchbare Funktionen wie eine Snapshot-Routine in beliebigem Bildformat oder einen frei konfigurierbaren Druckerspooler aus. Wir haben uns für dieses Programm entschieden, da es durch seinen günstigen Preis von 44 Mark für viele Anwender erschwinglich ist. MR. PRINT installieren Sie als Accessory. Damit ist das Programm fortan in jedem sauberen GEM-Programm mit einem Accessory-Eintrag abrufbereit.

Die Hauptaufgabe von MR. PRINT besteht darin, die eingebaute Hardcopyroutine des Atari ST durch eine neue zu ersetzen. Aktiviert bzw. gestartet wird MR. PRINT wie die originale Atari-Hardcopyroutine durch die Tastenkombination Alternate Help. Wegen der Funktionsvielfalt verteilte der Autor die einzelnen Auswahlvarianten auf zwei Menüfenster. In diesen Fenstern legen Sie als erstes Ihren Druckertyp fest. Die Auswahl reicht dabei vom 9 Nadel- über 24 Nadel-, HP Laserjet bis hin zum Atari Laserdrucker, der direkt angesteuert wird und somit die schnellste Hardcopy aller anschließbaren Drucker ausgibt. Die vorhandenen Druckertreiber decken fast jeden Druckertyp ab, zumal Sie für kleinere Unstimmigkeiten auch noch den Druckzeilenabstand einstellen dürfen. Doch damit noch nicht genug: Auch die Druckstärke (Bildschwärzung), die Ausdruckgröße und die Bildorientierung beim Druck (horizontaler oder vertikaler Ausdruck) unterstehen den individuellen Wünschen des Anwenders.

Neben dem Druckertyp stellen Sie auch Zeilenabstand und Druckstärke ein
Mit der Snapshot-Funktion speichern Sie den Bildschirm auf Diskette

Wie bereits erwähnt, beherrscht MR. PRINT auch die Kunst des Snapshot. Diese Variante der Hardcopy gibt es für den ST auch einzeln als Accessory oder Autoboot-Programm.

Snapshot steht für eine Funktion zum Speichern des aktuellen Bildschirminhalts oder eines Ausschnitts daraus in eine Disketten- bzw. Festplattendatei. Die entstehende Bilddatei können Sie anschließend mit einem entsprechenden Zeichen- oder Malprogramm weiterverarbeiten, oder auch direkt in beispielsweise eine Textverarbeitung oder in ein DTP-Programm einbinden. Es gibt leider allzuviele verschiedene Grafikformate, die jeweils unterschiedlich von den Textverarbeitungen oder Malprogrammen verarbeitet werden. So benötigt zum Beispiel »1st Word Plus« ein anderes Snapshot-Programm als »Signum«. Dadurch kommt es manchmal vor, daß die Hälfte und mehr aller Accessory-Einträge nur mit Snapshots belegt sind. MR. PRINT arbeitet mit allen gängigen Bildformaten. Die Snapshot-Funktion wählen Sie, indem Sie mit der Maus die Ausgabe auf »Laufwerk« stellen. Auch die Snapshot-Funktion aktivieren Sie durch Alternate Help. Vorteil: Im Gegensatz zu den meisten Snapshot-Programmen benötigen Sie keinen eigenen Accessory-Eintrag und können die Routine auch aus Programmen aufrufen, die keine GEM-Menüleiste besitzen.

Als weitere Besonderheit bietet MR. PRINT eine Funktion zum Schreiben von Bildern in einen beliebigen Speicherbereich. Diese Bildspeicher sind von der Anzahl her frei einstellbar und nur vom verfügbaren Gesamtspeicher begrenzt. Auf diese Weise abgelegte Bilder können Sie nachträglich (zum Beispiel nach Verlassen eines Nicht-GEM-Programms) nochmals aufrufen und als Ausschnitt oder auch als Ganzes drucken.

Auch Hardcopies vom Großbildschirm stellen MR. PRINT vor keinerlei Probleme. Weiterhin integrierte der Autor einen Druckerspooler, damit Sie während des Druckvorgangs am Computer Weiterarbeiten können. MR. PRINT kostet 44 Mark.

In einer der nächsten Ausgaben zeigen wir Ihnen die praktische Arbeit mit dem Utility. Als kleiner Appetitanreger seien hier nur die Hardcopy vom Farbmonitor und das Übereinanderlegen mehrerer Bildschirme genannt. (tb)

Fischer & Bach Computer, Münchener Str. 41, 8200 Rosenheim


Andreas Illing
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