Versteckte Trümpfe: Tricks, um Demoversionen zu nutzen

Als Werbemittel bringen viele kommerzielle Softwarehersteller eingeschränkt lauffähige Versionen, sogenannte »Demoversionen« ihrer Programme in Umlauf. Ein beliebter Weg ist das Einschleusen der Demos in den Public-Domain-Markt. Der Vorteil für den Anwender: Er kann sich schnell die Demoversion besorgen und sich ein klares Bild vom Programm machen. Bei Demoversionen ist der Funktionsumfang im Gegensatz zur Verkaufsversion in der Regel eingeschränkt. Meistens fehlen Funktionen zum Speichern und Drucken. Eine Ausnahme bildet die Schrifterkennungssoftware »Syntex«:

Auf dem PD-Markt (oder auf der TOS-Diskette zur Ausgabe 1/91) erhält man die uneingeschränkte Vollversion, die allerdings ohne den Kopierschutzstecker (Dongle) um ein Vielfaches langsamer arbeitet - zu langsam für den Dauereinsatz. Andere Demoversionen besitzen eine eingeschränkte Datenverarbeitungskapazität, beispielsweise verarbeitet eine Adressverwaltung nur maximal 25 Datensätze.

Wer eine Demoversion nach einem kurzen Antesten in der Schublade verschwinden läßt, ist selbst schuld, denn mit einigen Tricks kann er auch diese Programme zumindest teilweise nützlich verwenden. Gut geeignet sind Mal-und Zeichenprogramme, denen der Hersteller die Speicher- und Druckroutinen entzogen hat. Wer jetzt jedoch auf die Alternate Help-Hardcopyroutine zum Drucken seiner selbstentworfenen Grafiken setzt, wird meist enttäuscht: An diesen Weg denken die Hersteller zuerst und sperren für die Dauer des »Aufenthalts« die besagte Tastenkombination. TOS-Leser haben aber einen zweiten

Und es geht doch; Bilder im Funface-Demo speichern.

Trumpf im Ärmel: In der Ausgabe 12/90 finden Sie auf Seite 83 und auf der Diskette das Utility »DUMP_IT« von Armin Hierstetter zum Speichern des Bildschirminhalts, aufgerufen durch die Tastenkombination Shift Shift Control. Das Programm arbeitet in allen ST-Standardauflösungen. Sie finden es nochmals auf der Diskette zu dieser Ausgabe.

Zwar können wir keine Garantie für die Zusammenarbeit mit allen Malprogramm-Demos geben. Allerdings haben viele Demoversionen gegen unser Utility keine Chance. Interessant wird damit beispielsweise die Demoversion von »That's Funface«, ein Programm zum Zusammensetzen menschlicher Gesichter nach dem Prinzip der Phantomzeichnung. Stellen Sie Ihr Wunschgesicht zusammen, drücken anschließend Shift Shift Control und Sie finden das Bild im PlC-Format (32000 Byte) im Verzeichnis von DUMP_IT wieder. Ein weiterer Kandidat ist die »Paintshop«-Demoversion. Auch ihr verleiht DUMP_IT einen neuen Sinn. Auch bei DUMP—IT gilt: Probieren geht über Studieren. Wenden Sie das Utility auf andere Demos an. Bei manchen Programmen kommt es vor, daß Sie einen Snapshot nur inklusive der Menüleiste oder sonstiger Bedienungsteile anfertigen können. In diesem Fall laden Sie das gespeicherte Bild in ein Malprogramm und entfernen dort mittels der Radiergummioder der Block-Löschen-Funktion die unerwünschten Pixel. Die meisten Malprogramme (zum Beispiel Degas, STAD, Monostar etc.) verarbeiten das PlC-Format problemlos, ln einer der nächsten Ausgaben verraten wir Ihnen, wie Sie mit einem kleinen Trick die maximale Datensatzkapazität bei Adressverwaltungs- und Datenbank-Demoversionen erhöhen. (tb)

Bezugsquelle für Demoversionen: PD-Versender, zum Beispiel PD-Pool oder Karstadt PD-Service


Thomas Bosch
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