Musik zum Anfassen: Zweites MIDI-Testival 1990 in zehn deutschen Städten

Das »MIDI-Testival ’90« geht wieder auf Reisen. Nach dem großen Erfolg des letzten Jahres präsentieren sich die führenden Firmen der MIDI-Szene an elf Terminen in zehn Städten und zeigen alles, was das Herz der MIDI-Musik-Amateure und -Profis höher schlagen läßt. Neben der umfangreichen Ausstellung gibt es Live-Musik am laufenden Band.

Insgesamt 17 Firmen touren zwischen dem 4.11.90 und dem 18.11.90 durch ganz Deutschland. Getreu dem Motto »Musik zum Anfassen« zeigen die Beteiligten in einer Ausstellung die ganze Bandbreite ihres MIDI-Angebots. Die Palette reicht vom Heim-Keyboard über Synthesizer, Sampler, komplette Home-Recording-Systeme und MIDI-Peripherie bis zum echten MIDI-Flügel. Auf den Ständen haben die Besucher ausreichend Gelegenheit, alle Instrumente zu probieren und mit den Produktspezialisten der Hersteller zu diskutieren und Fragen zu stellen.

Parallel zur Ausstellung finden auf einer Bühne ständig Vorführungen der Firmen und viel Live-Musik statt. Mit dabei sind unter anderem George Kochbeck für Steinberg, der Jazz-Pianist Christoph Spendei für Korg, die Controlletti-Band für Yamaha und Johannes Waehneld für C-Lab. Und wer Glück hat, geht nicht mit leeren Händen nach Hause, denn auf jeder Veranstaltung gibt es bei einer Verlosung attraktive Preise zu gewinnen. Hierein paar Appetithäppchen auf die gezeigten Produkte. Yamaha kommt mit den bewährten SY-Instrumenten und zeigt auf dem MIDI-Testival wohl erstmalig den brandneuen TG-33-Synthesizer, das jüngste Kind der Familie. Außerdem gibt es neue Heimkeyboards zu sehen. Bei der Firma GEM liegt der Schwerpunkt auf der neuen »WS 2«, der ersten Heimkeyboard-Workstation. Kawai hat den »Spectra«, ein 16 Bit-System der unteren Preisregion im Gepäck, und Korg zeigt neben der Wavestation das »Frontal-Lobe-System«, mit dem sich z. B. eigene Samples in die MI-Workstation eingeben lassen.

Tascam, der Marktführer im Bereich Home-Recording präsentiert eine Reihe von Neuheiten, so die aktuellen Kompaktstudios 424 und 488 sowie MIDI-steuerbare Mischpulte. Ein weiterer Schwerpunkt liegt bei der Verkopplung von Bandmaschinen über MIDIi-zer und SMPTE. Bei Waldorf sieht man den Microwave, einen der wenigen europäischen Synthesizer. Technics zeigt neue »Tragbare« und vielleicht eine Überraschung. Peavy, auch verantwortlich für den Sound auf der Live-Bühne, bringt den DPM-3-Synthesizer zum Ausprobieren mit. Akai präsentiert das gesamte Sampler-Programm, also die 1000er Familie, den neuen S1100 und, besonderer Leckerbissen, den DD-1000 Digital Disk Recorder. Quasimidi zeigt eine Vielzahl sinnvoller MIDI-Peripherie sowie den Turbo Volvon D, einen Masterkeyboard-Controller mit umfangreichen Fähigkeiten. Für Pianisten hat Magic Music noch einen besonderen Leckerbissen dabei: einen echten Flügel mit Gulbransen-MIDI-System.

Neben soviel Hardware fehlt auch die Software nicht. C-Lab zeigt den Notator 3.0 und das neue Education System mit Alpha, Aura und Midia. Dazu kommt das Sound-tools-System für den Atari ST. Steinberg führt Cubase 2.0 mit Notendruck und IPS vor. Dazu Synthworks SY 77, MIDEX und das 16-Bit Stereo D/A-Board für Avalon. Wer also nicht zur Musikmesse im Frühjahr dieses Jahres fahren konnte oder wissen will, was sich in der Zwischenzeit schon wieder alles getan hat, oder ganz einfach eine schönen und interessanten Tag mit viel Live-Musik verbringen will, der zückt schon mal seine Terminliste (vgl. Seite 42). Denn mit nur fünf Mark ist er dabei - elf mal in Deutschland und einmal ganz in Ihrer Nähe. (wk)



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