Editorial: Der Griff nach den Sternen

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OHNE LEISTUNGSLIMIT: ATARI TT

Im ST Bereich sind die Zeitabläufe manchmal extremen Schwankungen unterworfen. Während sich Atari auf der Entwicklung des STs auszuruhen scheint - mit sechs Jahren inzwischen ein Computergreis-, greifen manche Software- und Peripheriehersteller nach den Sternen. Mit aufwendiger Bildverarbeitung in Schwarzweiß geben sie sich nicht mehr zufrieden. Doch bereits hier stößt der Atari ST deutlich an die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit, zum Teil allerdings wegen des Betriebssystems oder der Peripherie. Ver gleichbar mit einem Mann auf einem zugefrorenen See, der sich soweit vorwagt, bis er wirklich durch die dünne Eisdecke bricht, entwickeln manche Hersteller munter drauflos. Selbst Farbseparation schreckt nicht, obwohl Computer mit bis 40 MHz Taktfrequenz dabei unökonomisch lange rechnen. Schließlich heißt das Zauberwort Atari TT. Er ist zwar seit langem nur angekündigt, doch scheint es sich dabei für die ST Szene um einen Computer ohne Leistungslimit zu handeln. Die Realität sieht anders aus: Atari schließt damit nur an vorhandene Leistungsklassen an, mehr aber auch nicht. Daß mit einem TT bald machbar sein soll, wofür auch die schnelleren 486er-Computer oder der Macintosh fx noch nicht dimensioniert sind, spricht manchen aus der ST Szene ihre Realitätsnähe ab. Daß damit der gesamte DTP-Markt des Atari ST in Mißkredit kommt, scheinen manche nichtwahrhaben zu wollen. Wie lange es dauert, bis der TT nach der Serienreife auch seine Kinderkrankheiten verliert, lassen wir bei unserer kritischen Betrachtung ganz außer acht. Getreu dem Motto: Vielleicht klappt's ja doch.

Herzlichst,
Ihr Horst Brandl,
Chefredakteur


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