Midiprogramm Arpeggio: Tastenzauber

Dank Midi beherrschen die Tasten eines Keyboard mittlerweile die verschiedensten Funktionen. Mit neuen Zusatzprogrammen, wie Meinickes »Arpeggio«, entfacht sogar ein Anfänger mit nur einem Tastendruck ein perlendes Klangwunder.

Arpeggiatoren sind als Spielhilfe noch neu. Zuerst tauchten sie in kleinen, tragbaren Minikeyboards auf. Mittlerweile werden immer leistungsfähigere Autofunktionen in die preiswerten Tasteninstrumente integriert. Auf dem Atari kommt mit »Arpeggio« ein pfiffiges Midi-Accessory, das mehr kann, als lediglich gehaltene Akkorde zu brechen. Die flexible Spielhilfe belegt nur 15 kByte und läßt somit für Sequenzer-Events genügend Platz. Das Prinzip eines »Arpeggiators« ist einfach: Auf einer Midi-Tastatur werden Akkorde gehalten, mit diesem Tonmaterial baut »Arpeggio« filigrane Figuren und Melodien. Da das Accessory MROS-kompatibel ist, läßt sich das Ergebnis mit einem Sequenzer wie Cuba-se oder Startrack aufzeichnen. In der einfachen Betriebsart wandelt das Programm das Tonmaterial in perlende auf- bzw. absteigende Tonfolgen. Über einen beliebigen Controller, z.B. mit dem Modulationsrad eines Synthesizers, lassen sich verschiedene Modi einstellen: Dabei kann die Abspielrichtung geändert und der jeweils höchste oder tiefste Akkordton verdoppelt werden. Raffinierte Ergebnisse lassen sich erzielen, wenn man den Trigger-Input auf MROS schaltet. Dazu wird vorher eine Sequenzerspur mit einem beliebigen Rhythmus bespielt. Im »Arpeggio-Modus« werden dann die am Keyboard gehaltenen Akkorde im Groove der bespielten Sequenzerspur gebrochen. Dabei entstehen schnell interessante Ostinatos — darunter verstehen Musiker kleine melodische Strukturen, die über einen längeren Zeitraum wiederholt werden und dem Musikstück einen meditativen Charakter verleihen. Interessanterweise setzen sich solche Figuren sogar über harmonische Regeln hinweg und verfügen über eine starke Eigendynamik. Über die Hold & Transpose-Funktion läßt sich der Tonvorrat auch transponieren. Ein Fußpedal dient dabei zur Trennung von Akkordmaterial und Transposeanweisungen. Leider läßt sich dabei die Skala nicht variieren.

Digitale Tastentricks für Midifans

Die Notenlänge ist ebenfalls frei wählbar. Wird der »Arpeggiator« über MROS gesteuert, bestimmt wieder das Tonmaterial der aufgezeichneten Spur die Notenlänge. Sie kann dabei von Ton zu Ton variieren. Alternativ dazu lassen sich Controllerdaten zur Realtime-Kontrolle verwenden. In der Grundstellung klingen die Noten legato, also gebunden.

Den richtigen Midikanal findet das Programm über eine automatische Kanaleinstellung selbständig. Die Kanalnummer des ersten eingehenden Tons wird als Referenz verwendet; wählt man einen anderen Kanal, erfolgt die automatische Kanaleinstellung erneut. Diese Idee ist neu und effektiv — allen Mididesignern zur Nachahmung durchaus zu empfehlen. Das Programm bietet außerdem vielfältige Modulationsmöglichkeiten. Die wichtigsten musikalischen Parameter wie Velocity, Notenlänge, Midikanal, Rhythmik und Transposition können in Echtzeit vom Keyboard oder über MROS gesteuert werden.

Peter Meinickes »Arpeggio« ist ein weiteres MROS-(Midi Realtime Operating System) Programm und harmoniert daher bestens mit Steinberg- und anderen MROS-Erzeugnissen (z.B. Geer-des). Auf dem Atari läuft »Arpeggio« sowohl als Programm als auch als Accessory. Es ist sogar möglich, das Programm mehrfach zu installieren. Bei Bedarf können Sie zwei verschiedene »Arpeggios« mit völlig unterschiedlichen Einstellungen gleichzeitig laufen lassen und das Tonmaterial doppelt modulieren! Damit lassen sich in Echtzeit abwechslungsreiche und dynamische Sequenzerlinien kreieren und immer neue Kombinationen entdecken. (ua)

Peter Meinicke, Tempelhofer Weg 56, 4800 Bielefeld 1

WERTUNG

Arpeggio

Hersteller: Peter Meinicke

Preis: 50 Mark

Vorteile: MROS-gesteuert, beliebige Controller zur Steuerung, viele Parameter lassen sich in Echtzeit beeinflussen

Einschränkungen: Rhythmussteuerung nur über externen Sequenzer


Manfred Neumayer


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