Falcon 030: Seltener Vogel

Der Falcon 030 machte in letzter Zeit viel von sich reden. Wir haben uns eins der raren Exemplare in die Redaktion geholt...

Der Falcon 030 ist das erste Gerät der neuen »Vogel-Generation« von Atari. Zukünftige Atari-Computer sollen — im Gegensatz zu den Katzenarten bei den Videospielen wie dem Lynx (Luchs) und dem geheimnisumwitterten Panther — nach Vogelarten benannt werden.

Die Zielgruppe des Falcon 030 läßt sich nicht ganz einfach beschreiben, zu neu und innovativ sind seine Fähigkeiten. Die Entwickler zielen hauptsächlich auf den Computereinsteiger oder Umsteiger mit schmalerem Geldbeutel.

Im semiprofessionellen und professionellen Bereich ist der Falcon 030 vor allem für Musiker interessant, da er Möglichkeiten bietet, die bisher nur sehr viel teureren Geräten und Computern Vorbehalten waren.

Der Falcon 030: vornehmes Understatement

Der Vorteil der guten und innovativen Hardwareausstattung ist auch gleichzeitig das Dilemma des Falcon 030. Viele Anwender reizen die neuen Möglichkeiten, doch sagt ihnen der Falcon 030 von der Konzeption her nicht zu. Solche Computeranwender verlangen nach noch mehr Rechenleistung (68040 Prozessor), mehr Speicher, noch höheren Grafikauflösungen und einem geräumigeren Gehäuse für mehrere Erweiterungskarten und Einbaumöglichkeiten für weitere Festplattenlaufwerke.

Daß solch ein Modell auch im Vergleich zum Falcon 030 mit einem deutlich höheren Preis daherkommen würde, ist klar. Der Entschluß von Atari, zuerst ein günstigeres Einstiegsmodell in die Falcon-Reihe anzubieten, ist richtig, jedoch sollte Atari möglichst bald auch die größeren Geräte der Falcon Reihe nachschieben, um nicht auch bei den bisher verbliebenen »Power-Usern« noch weiter ins Abseits zu gelangen.

Der Falcon 030 bietet einiges an hochwertiger Hardware, doch vor allem drei Punkte machen das Gerät sehr interessant:

Atari verwendet nun schon im untersten Modell einen 68030-Prozessor und setzt damit wieder auf Spitzentechnologie. Nur Apple mit seiner neuen Performa-Reihe hat beim Hauptprozessor gleiches zu bieten, nur Commodore arbeitet in den günstigeren Modellen immer noch mit dem einfachen 68000-Prozessor.

Eine weitere Neuheit ist das Loslösen von festen Grafikmodi, so ist der Videochip »ViDel« des Falcon 030 in weiten Grenzen programmierbar, wie dies bei anderen Computern wie dem Amiga oder den Super-VGA-Karten schon seit einiger Zeit der Fall ist. Dadurch ergibt sich ein weites Feld für Spiele und vor allem Videoanwendungen. Die Fähigkeiten reichen dabei bis hin zu Auflösungen mit 65 536 Farben (z.B. bei 768 x 496 Punkten), was bei der Darstellung von Farbbildern einer fernsehähnlichen Qualität gleichkommt.

Ein Novum bei Heim- und günstigen Personalcomputern ist der DSP-Coprozessor. Dieser Baustein stellt einen vollwertigen, sehr schnellen Prozessor dar, der bisher nur in weitaus teureren Workstations und vor allem in Musikhardware wie Synthesizern, Effektgeräten und teuren Soundkarten zu finden war.

In den einzelnen Disziplinen kommt der Falcon 030 zwar von den Fähigkeiten her nicht an teure Spezialhardware heran, dies kann auch nicht von dem kleinsten Gerät der Falcon-Reihe j erwartet werden. Das Einzigartige beim Falcon 030 ist die Kombination von Hardware die bisher nur in einzelnen Spezialkomponenten vorhanden war. Damit erschließen sich z.B. im Grafik-und Soundbereich für einen großen Kreis von Computeranwendern ganz neue Möglichkeiten.

So läßt sich mit dem 68030-Prozessor virtueller Speicher (softwaremäßige Erweiterung des eingebauten Speichers) realisieren und Multitasking wird erst wirklich sinnvoll.

Die Grafik erlaubt die Bearbeitung von Bildern, die dem Fernsehbild nicht nachstehen. Damit läßt sich z.B. eine Datenbank mit digitalisierten Fotos, Videonachbearbeitung (mit einem Gen-lock-Interfaces) oder realistische Spielegrafik realisieren.

Der DSP

Dabei klingt Musik in CD-Qualität oder der Falcon 030 dient als digitales Audio-Mischpult, Effektgerät oder einfacher Synthesizer.

Der DSP (Digitaler Signal Prozessor) kann Berechnungen in einem sehr hohen Tempo durchführen (weitaus schneller als der 68030) und eignet sich damit vor allem für die Echtzeit-Audiomanipulation (Equalizer, Echo etc.) oder für sehr schnelle Pack- und Verschlüsselungsprogramme. Auch in grafischen Gebieten wie z.B. Ray-tracing/Rendering und 3-D-Körper Berechnungen läßt sich der DSP vorzüglich einsetzen.

Dabei kann bei konsequenter DSP-Benutzung der Falcon 030 in einzelnen Anwendungen in Geschwindigkeitsbereiche vorstoßen die bisher selbst mit einem 68040 nicht erreicht werden konnten.

Ein anderer sehr interessanter Aspekt des Falcon 030 ist seine Offenheit nach außen hin. Dadurch läßt sich das Einsatzgebiet des Rechners stark erweitern. Mit relativ einfacher Zusatzhardware läßt sich der Falcon 030 (wieder Dank des DSPs) zum komfortablen Anrufbeantworter, Modem oder gar Faxgerät erweitern.

Solche Erweiterungen können an eine Vielzahl von Schnittstellen angeschlossen werden, am interessantesten dürften wohl der DSP-Anschluß und die internen Steckplätze sein. Am DSP-Anschluß stehen eine serielle Hochgeschwindigkeits-Schnittstelle (bis zu 8 MBaud), benutzerdefinierbare Leitungen (können vom XBIOS gesetzt und gelesen werden), externe Takteinspeisung (damit kann der interne D/A- und A/D-Wandler mit externen Erweiterungen synchronisiert werden) und verschiedene weitere Signal- und Steuerleitungen zur Verfügung.

Intern besitzt der Falcon 030 zwei Steckplätze. Der 32 Bit breite Steckplatz wird üblicherweise für Speicherkarten benutzt, es sind jedoch schon Grafik- und Beschleunigerkarten hierfür angekündigt. Für den zweiten 16-Daten-Bit breiten Steckplatz lassen sich kostengünstig bisher für Atari Mega ST/STE und TT entwickelte Karten anpassen.

Wie gewohnt: reichhaltige Schnittstellen

Der Falcon 030 enthält das Betriebssystem »TOS 4.0« im ROM. Dabei handelt es sich weiterhin um ein Single-Tasking-System (d.h. nur eine Hauptanwendung kann gleichzeitig benutzt werden).

Betriebssystem

TOS 4.0 ist nun multilingual, d.h. es kann auf mehrere Sprachen konfiguriert werden. Damit wird nur noch eine TOS-Version für alle Länder benötigt. Mit einem Konfigurationsprogramm können folgende Ländereinstellungen ausgewählt werden: USA, Großbritannien, Deutschland, Spanien, Frankreich, Italien, französisch- und deutschsprachige Schweiz.

Diese Einstellungen (zusammen mit dem einstellbaren Keyboard-Layout und Datumsformat) werden in dem nicht flüchtigen Speicher der Echtzeituhr des Falcon 030 gespeichert und bleiben so über das Ausschalten des Rechners erhalten.

TOS 4.0 enthält in fast allen Betriebssystemteilen Erweiterungen. Es wird eine neue GEM-DOS-Version verwendet, welche in einigen Punkten wie z.B. Anlegen von Dateien deutlich schneller ist. Das XBIOS wurde wohl am stärksten erweitert. Über 50 neue XBIOS-Aufrufe sind hinzugekommen, alleine 32 davon stehen für den DSP, die anderen zur Programmierung das Audio-und Videosystems bereit. So lassen sich über 100 Videomodi einstellen, von denen ca. 30 verschiedene über den Desktop genutzt werden können. Über den Desktop lassen sich standardmäßig Auflösungen von maximal 640 x 480 Punkten einstellen, es ist jedoch zu erwarten, daß bald Programme erhältlich sind, mit denen auch aus dem Desktop Overscan-Auflösungen benutzbar sind (z.B. 768 x 496 Punkte).

Das VDI wurde an die neuen Hardwarefähigkeiten angepaßt, wobei die Geschwindigkeit brauchbar ist, jedoch unter dem technisch möglichen liegt.

Das AES in der Version 3.3 wurde um 3-D-Objekte erweitert. Über einen neuen Betriebssystemaufruf kann das Verhalten der 3-D-Objekte (an/ausschalten etc.) global bestimmt werden. Zusammen mit der Möglichkeit, allen Fensterelementen eigene Farben und Füllmuster zuzuordnen, kann nun das Aussehen der Oberfläche vom Benutzer konfiguriert werden.

Zusätzlich wurde ein neues Icon-Format eingeführt, das vielfarbige Icons und separate Icon-Formen für normale und angewählte Icons möglich macht.

Das multitaskingfähige MultiTOS für den Falcon 030 setzt auf TOS 4.0 auf und fügt zu den dort vorhandenen Betriebssystemteilen entsprechende Erweiterungen hinzu (MiNT Kern, AES4.0-Erweiterung).

Der Falcon 030 ist softwarekompatibel zu den bisherigen Rechnern der ST(e)/ TT-Reihe. Software, die auf dem TT einwandfrei läuft, macht auch dem Falcon 030 keine Probleme.

Da fast jede Softwarefirma ihre Programme mittlerweile »TT-fest« gemacht hat, kann in der Regel die bisher benutzte Software auf dem Falcon 030 weitergenutzt werden. Selbst Programme wie der ZX-Spectrum-Emulator »Specci« laufen, und dies fast mit TT-Geschwindigkeit. Der Falcon 030 ist sogar ein ganzes Stück kompatibler zum ST als der TT, so machen ihm selbst alte GFA-Basic-Kompilate keine Probleme (in den meisten Fällen muß hier jedoch einer der »ST-kompatiblen« Bildschirm-Modi eingestellt werden).

Unterstützung

Da der TT vor allem von semiprofessionellen und professionellen Benutzern gekauft wurde, nahmen und nehmen die wenigsten Spiele auf den TT Rücksicht und verweigern die Mitarbeit. (Wobei es aber löbliche Ausnahmen wie z.B. »Sierra-« und »Lucasgames Adventu-re« und einige andere gibt).

Auf dem Falcon 030 funktionieren daher viele Spiele nicht. Da der Falcon 030 sich an eine Käuferschicht wendet, bei der Spiele wichtig sind, werden die Spieleprogrammierer auf ihn Rücksicht nehmen.

Zur Zeit arbeiten schon einige Firmen an neuen Spielen und Umsetzungen, die den Fähigkeiten des Falcon 030 Rechnung tragen. Atari selbst läßt mehrere Spiele wie z.B. das aus der Spielhalle bekannte »Steel Talons« (ein 3-D-Hubschrauber-Simulator) entwickeln, um möglichst schnell den Computerspieler auf seine Kosten kommen zu lassen.

Neue Software

Richtig interessant wird der Falcon 030 natürlich dann, wenn spezielle Soft-und Hardware seine neuen Möglichkeiten ausnutzen. Software, die in ersten Betaversionen oder sogar schon fertiggestellt ist, wird von vielen Firmen entwickelt. So existieren im Audiobereich schon mehrere Harddisk Aufnahme-Programme wie z.B. »D2D« oder »HARD-CHOR«. Hardchor nutzt den Mikrofoneingang des Falcon 030 um Musik aufzuzeichnen und/oder verschiedene Effekte auf die Tondaten anzuwenden. An Effekten bietet die derzeitige Version Hall, Flanger und einen 20-Band-Stereo-Equalizer. Mit einem sog. Harmonizer-Effekt können die Audiodaten in der Tonhöhe (bei gleichbleibender Abspielgeschwindigkeit) verändert werden. Dies läßt sich sogar über ein an den Falcon 030 angeschlossenes Midi-Keyboard steuern. Weiterhin enthält Hardchor einen Karaoke-Effekt. Damt läßt sich z.B. die Singstimme eines Musikstückes abschwächen und man kann über ein Mikrofon seine eigene Stimme zu den Musikdaten hinzumischen — ein Highlight auf jeder Party.

Auch renommierte Midi-Softwareschmieden wie »Steinberg« oder »C-LAB« haben ihre Unterstützung zugesagt und entwickeln und erweitern entsprechende Software.

An Grafiksoftware wurden schon auf der Atari-Messe in Düsseldorf Programme gezeigt, z.B. ein Truecolor Malprogramm von der englischen Firma »HiSoft«. Auf diesem Sektor sind für die nähere Zukunft einige weitere Produkte oder Anpassungen bereits erhältlicher Grafiksoftware zu erwarten.

Im Bereich der Video- und Sound-Demonstrationssoftware sind einige eindrucksvolle Beispiele erschienen, mit denen die Fähigkeiten des Falcon 030 eindrucksvoll demonstriert werden. So beispielsweise ein dreiminütiges Tina-Turner-Video, bei dem der Falcon 030 die komplette Grafik- und Tonerzeugung übernimmt.

Auch Programme welche die besonderen Fähigkeiten des DSP außerhalb des Musikbereiches ausnutzen sind von diversen Firmen angekündigt. So setzen einige bisher auf den »NeXT« spezialisierten Firmen ihre Fax-VoiceMail-Modem-Soft- und -Hardware für den Falcon 030 um.

Weiterhin ist ein CAD-Programm mit DSP-Unterstützung in Entwicklung, dadurch kann die Rechenzeit selbst bei komplexen Operationen stark beschleunigt werden.

Zeitgemäß: HD-Floppy mit 1,44 MByte

Unterstützung

Ein wichtiger Punkt, damit zügig gute Falcon-030-Software erscheint, ist das Entwicklungspaket von Atari. Dieses ist schon sehr vollständig und ausgereift. Atari liefert einen DSP56K-Assembler und Linker von »Motorola« sowie einen komfortablen GEM-DSP-Debugger. Außerdem enthält das Entwicklungspaket Bindings für die gängigen C-Compiler und eine Fülle von Beispielprogrammen zur DSP- und Audioprogrammierung. Das MultiTOS-Paket enthält die Informationen zur Programmierung des von Atari verwendeten MiNT-Kerns und zu dem neuen AES4.0.

Neben der Software werden viele Hardwareerweiterungen speziell für den Falcon 030 entwickelt.

So gibt es von der Firma »Matrix« einen Video-Digitizer für den Falcon 030, die Firma »Overscan« zeigte auf der CSS (Consumer-Shop-per-Show in Köln) ihr Falcon-Genlock. Damit kombinieren Sie die Falcon-030-Grafik mit einem Videosignal um Grafik und z.B. Titeleffekte in Ihren Videofilm einzufügen. Weiterhin war von Overscan der »ScreenBlaster«, die erste Grafikerweiterung für den Falcon 030 und Super-VGA-Bildschirm, zu sehen. Für ca. 150 DM erweitert Screenblaster die Auflösung auf bis zu 880 x 608 Punkte bei 61 Hz Bildwiederholfrequenz. In der vorgeführten Version waren bis zu 16 Farben in dieser Auflösung möglich, jedoch wird an Screenblaster noch weiter gearbeitet.

Grafikkarten wurden auch von anderen Herstellern angekündigt, so will z.B. die Firma »TKR« ihre bekannte und bewährte Grafikkarte »Crazy Dots« an den Falcon 030 anpassen.

Geschwindigkeit

Geschwindigkeittests sind immer ein schwieriges Thema, da oft für den Benutzer im Endeffekt nicht maßgebliche Eigenschaften getestet werden.

Wird keine speziell für den Falcon 030 angepaßte Software verwendet, liegt er ca. bei der halben Geschwindigkeit eines TT.

Jedoch muß man hier stark zwischen verschiedenen Anwendungen differenzieren. So ist der Falcon 030 dem TT in Geschwindigkeit gleich oder überlegen wenn es um Grafikanwendungen geht, bei denen vor allem die Manipulation und das Verschieben von Bildschirmausschnitten im Vordergrund steht.

Bei reinen Rechenaufgaben, bei denen der TT sein eventuell vorhandenes Fast-RAM ausspielen kann, ist er schneller als der Falcon 030 ohne DSP-Benutzung.

Wie beim STE: MIDI, ROM-Port und analoge Joystick-Ports

Bei Komprimierungsprogrammen und Raytracern mit DSP-Unterstützung ist der Falcon wiederum um ein Vielfaches schneller.

Hier nun der obligatorische »Quick-Index« Test, der aber wie oben schon erwähnt immer mit Vorsicht zu betrachten ist.

CPU memory 490%
CPU register 405%
CPU divide 507%
CPU shifts 1736%

Im Vergleich zu einem 8-MHz-ST (in allen Punkten 100%).

Hohe Geschwindigkeit

Die Geschwindigkeit von AES und VDI ist auch in den 256-Farb-Modi passabel, jedoch Atari-typisch weitaus langsamer als es sein könnte. Jedoch ist hier wieder einmal Abhilfe durch ein an den Falcon 030 angepaßtes »NVDI« in Sicht.

Eine andere interessante Frage sind die Auswirkungen einer höheren Grafik-auflösung auf die Rechnergeschwindigkeit. Immerhin kann der Speicherverbrauch für einen Bildschirm mit bis zu ca. 800 KByte das Fünfundzwanzigfache des ST-Bildschirmes betragen. Hier hat Atari gute Arbeit geleistet, denn selbst bei hohen Auflösungen in 65536 Farben, so z.B. 768 x 496 Punkten mit 744 KByte, sinkt die durchschnittliche Geschwindigkeit bei der Abarbeitung von Programmen um nur ca. 23 Prozent im Vergleich zu einer ST-kompatiblen Auflösung mit nur 32 KByte (z.B. 640 x 400 in Monochrom).

Allgemein läßt sich sagen, daß der Falcon 030 für Standardaufgaben aus dem Hobbybereich und semiprofessionellen Bereich wie Textverarbeitung und Datenverwaltung mehr als ausreichend schnell ist, und in einigen Bereichen, dank DSP, selbst Rechner mit weitaus höher getakteten 68030- oder 68040-Prozessoren deutlich überlegen sein kann (entsprechende Software vorausgesetzt).

Ausstattung

Leider sind von Atari immer noch keine definitiven Zusagen über den Lieferumfang des Falcon 030 zu bekommen. Es wurde zwar immer wieder beteuert, daß der Falcon 030 mit MultiTOS ausgeliefert werden soll, jedoch wird dies angesichts der bisher verfügbaren MultiTOS-Versionen in Entwicklerkreisen stark bezweifelt. Ob »ST-Sutra« (Textverarbeitung, Datenbank und Tabellenkalkulation) oder ein Harddisk-Recording-Programm beiliegt, ist auch unklar.

Auch über die erhältliche Hardwareausstattung scheint noch Unklarheit zu bestehen. Sicher ist jedoch, daß vorerst nur Maschinen mit mindestens 4 MByte RAM ausgeliefert werden. Es spricht vieles dafür, daß der Falcon 030 auch ohne eingebaute Harddisk zu erwerben sein wird, jedoch weiß anscheinend selbst Atari Deutschland dies noch nicht mit Bestimmtheit.

Fazit

Zusammenfassend läßt sich sagen, daß der Falcon 030 ein recht interessantes Gerät für den Musikmarkt und vor allem für Hobbyanwender ist. Der Falcon wird mit seinem Verbund von Video und Audio zu einem erschwinglichen Preis sicherlich neue Zeichen setzen und für Furore sorgen.

Viele Hersteller aus dem Atari-Markt setzen auf diesen Rechner und vor allem auf den daraus resultierenden Schwung und die neuen Modelle der Falcon-Reihe. Leider sieht es im Moment nicht danach aus, als hätte Atari viel aus ihren Marketingfehlern der Vergangenheit gelernt.

Bleibt zu hoffen, daß Atari den guten Ansatz fortführt und es schafft, sich wieder im Markt zu etablieren, zumal in jüngster Zeit Jack Tramiel (»Vater« des C 64 und des ersten STs) wieder verstärkt aktiv bei Atari tätig ist. (uw)


Alexander Herzlinger
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