Atari MegaSTE: Jack in the Box

Atari macht wieder Spaß! Denn endlich kommen die Hardware-Gurus in Sunnyvale zur Sache: der sagenumwobene »Mega STE« feierte auf der Comdex in Las Vegas endlich seine Premiere.

Hertzspritze für den ST! Ataris 68000-Computerlinie wird mit der Vorstellung des »Mega STE« kraftvoll fortgeführt. Insider munkelten schon geraume Zeit über einen neuen Computer aus Sunnyvale. Schon sein Design hebt den Mega STE von der bisherigen Mega-Serie ab, dokumentiert er doch schon mit seinem TT-Outfit die Zugehörigkeit zu einer exklusiven neuen Atari-Klasse.

Der Mega STE kommt im TT-Design daher und bietet mehr Leistung als die bisherige Mega ST-Serie

Daß der »Brotkasten mit Butterdose« nicht nur Mimikri ist, beweist ein Blick unter die Haube des gewöhnungsbedürftigen Gehäuses: Der obligate Hauptprozessor MC 68000 arbeitet mit 16 MHz und kann seine Programme in 2 MByte RAM unterbringen. Dieser Speicher läßt sich durch Steckkarten auf 4 MByte aufrüsten. Ein 16 KByte großer Cache verleiht dem STE dann auch noch zusätzlichen Dampf.

Um den Computer auch für professionelle Anwendungen interessant zu machen, packten die Konstrukteure einen VMEbus, der z.B. Ethernet-Karten aufnimmt, und zwei serielle Hochgeschwindigkeits-Schnittstellen auf die Platine.

»Wir haben den Mega STE für den ernsthaften professionellen Anwender geschaffen. Man sieht den Unterschied zu den bisherigen Systemen nicht nur am neuen Gehäusedesign, sondern erfährt ihn gleich beim Einschalten«, sagte Atari-Boß Sam Tramiel. Dem trägt auch das neueste »TOS« Rechnung, das im 256 KByte großen ROM-Bereich untergebracht ist. Es besitzt dieselbe Benutzeroberfläche wie der »TT«, verwaltet eine auf 4096 Farben vergrößerte Farbpalette und steuert den digitalen 8-Bit-Stereosound.

Da das neue Gehäuse mehr Platz bietet, sind wohl auch »Beistellfestplatten« bald Fossilien: Der Benutzer kann zusätzlich zum eingebauten Floppy-Laufwerk mit 720 KByte Kapazität eine 3,5-Zoll-Festplatte beliebiger Kapazität nachrüsten. Leider verzichteten die Entwickler auf den Einsatz der SCSI-Schnittstelle und blieben bei der Anbindung der Festplatte beim bekannten ASCI-Anschluß (DMA-Port). In Amerika bietet Atari den Mega STE mit 2 MByte RAM und einem monochromen Monitor, der die Auflösung von 640 x 400 Punkten unterstützt zum Preis von 1799,95 US-Dollar an. Damit dürfte der Mega STE in Deutschland nicht wesentlich mehr als die bisherige Mega-Serie kosten. Wann der Neue den Weg über den große Teich zu uns nach Deutschland findet, stand bei Redaktionsschluß noch nicht fest. Spätestens dann aber dürfte der Mega STE den »alten« Megas wohl die Butter vom Brot nehmen, (uw)

Atari MegaSTE

CPU: Motorola 68 000 mit 16 MHz Taktfrequenz

Speicherausbau:

RAM: 1 MByte auf 4 MByte aufrüstbar

ROM: 256 KByte TOS, 128 KByte ROM-Cartridge

Blitter: eingebaut

Floppy: internes 3,5 Zoll-Laufwerk, 720 KByte

Ton: 8 Bit Stereo

Farbpalette: 4096 Farben

Schnittstellen:

Drucker: 8 Bit Paralell
Modem: RS232C; 50 - 19200 Baud
Floppy: 720 KByte
Festplatte: (DMA) Einbaufestplatte
MIDI: In/Out
VME: ein VME-Slot, Hochgeschwindigkeits-LAN-Port
Mouse und Joystick

Preis in USA: Mega STE mit 2 MByte RAM und Monochrommonitor (640 x 400 Pixel): 1799,95 Dollar


Uwe Wirth
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