Editorial: Wenn der Wind dreht

Im Herbst 1984- entwickelten sie ihn, im Dezember kündigten sie ihn an und im Januar '85 war er da: der erste ST. Ein »Siebenmonatskind« -doch so unausgereift er damals war, er löste einen Sturm der Begeisterung aus. Jack Tramiel hatte gerade die Fronten gewechselt und frischer Wind blies bei Atari...

Mittlerweile pfeift wieder eine steife Brise - diesmal jedoch aus der Ecke IBM & Clones: Die Kisten werden fast täglich schneller, eine Unzahl fantastischer Sound- und Grafikkarten wartet beim Händler, und mausgesteuerte Oberflächen sind auch unter DOS längst kein Thema mehr - der PC gilt als die Profimaschine schlechthin.

Und der ST? Von Ignoranten gerne als Spielekiste abgetan, von Kennern eifersüchtig als Nonplusultra verteidigt, hätte er wesentlich mehr Imagepflege verdient. Vom Hersteller aus! Doch dort säuselt ein mehr als flaues Lüftchen: Die ST-Werbung zielt alles andere als auf »ernsthaften« Einsatz (man erinnere sich an die verspielten Drachenköpfe im Anzug), die PR tröpfelt eher schläfrig und der Wunder-TT ist - seit zwei Jahren angekündigt - noch immer nicht auf dem Markt. Im Spielebereich hat offensichtlich der Amiga die Nase vorn. Ein Schelm, wer Böses denkt dabei...

Frischer Wind dagegen beim ST-Magazin: Egbert Meyer und ich werden von dieser Ausgabe an das Redaktions-Team verstärken und für Sie die neuesten Informationen zum Atari ST und dem Spätzünder TT sammeln. Natürlich freuen wir uns über jede konstruktive Resonanz - über Lob wie Schelte.

Es grüßt Sie herzlich Ihr

Hartmut Ulrich
Redakteur
Hartmut Ulrich



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