11. Musikmesse Frankfurt 1990: …und so schallt es heraus

Auf dem Stand von Roland war das Desktop-Musiksystem mit dem Programm Tenrax aus dem Hause Steinberg zu sehen
Das MIDI Link von Nady überträgt MIDI-Daten per Funk

»Wie man sich bettet...« beginnt oben zitiertes Sprichwort. Für die diesjährige Musikmesse Frankfurt galt eher »Grad* wie man aufdreht...«. Denn Uber mangelnde akustische Eindrücke dürfte sich kaum einer der Besucher beklagt haben. »Was gibt's Neues ?« — diese Frage war das eigentliche Motto der Messe. Das »Mekka« aller Musikfreunde lockte im März 1990 mehr als 62000 Besucher in die von 1077 Ausstellern präparierten Hallen; der mehr als unseligen Terminplanung parallel zur CeBIT zum Trotz steigerte sich die Zahl der Fachbesucher im Vergleich zum Vorjahr um 20 Prozent. Auch die wenig geglückte Koordination der öffentlichen Verkehrsmittel tat dem allgemeinen Optimismus nur wenig Abbruch. Dieser Optimismus betrifft nicht nur die Anbieter elektronischer Musikinstrumente; sondern erfreulicherweise ebenso die eher traditionell ausgerichteten Unternehmen — Musik ist wieder »in«. Der verzweigte Bereich der elektronischen Instrumente bewies deutliche Tendenzen in Richtung Leistungskonzentration — die Zahl der sog. »Workstations« nimmt weiter zu. In Sachen Bedienungsfreundlichkeit scheint sich einiges zugunsten des Anwenders zu verändern, wie nicht zuletzt der vielbeachtete Gitarren-Vorverstärker »Access« von Hughes & Kettner belegt. Dazu wurde im Gegenzug zum sattsam bekannten »Immer besser, immer mehr« ein anderer Trend spürbar: »Back to the Roots«. Bestes Beispiel dafür dürfte die Firma Vox sein, die das dreißigjährige Bestehen ihres Verstärkers »AC 30« feierte. Im Bereich Midi steigt die Zahl der Controller, Merger und Prozessoren ins Un-überschaubare.

Der folgende Messerundgang greift in alphabetischer Reihenfolge einige Highlights auf.

Akai präsentierte den digitalen Master-Recorder DD 1000, der mit einer wechselbaren Optical Disk arbeitet und auf 650 MByte Speicherkapazität eine Aufzeichnungsdauer von 2 x 60 Minuten in Stereo-CD-Qualität bietet. Das Gerät, dessen Haupteinsatzbereich im Post-Recording und bei der Videoproduktion liegen soll, wird ab Sommer 1990 zum Preis von etwa 20000 Mark lieferbar sein.

Zudem war die neue Akai Drummachine XR 10 zu sehen, die 65 16-Bit-Sounds aus dem S 1000-Repertoire, 450 Presetpatterns, 12 Sound-Parameter sowie 32 freie Speicherplätze bietet. Die kanadische Firma Anatek zeigte unter anderem den mit sieben Mikroprozessoren bestückten Studio Midi Merger, der acht Eingänge auf einen Ausgang zusammenfaßt. Daneben stellte das Unternehmen Erweiterungen der Pocket-Serie vor: Der »Pocket-Split« teilt ein Midi-Signal auf acht Zonen auf, deren Breite zwischen einem Halbton und 127 Noten beträgt.

Boss war neben dem »Guitar Driver« GL 100, der durch die Vier-Wege-Klangregelung und mehrere Distortion-Modi für Gitarristen interessant sein dürfte, mit drei neuen Graphic Equalizern vertreten, dem GE-131 A mit 31, dem GE-215 mit 2 x 15 und dem GE-231 mit 2 x 31 Klangeinstellern. Dazu waren zwei digitale Effektgeräte zu sehen, ein Digital-Hall namens »RV-1000« und das Multi-Echo-Gerät »RE-1000«.

C-Lab zeigte zur Messe gleich mehrere interessante Neuigkeiten. Zunächst brachte das Team um G. Lengeling neben der neuen eine deutlich vereinfachte Junior-Version des »großen« Notators heraus, die unter dem Namen »Notator Alpha« in Echtzeit eingespielte Musik in Noten verwandelt; anders herum gestattet es, per Maus eingegebene Noten in entsprechende Midi-Signale umzusetzen. Zusätzlich zeigte das Hamburger Unternehmen ein Gehörbildungs- und Rhythmustrainingsprogramm namens »Aura«, dessen Leistungspanorama von verschiedensten Akkorden Uber diverse Tonleitern, vom Melodie-bis zum Rhythmusdiktat reicht.

Dem Trend nach mehr Leistung ohne typenspezifische Beschränkungen folgt der »Polyframe«-Sound-Editor. Das Programm läßt sich durch konsequente Modularisierung auch nachträglich an verschiedene Synthesizer anpassen. Von J.L. Cooper gab es die »Nexus«-Midi-Patchbay zu sehen, die mit drei In- und acht Outputs im halben 19-Zoll-Format aufwartet. Die »Plus«-Version bietet darüber hinaus zwei In/acht Outs, Merge-, Transpose- und Filter-Funktion sowie Zonenbildung für vier unterschiedliche Kanäle. Für größere Anlagen steht der leistungsfähige Midi-Prozessor »Synapse« bereit, der über 16 In- und 20 Outputs verfügt und drei unabhängige Rechnereinheiten in sich vereint. Das voll programmierbare Gerät läßt sich zudem über Midi fernsteuern.

Synapse vereint drei Rechner

Das französische Unternehmen Digiram stellte mit »Midimac + « ein »Voice-to-Midi-Interface« vor. Es erkennt Töne von E0 bis zum C5, transponiert auf Wunsch nach oben oder unten und kann auch als normales Mikrofon genutzt werden.

Digitech zeigte mit dem »IPS-33B« ein »Harmony Generating Unit«, dessen prinzipielle Funktion den bekannten Harmonizern (Eventide) vergleichbar sein dürfte. Die Leistungsfähigkeit ist nennenswert: Es erkennt 41 verschiedene Skalen, von Dur/ Moll über Dorisch bis zu Mixolydisch. Integriert wurde ein Delay mit max. 1,5 Sekunden und ein Stereo-Pitch-Detune-Chorus. Der GSP-21, ein neuer Multi-Effekt-Prozessor, bietet aus einer Zahl von 21 den gleichzeitigen Zugriff auf zehn Effekte, die per Fußpedal schaltbar sind. Per Midi in Echtzeit programmierbar sind die 4 x 7, 2 x 14 oder 1 x 28-kanaligen Equalizer der MEQ-Serie, die mit 99 Speicherplätzen, ±12 dB-Regelung und 90 dB Rauschabstand aufwarten.

Fender folgte dem allgemeinen Trend »Back to the Roots« und brachte eine Replik des 1959 hergestellten »Bassman« heraus. Der Röhrenverstärker mit vergleichsweise spartanischer Ausstattung leistet 45 Watt RMS, die, auf vier 10-Zoll-Lautsprecher geschickt, den originalen Sound der »Roaring Fifties« reproduzieren sollen.

Fostex zeigte neben der AP-Verstärkerserie das aktive Lautsprechersystem »SPA«. Drei Komponenten — Hoch-, Mittelund Baß-Sets — bilden zusammen ein aktives und handliches Beschallungssystem der mittleren Leistungsklasse.

Obendrein ließ sich der Midi Event Controller 4020 sehen, der bis zu 999 programmierte Events zum vorgegebenen Zeitpunkt schalten kann. Dazu dienen acht Relais, mit denen externe Geräte (z.B. Sequenzer) gestartet werden können. Die Tape-Transport-Buchse bildet die Brücke zu den Fostex-Bandmaschinen.

Brücke zur Bandmaschine

Darüber hinaus war der 812-Multitrack-Mixer zu sehen. Als 12/8/2-Gerät konzipiert, bietet es eine modulare Bauweise für den einfachen Service; Inserts und Direct Out pro Kanal sowie eingebaute Phantom-Speisung lassen es für viele Anwendungsfälle geeignet erscheinen. An das Design des 812-Mischers angepaßt zeigte sich der Multitracker 280, ein 4-Spur-Recorder mit eingebautem 8-Kanal-Mixer und Locator. Die Dolby-C-Rauschunterdrückung, der 4-Band-Equalizer der ersten vier Kanäle sowie die LED-Anzeige für die vier Spuren und das Summensignal runden die Ausstattung des 280 ab.

Auf dem Stand der Berliner Midi-Spezialisten Geerdes war das »Midi-Pack-ST« zu sehen, für knapp 1000 Mark ein komplettes, digitales 24-Spur-Studio — einen Atari ST vorausgesetzt. Es besteht aus dem »Dream-Sam XP«-Midi-Expander, der mit drei verschiedenen Klangsyntheseverfahren arbeitet und 16 Stimmen polyphon im 8fach-Multi-Mode produziert. Dazu gehört das Sequenzer-Programm »1ST Track« sowie die komplette Verkabelung. Den Einstieg erleichtern drei Disketten mit fertigen Arrangements.

Der Multitrack-Mixer überzeugt durch modulare Bauweise

Hybrid Arts packte gleich mehrere Neuigkeiten aus: Neben der Erweiterung des bekannten GEN-EDIT auf M-ROS und Soft-Link stellte das norddeutsche Unternehmen eine relativ preiswerte Soft- und Hardwarelösung für Midi-Anwender vor, die sich für eine Mischpultautomation interessieren. Die 8kanalige Grundversion mit zwei Mastern arbeitet mit allen Sequenzern, die Midi-Controller unterstützen. Die in einem 19-Zoll-Gehäuse untergebrachte Hardware greift auf die Kanal-Inserts zu. Die »Fader« lösen in % dB-Schritten (0-127 Midi-Steps) auf. Für lediglich 995 Mark soll das Gerät erhältlich sein.

Aufzeichnung mit Optical Disk

Für das bekannte Hard-Disk-Recording-System Adap-II stellte Hybrid Arts eine Optical Disk vor, die große Speicherkapazität mit sehr hohen Zugriffsgeschwindigkeiten kombiniert. Außerdem erfuhr die Software eine Erweiterung; ADAP-II enthält nun eine digitale Schnittstelle (S-DIF / AES-EBU)mit 18-Bit-Wandler und 64fachem Oversampling.

Intone, vertrieben von Groove Music aus Emsbüren, zeigte eine Kreuzung aus programmierbarer Audio- mit Midi-Patchbay, die 16 Audio-In-/Outputs mit sechs Midi-Ins und acht Midi Outs kombiniert. Obendrein verfügt das Gerät über einen SMPTE-Synchronizer und eine Midi-Harmonizer-Funktion.

Das Dortmunder Musikunternehmen Jellinghaus hat seine C-Mix-Faderautomation um ein Hardware-Gating erweitert, welches die bis dato angebotene Softwarelösung ersetzt. Das System macht den Einsatz von besonderen Noise Gates für viele Anwendungen entbehrlich.

Kawai zeigte unter anderem einen 2 x 8kanaligen parametrischen Equalizer, der für den Einsatz im Homerecording konzipiert ist. Pro Kanal lassen sich Eingangsempfindlichkeit, Bandbreite, Frequenz und Level einstellen; der Q-Faktor ist in zwei Stufen schaltbar. Das Mischpult M-16 ist mit dynamischer Rauschunterdrückung ausgestattet. Pro Kanal sind ein Gain-Regler, eine zweifache Klangregelung, drei Effekt-Sends sowie eine Peak-LED vorhanden. Von Korg war auf der Messe ein neuer Synthesizer namens »Wave-station« zu sehen. Er arbeitet nach der sog. »Advanced Vector Synthesis« und bietet 365 PCM-ROM-Sounds im 16fachen Multimode. Neue Klänge erstellt man durch Auswahl von vier Sounds, die die »Pole« der entsprechenden Klangvorstellung bilden, und stufenloses »Mischen« der Parameter — Benutzern der Steinberg-Sound-Editoren dürfte dieses Verfahren nicht gänzlich unbekannt sein. Neu ist, daß sich Klänge nicht nur mischen, sondern in zeitlicher Folge aneinanderhängen lassen.

Eine weitere Neuigkeit zeigte Korg mit dem neuen Drum-Synthesizer S3. Die »Rhythm Workstation« bietet in 8 MBit ROM eine große Library an 16-Bit-PCM-Drumsounds, die sich mit zwei unabhängigen Stereo-Multi-Effektprozessoren bearbeiten lassen. Dazu stehen ein eingebauter 8-Spur-Sequenzer (vier Pattern-, vier Realtime-Spuren) sowie ein integrierter SMPTE-Synchronizer bereit. Miditemp Pilarik & Elger kündigten in Frankfurt einen neuen Midi-Matrix-Prozessor/Con-troller an. Die 16 x 16-Matrix läßt sich in Blöcken zu je 8 x 8 auf maximal 64 x 64 Ein- und Ausgänge erweitern. Besonderes Gewicht legten die Entwickler auf schnellen Datentransfer, welcher über einen internen Bus abgewickelt wird. Das Gerät ist neben der Matrix-Funktion auch als 64facher Merger ersetzbar.

Der digitale Master-Recorder von Akai bietet eine Aufzeichnungsdauer von 2 x 60 Minuten

Mitec setzt auf 19 Zoll

Mitec war unter anderem mit einem neuen 19-Zoll-Rack-Mischer vertreten. Das 16kanalige Gerät, dessen Frontplatte mit »Calamus« gestaltet und produziert wurde, steht als Standalone-Lösung mit Holzseitenteilen oder als Einbauversion zur Verfügung.

Aus Utrecht in Holland kommt von Mopro ein 16-Bit-AD/DA-Wandler mit 44,1 kHz Sampling-Rate für den Atari ST, der als Multi-Effekt-Generator, Sample-Editor oder Digital-Recorder zu nutzen ist. 1 MByte Hard-Disk-Kapazität genügt laut Herstellerangaben für 1/2 u s Aufnahmezeit. Die guten technischen Daten lassen das etwa viereinhalbtausend Mark teure Gerät für manche Anwendung interessant erscheinen.

Musik Konkret aus Eschborn stellte ein neuartiges System zur computergesteuerten Audio-Bearbeitung vor. Es besteht aus Standalone-Modulen, die einzeln wie im Verbund einsetzbar sind. Die verwendete Software folgt demselben Modulansatz. »The Modular Audio Network« setzt sich aus einem digital gesteuerten Audio-Mischer mit 64 Inputs und 16 Outputs und 7-Band-Equalizer mit Pre-Gain zusammen; dazu steht ein Eingangsverstärker für Line und Mikrofon mit Gainregler und Phasenumkehrschalter sowie die Pegelanzeige mit VU- oder Peak-Charakteristik, in Farbe oder schwarzweiß zur Verfügung; »D__Sp« nennen die Hersteller den digitalen Signalprozessor für Effekte, Equalizing, Analysing, Soundsynthese und vieles mehr. Eine elektronische Patchbay gestattet die flexible Verschaltung der einzelnen Bausteine. Von Nady Systems kommt eine Lösung für diejenigen Midi-Musiker, die sich auf der Bühne drahtlos musikalisch aus-drücken möchten. Ein Midi-Modem wandelt die eingehenden Digital-Informationen in entsprechende Audio-Signale um, die sich mit jedem drahtlosen Mikrofon per Direktkopplung übertragen lassen. Midi-»Sen-der« und -»Empfänger« sind dabei kaum größer als eine Diskettenpackung. Das Komplett-Set kostet etwa 1700 Mark.

Gitarrenklang mit Kopfhörer

Für knapp 250 Mark bekommt man von Nobel Products, vertrieben durch den Musik Service Hamburg, das »Sound Studio Stereo Pak«, welches dem E-Gitarristen den Kopfhörerbetrieb gestattet. Mit einem in weiten Bereichen veränderbaren Stereo-Flanger, einem Verzerrer mit einstellbarer Intensität, mehreren Sound- Presets sowie einer »Lautsprecher-Nachahmung« ist man trotz beachtlicher Soundqualität den Ärger mit den Nachbarn los. Ein Kopfhörer ist im Lieferumfang enthalten.

Quasimidi stellte auf der Messe einen »Power Merger« für Midi-Daten vor, der trotz geringer Größe alle Midi-Funktionen nach der Norm 1.0 Rev. 4.1 verarbeitet. Darüber hinaus verfügt das »Gerätchen« über eine Paniktaste, mit welcher aus dem Tritt geratene Expander/Synthesizer per »All Notes Off«-Befehl wieder »eingenordet« werden.

Daneben fand sich der »Turbo-Volcon/D«, ein »Master-Keyboard-/Midi Performance-Controller«, der auf Knopfdruck Zugriff auf die wichtigsten Midi-Parameter gestattet. Zwei Midi In / vier Midi Out umfaßt die Anschlußleiste. Das handliche Gerät bietet acht überlappende Keyboard-Zonen mit jeweils eigenen Midi-Kanälen, Programmeinstellungen, Transpose, Midi-Volume und einstellbare Velocity-Switch-Werte. Die beiden Midi-Eingänge lassen sich auf verschiedene Weisen auf die acht Keyboard-Zonen verteilen oder per Merge-Funktion mischen. Schließlich kann der Turbo-Volcon/D auch als Mischer im Sequenzereinsatz dienen.

Auf dem Stand von Roland war unter anderem ein »Desktop-Musicsystem« zu sehen, bestehend aus Atari ST, einem speziellen Keyboard, einem Expander sowie einer Software namens »Tentrax«. Letztere stammt aus dem Hause Steinberg, war aber auf der Messe wohl noch nicht endgültig fertiggestellt — die abgedeckten Tastaturen der Vorführ-Ataris belegten dies.

Jeflinghouse erweiterte seine C-Mix-Federautomation mit Hardware-Gating, das die bisherige Softwarelösung ersetzt

Tentrax soll zehn Sequenzer-Kanäle enthalten und steuert mit Vorliebe das »CM-32L«-Soundmodul, welches verblüffende System-Ähnlichkeiten mit dem altbekannten MT-32 aufweist. Bei dem Programm scheint es sich auf den ersten Blick um eine Kreuzung aus »Synthworks« und »24« zu handeln.

Zudem zeigte Roland das dynamische Midi-Pedal »PK-5«, welches neben der reinen »Ton«-Tastatur acht Fußschalter zum Midi-Controlling enthält.

Steinberg bewies in Frankfurt sein Interesse an den 68000-Rechnern durch eigene Programmversionen von »Twentyfour« für den Amiga und »Cubase« für den Macintosh. Für den Atari ST zeigten die Hamburger unter anderem die neue Cubase-Version 2.0, welche dem ambitionierten Musiker Funktionen zur Bearbeitung musikalischer Phrasen — vom Arpeggio bis zur Variation — zur Verfügung stellt. Eine Notendruckoption mit der Auflösung von 360 dpi nach der »What You See Is What You Get«-Philosophie ist ebenfalls integriert, wobei die seitenweise Ausgabeorientierung eine »Vorschau« auf das Druckergebnis gestattet. Der Preis von Cubase 2.0 liegt bei 980 Mark.

TAC, britischer Hersteller von Studiomischpulten, zeigte ein neues Modell mit 24, maximal 32 Kanälen. Das Gerät mit dem bezeichnenden Namen »Magnum« bietet pro Eingang eine 30teilige LED-Anzeigekette, 4-Band-Split-Equalizing, acht unabhängige Aux-Sends sowie FET-geschaltete Mutes und verfügt über eine integrierte Fader- und Mute-Automation. Sein Europa-Debüt feierte Scorpion II, dessen Vorgänger lange als Geheimtip in der semi- bis vollprofessionellen Studioszene galt.

Tascam erweiterte seine Produktpalette nicht nur im Bereich Homerecording. Das »Midistudio 644« besteht aus einem 8-Kanal-Mikrofon- und einem Mischer, einem 4-Spur-Kassettenrecorder mit umschaltbarer Geschwindigkeit (4,75 / 9,5 cm/s) und einem Midi-Tape-Synchronizer. Der Recorder wurde u.a. mit 3-Punkt-Locator, Auto-Punch-In/Out und Echtzeitzählwerk ausgestattet.

In ähnlichem Design und mit vergleichbarer Laufwerkssteuerung präsentiert sich das 8-Kanal-Midistudio 688. Auf der Basis des 8-Spur-Recorders 238 vereint das Gerät ein 20kanaliges Mischpult, einen 8-Kanal-Monitormixer, das 8-Spur-Kassettenlaufwerk sowie einen Midi Tape Synchronizer. Für viele überraschend kam der 19-Zoll-DAT-Recorder »DA-30«, der mit digitalen Ein- und Ausgängen, symmetrischen Audio-In-Outs und den beiden Sampling-Frequenzen 44,1 und 48 kHz zumindest ins semiprofessionelle Lager zielt. Gleiches gilt für den »CD-401«, einen 19-Zoll-Studio-CD-Player, der sich per Faderstart steuern läßt und einen digitalen Ausgang im CD-DAT-Protokoll bietet.

Alles auf dieser Messe stand unter dem Wahlspruch: Größer — besser — mehr
Korg zeigte mit der Wavestation einen neuen Synthesizer

Yamaha präsentierte neben dem nicht mehr ganz neuen SY-Synthesizer ein volldigitales Studiosystem. Das DMR-8X besteht aus 8kanaliger Digital-Bandmaschine mit Locator, digitalem Mischpult mit Automation sowie drei digitalen Effektgeneratoren. Es verarbeitet analoge Signale mit 24-Bit-Technologie bei einer Dynamik von mehr als 120 dB und speichert im 20-Bit-Format auf Kassette. Der für die Bandaufzeichnung »zuständige« Teil des DMR-8X steht als eigenes Gerät namens DRU-8X zur Verfügung. Die Aufnahmedauer liegt abhängig von der Samplefrequenz im 46-kHz-Sampling bei 20 Minuten.

Hinter dem Namen Zoom verbirgt sich eine Gruppe japanischer Ingenieure. Nun zeigt das Unternehmen zwei neue Produkte: Zum einen den Vier-fach-Digital-Prozessor 9010 im 1 HE-Rackformat, der Signalbearbeitung mit 90 dB Dynamik bei !6-Bit/44,l-kHz-CD-Qualität gestattet. Per ROM-Karte läßt sich Software und Konstellation auf den neuesten Stand bringen.

Eine Musikmesse wie andere auch — möchte man vermuten. Doch deutlich zeigte sich dem unvoreingenommenen Beobachter, daß für viele die gezeigte Produktpalette im Ganzen völlig neu war: Unsere Musikerkollegen aus der DDR mußten mitunter einen regelrechten Kulturschock hinnehmen, als sie die kaum überschaubare Fülle an Geräten, Instrumenten und Equipment erstmals bestaunten. Manche abfällige Bemerkung von »BRD’lern« über das »technische Entwicklungsland DDR« war ebenso unangebracht wie übertriebene Schützenhilfe bei der Erschließung dieses neuen Marktes; es bleibt zu hoffen, daß Kreativität und Freude an der Musik in der DDR nicht von gewieften »Fachhändlern« mit unfairen Tricks in bare Münze umgewandelt werden. (uw)


Peter Wolff
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