PD-Pool — was steckt dahinter?

Hintergründe und Arbeitsweisen des Zusammenschlusses der PD-Händler erläutert dieses Interview. Interview mit den Leitern des PD-Pool, Herrn Gauger und Herrn Schultheis.

ST-Magazin: Public-Domain-Software gewinnt auf dem Atari ST mehr und mehr an Bedeutung. Mit der Zahl der PD-Disketten erhöht sich aber auch die Zahl der PD-Händler. Mit dem PD-Pool liegt nun ein Händlerzusammenschluß vor. Welche Überlegungen haben dazu geführt?

PD-Pool: Wir sind der Meinung, daß die Zahl der PD-Anbieter eher abnimmt, und zwar nimmt die Zahl der kleinen Anbieter ab, weil diese sich am Markt nicht mehr halten können. Das ist eine Entwicklung, die man seit Anfang 1989 beobachten kann und der Zusammenschluß PD-POol ist aus dieser Beobachtung heraus entstanden. Die Leute haben entdeckt, daß es für den Markt, aber auch für sie selbst, besser ist zu kooperieren und zu versuchen, was Gemeinsames auf die Beine zu stellen. Die vergangenen sieben Monate haben gezeigt, daß die Idee richtig ist.

Nicht alle der heutigen Pool-Mitglieder waren von Anfang an dabei, aber das offene Konzept hat doch recht schnell weitere Händler überzeugt. Jeder kann ein- und aussteigen, wann er will. Es gibt keine Verpflichtungen, es ist kein Club von Leuten, die sich über alle anderen hinwegsetzen wollen. Wir geben jedem die Möglichkeit, mitzumachen, wenn er das meint. Natürlich gibt es bestimmte Spielregeln...

ST-Magazin: Welcher Grundgedanke steckt hinter einem Händlerzusammenschluß? War es die Sorge um Absatzschwierigkeiten bei Einzelhändlern?

PD-Pool: Da ist einmal der günstigere Einkauf, in unserem Fall der günstige Einkauf von Anzeigenplätzen, von Seiten in Computerzeitschriften. Zum andern haben wir uns klargemacht, daß die Arbeit an den Programm-Serien viel zu viel Zeit und Kraft gekostet hat. Da mußte ein anderes Konzept für unsere Arbeit her. Also haben wir uns zusammengetan, jeder trägt dazu bei, jeder schickt Programme ein, die er gefunden hat, jeder hilft mit, die richtigen Dinge auszusuchen, die zu einer sinnvollen Serie passen, dann veröffentlichen wir die gemeinsam. Das war der Grundgedanke unseres Zusammenschlusses. Inzwischen ist der Pool ein anerkannter Faktor auf dem ST-Markt. Im Gegensatz zu vorher sind wir durch den Pool am Markt permanent präsent. Was den Absatz anlangt, so mußten die Poolteilnehmer auch schon vorher als einzelne relativ erfolgreich sein und über eine gut konzipierte Organisation verfügen. Man kann nicht in den Pbol einsteigen und glauben, jetzt kommt der Absatz vollautomatisch. Andererseits muß man mittlerweile im Pool sein, um einen bestimmten Service bieten zu können, der wieder den Absatz fördert.

ST-Magazin: Aus wie vielen Händlern besteht der PD-Pool momentan? Nehmen Sie noch neue Mitglieder auf?

PD-Pool: Zur Zeit machen an den Anzeigen 31 Händler aktiv mit und zwölf weitere haben schon mal mitgemacht, sind aber im Augenblick passiv. Von den jeweils passiven Leuten bekommen wir Unterstützung z.B. durch die Zusendung von interessanten Programmen. Mitglieder werden immer aufgenommen. Mit das Wichtigste der Mitgliedschaft besteht darin, bei den Anzeigenschaltungen dabeizusein. Dabei gibt es eine Grenze, die vorübergehend wie eine Art Aufnahme-Stop wirkt. Das hängt mit der Maximalzahl von 20 Händleradressen zusammen, die im Rahmen einer Anzeige erscheinen. Durch die jeweilige Teilnahme oder Nichtteilnahme sind aber immer wieder Plätze frei. Man kann zwar nicht gleich überall einsteigen, aber mit etwas Geduld kann ein Interessent in jeder gewünschten Anzeige Zugang finden.

ST-Magazin: PD-Händler gibt es wie Sand am Meer. Hat der PD-Pool keine Existenzprobleme oder -ängste?

PD-Pool: Es liegt in der Logik eines offenen Pool-Konzepts, wenn wir auf das aktive Interesse möglichst vieler PD-Händler hoffen. Wenn die Frage darauf abzielt, ob es nicht zu viele Händler gibt, die uns das Geschäft vermasseln, müssen wir feststellen, daß bereits eine Auslese stattgefunden hat. Es erscheinen immer weniger Händler am Markt. Viele kleine Händler haben aufgehört, weil sie versucht haben, sich durch extrem niedrige Preise am Markt zu etablieren. Diese Leute haben dann gemerkt, daß sie mit den Lieferungen nicht mehr klarkommen, daß sie keinen Spaß mehr an der Arbeit haben und dann aussteigen müssen, vor allem aus wirtschaftlichen Gründen.

ST-Magazin: Zur Hauptsache, nämlich der Software. Public-Domain-Software ist ja gerade auf dem Atari ST nicht gerade dünn gesät. Aber bekanntlich gibt es unter den PD-Programmen viele schwarze Schafe, also z.B. nicht lauffähige Programme oder stark fehlerhafte Software. Nach welchen Kriterien wählt der PD-Pool sein Vertriebsprogramm aus?

PD-Pool: Hier liegt eine der Stärken des Pool-Konzepts. Unsere Teilnehmer leisten nämlich eine sehr wirksame Vorauslese, bevor die Programme sozusagen in die Medaillenränge kommen. Wir sind ja alle PD-Spezialisten: Jeder kennt 600 bis 700 Programme namentlich und inhaltlich. Manche haben weit über 1000 PD-Programme im Kopf und wissen sofort Bescheid über Herkunft, Art und k Qualität. Programme, die von unseren Teilnehmern vorgeschlagen werden, laufen zunächst einmal garantiert. Danach werden sie noch einmal genau gesichtet, getestet und für die Anzeige vorbereitet. In letzter Zeit kommt es immer wieder vor, daß Programmierer noch in letzter Minute mit der neuesten Version ihres Programms vorbeikommen. Das ist ein wichtiger Aspekt, auch für uns. Wir wissen so, daß nur das beste Programm in der PD erscheint. Monatlich kommen derzeit 30 bis 50 Disketten auf die Prüfplätze. Manchmal sind es noch weit mehr. Dieser Prüfaufwand liegt im Interesse aller Beteiligten, auch um das Servicerisiko abschätzen zu können. Als Kriterien für die Aufnahme in unsere Pool-Anzeigen setzen wir auf Qualität und Innovation, d.h. es müssen Programme sein, die noch nicht da waren oder doch zumindest eine wesentliche Verbesserung eines bereits vorhandenen Programms darstellen. Die Pool-Programme sind also sicher alle lauffähig. Wenn es Probleme gibt, liegen sie dann manchmal am Drucker, an exotischen Computer-Konstellationen oder am falschen Monitor. Dergleichen kommt aber überall, auch im professionellen Bereich, vor. Überdies gibt es auf dem Atari ST-Markt keine inhaltlich identischen Programme. Sowas würde unbedingt bemerkt werden. Dagegen gibt es stark erweiterte, neue Versionen, die manchmal schon vom Speicherplatzbedarf her nicht mehr im bisherigen Diskettenumfeld untergebracht werden können. Um Unterstellungen und Mißverständnissen aus dem Weg zu gehen, fügen wir den Programmtiteln zunehmend Versionsnummern bei. Als dritten Prüfweg durchlaufen alle richtig sortierten Disketten noch einmal einen letzten Test bei den Teilnehmern, ehe dann die Kundschaft bedient wird. Bei solch einem aufwendigen Prüfverfahren passieren praktisch keine Fehler.

ST-Magazin: Viele Programmierer bieten für einen geringen Betrag eine aktuelle Version, den Quelltext und/oder einen Update-Service an. Welche Erfahrungen mußte der Pool in dieser Hinsicht mit den Programmautoren machen?

PD-Pool: Gut, da gibt’s drei Paar Stiefel. Da gibt es Programmierer, die es nicht einmal für nötig halten, zumindest ihre Adresse anzugeben, damit Nutzer, die Fragen haben, sich an den Programmierer wenden können. Andere weisen sich zwar aus, kümmern sich aber kaum um das Schicksal der Programme bei den Benutzern. Eine dritte Gruppe von Programmierern verhält sich jedoch absolut professionell. Das sind Leute, die auch Geld mit ihren Programmen verdienen, sie stellen Updates zur Verfügung und manchmal auch Quelltexte, also überarbeitete Versionen bzw. ausführliche Hinweise. Diese Programmierer sehen in solchen Kontakten die für sie notwendige und fruchtbare Rückmeldung auf ihre Arbeit. Diejenigen Programme, so läßt sich allgemein sagen, die gut ankommen, werden auch gut gewartet. Als Beispiel nenne ich Sagrotan oder F-Copy. Das Feedback bewirkt dabei verbesserte und erweiterte Versionen.

ST-Magazin: Der PD-Pool besteht ja aus über 30 Händlern. Auf welche Weise läuft die Kommunikation zwischen den Händlern ab?

PD-Pool: Das wichtigste Kommunikationsmedium für uns ist das Telefon, wir stehen in permanenter Verbindung. Dazu kommen die Begegnungen auf den Messen. Inhaltlich geht die Zusammenarbeit so vor sich: Ein Teilnehmer hat eine Idee oder möchte initiativ werden, dann schreibt er alle anderen an und wartet auf die Reaktionen. Das gleiche geht natürlich auch über Telefon oder Fax. Das weitere Schicksal hängt dann von der Zahl der Leute ab, die diese Initiative unterstützen. Verantwortlich für die Durchführung der Initiative ist der Initiator selbst. Dabei spielt die offene, bisweilen harte Kritik eine qualifizierende Rolle. Innerhalb unseres guten Teamworks ist auch wichtig, daß einige Teilnehmer bestimmte Themenbereiche hervorragend abdecken, andere eine enorme Kenntnisbreite vermitteln.

ST-Magazin: Woher bezieht der Pool seine Programme?

PD-Pool: Von den Autoren, die Resonanz auf der Autorenseite ist in den vergangenen Wochen erstaunlich angestiegen. Sie merken, daß man mit uns Zusammenarbeiten kann, daß die Zusammenarbeit was bringt und sie reagieren entsprechend positiv. Durch die günstige Verteilung der Pool-Teilnehmer aufs ganze Bundesgebiet hat jeder Programmierer in der Nähe eine Anlaufstelle. In den großen Städten können die Autoren ihre Programme praktisch beim Händler abgeben und dabei den persönlichen Kontakt suchen. Der lokale Support spielt eine Rolle, die wir nicht unterschätzen.

ST-Magazin: Eine Diskette kostet bei den Pool-Händlern acht Mark. Wenn man bedenkt, daß ich PD-Software auch schon für vier Mark pro Diskette erhalte, ist das ein stolzer Preis...

PD-Pool: Wir stehen dazu, daß wir Kosten haben, daß wir kostendeckend arbeiten wollen und auch noch verdienen wollen. Wir sehen darin nichts Unmoralisches, insbesondere weil wir auf die bisher geübte Weise gewiß keine riesigen Gewinne abschöpfen. Wir haben überhaupt kein Problem damit, mit unserem täglichen Arbeitseinsatz den Lebensunterhalt zu verdienen, und auch dem Programmierer gestehen wir zu, daß er Share- und Registriergebühren einnehmen will. Die Organisation und der Versand von Software im PD-Bereich ist sehr zeitintensiv und muß den Mann ernähren. Der Preis von 8 Mark pro Diskette ist keine Fantasie- oder Neppzahl, sondern ist entstanden in vielen Gesprächen und aufgrund von realistischen Ermittlungen von erfahrenen Pool-Teilnehmern. Dieser Betrag liegt am unteren Rand, PD wird außerdem teurer. Es gibt ganz aktuell große Anbieter, die mit 19,90 Mark pro einseitig bespielter, sauber eingetüteter Diskette in den Fachhandel gehen. Auch das ist ein realistischer Preis, weil diese Firmen mit ganz anderen Kostenfaktoren zu rechnen haben. Unter marktwirtschaftlichen Aspekten betrachtet sind wir ein billiger Anbieter, weil wir direkt an den Kunden gehen. Wir sind Produzent, Groß- und Einzelhändler zugleich.

ST-Magazin: Wie viele Disketten hat der PD-Pool derzeit in seinem Vertriebsprogramm? Alle doppelseitig?

PD-Pool: Wir bieten derzeit zwei Diskettenserien an. Die 2000er-Serie umfaßt im Augenblick 90 Disketten, die 5000er enthält 35 ebenfalls doppelseitige Disketten. Unser konsequentes Engagement für die doppelseitige Diskette hat übrigens dieser Speichertechnik überhaupt zum Durchbruch verholfen, wir haben sie durchgesetzt. Heute ist sie Standard, der bei unseren erfahrenen Pool-Teilnehmern auch vorher schon üblich war, ohne sich am Markt durchsetzen zu können. Mit dem Pbol wurde dann der Erfolg gesichert, andere Wettbewerber mußten sich dieser Technik anschließen, nicht zuletzt, weil eine Kostenersparnis für die Anwender von ca. 40 Prozent die Folge war.

ST-Magazin: Händlerzusammenschluß — das erweckt beim Kunden ein gewisses Vertrauen. Inwieweit wird der PD-Pool diesem Vertrauen gerecht?

PD-Pool: Streng genommen beginnt unser Service lange vor dem Kauf: Da ist die Information und die Werbearbeit in den Medien, die wir ja auch bezahlen, davor liegt die intensive Auseinandersetzung mit dem Inhalt der Programme, die Voraussetzung für eine kompakte telefonische Beratung schlechthin. Dazu kommt noch die Hardware-Beratung, die Druckeranpassungen sind z.B. ein ständiges Problem.

ST-Magazin: Sind die Serviceleistungen bei allen PD-Pool-Händlern gleich?

PD-Pool: Es ist gerade die Stärke des Pool-Konzepts, daß innerhalb der Spielregeln jeder Teilnehmer seinem eigenen Konzept, in dem er sich wohlfühlt, folgen kann. Da hat jeder seine Spezialität, der eine hat einen schönen Katalog, der andere bietet einen Einzelkopierservice oder geht intensiver auf ein bestimmtes Spielesegment ein. Manche sind Grafik-Spezialisten, andere kennen sich mit Textverarbeitung hervorragend aus und können über Zusatzprogramme beraten. Deshalb geben wir Anfragen, die wir nicht selbst bearbeiten können, an diese Pool-Kollegen weiter.

ST-Magazin: Wieviel Prozent der PD-Pool-Händler besitzen ein Ladengeschäft und wie viele leben ausschließlich vom Versand?

PD-Pool: Von den aktiven Pool-Teilnehmern haben die Hälfte ein Ladengeschäft, etwa 10 Prozent betreiben nur Versand und der Rest hat zwar kein Ladengeschäft mit den üblichen Ladenöffnungszeiten, man kann die telefonisch bestellten Disketten aber dennoch dort abholen. Die preiswerteste Lösung für den Kunden ist aber der Versand.

ST-Magazin: Sind unter den PD-Pool-Händlern auch selbst PD-Autoren?

PD-Pool: Ein Drittel unserer Pool-Teilnehmer programmiert selbst. Ihre Produktion umfaßt ein knappes Drittel aller von uns vertriebenen Programme. Es liegt in der Natur unseres Berufs, daß wir auch Bedarfslücken kennen und uns darum kümmern, entweder indem wir selbst geeignete Software schreiben oder Programmierer auf solche Probleme ansetzen. Diese bedarfsbezogene Zusammenarbeit des Pools mit den Programmierern wollen wir forcieren.

ST-Magazin: Auch im PD-Bereich sind die Softwarekategorien breit gestreut. Spiele, Tabellenkalkulationen, Accessories.. Welche Programmarten sind besonders beliebt, was lehnen die Kunden ab?

PD-Pool: Wir kennen eigentlich nur eine unterschiedliche Nachfrage. Programme, die von unseren Kunden abgelehnt werden, gibt es nicht. Programmiersprachen gehören zum klassischen PD-Angebot, werden aber weitaus weniger geordert als Textverarbeitung oder Adventure-Spiele. Sehr beliebt sind alle Spiele, praktische Programme für den Heimbereich und Billigversionen von großen Paketen. Manche Programme sind kommerziell nicht verwertbar, finden aber bei den Kunden echtes Interesse. Solche Programme gehen über PD raus, Kopierprogramme, kleine Utilities gehören in dieses Segment. Im Moment sind die Themen Grafik und Desktop Publishing (DTP) die großen Renner. Hier kann man auch Teillösungen anbieten, z.B. Clip-Art-Programme, die sich mit einem DTP-System benutzen lassen. Hier gibt es bereits eine tolle Auswahl zu wirklich vernünftigen Preisen.

ST-Magazin: Was vermissen Sie im PD-Markt?

PD-Pool: Die Programmautoren sehen wir noch zu sehr in der Isolation. Nicht der Händler ist der genaue Partner des Benutzers, sondern der Programmierer. Dazu gehört, daß der Programmierer die legitimen Interessen unserer Kunden als nützlichen Beitrag zu seiner eigenen Arbeit erkennt und den Dialog anbietet. Bisher haben die Autoren zu wenig für den Dialog getan. Die Pool-Teilnehmer sind dann für die Öffentlichkeitsarbeit, Werbung und Vertrieb der ideale Partner. Wir müßten überhaupt nicht in den Vordergrund treten, wir empfinden uns mehr als Katalysatoren dieses Dialogs. Davon versprechen wir uns wichtige Anregungen, die allen Beteiligten zugute kommen. Bei allem Verständnis für den Individualismus der meisten Autoren möchten wir die Feststellung machen, daß auch wir im Pool dazugelernt haben und daß wir unsere Individualität keineswegs verloren haben, sondern daß sich unser Spielraum erweitert hat. Wir möchten die Programmierer auffordern, sich der Plattform des Pools zu bedienen, sich zum eigenen Nutzen auf die Möglichkeiten dieses Forums einzulassen.

ST-Magazin: Wenn Sie persönlich Zeit hätten, ein PD-Programm zu entwickeln, welche Sprache würden Sie verwenden und warum?

PD-Pool: Aus Erfahrung wissen wir, daß die Programmiersprachen selbst dabei ganz nebensächlich sind. Entscheidend ist die Benutzeroberfläche: Entweder wollen wir dabei bequem programmieren oder der Benutzer soll mit dem Programm bequem umgehen können, was sich oft gegenseitig ausschließt.

ST-Magazin: Wie stark sind Demoversionen von professioneller Software im PD-Pool verbreitet?

PD-Pool: Professionelle Software benötigt viel Speicherplatz und auch die Demoversionen sind noch recht aufwendig. Wir haben andererseits so viele ausgezeichnete und voll funktionsfähige Programme anstehen, daß wir uns bei Demoversionen bewußt sehr zurückhalten. Demos gibt es von brandaktuellen Programmen. Dabei handelt es sich meist um abgespeckte Versionen, mit denen man arbeiten kann, und sie müssen wirklich gut sein, um von uns veröffentlicht zu werden.

ST-Magazin: Unter das Label »Software für Erwachsene« fallen vor allem die sog. Erotik-Serien, also beispielsweise Bilderdisketten mit Pinup-Girls. Viele PD-Händler schreiben in ihre Anzeigen »frei ab 18 Jahren«. Wie steht der Pool dazu? Vertreibt er selbst auch Erotik-Software?

PD-Pool: Im Pool-Programm findet sich keine Erotik-Software. Das soll auch so bleiben. Wir sehen keine Notwendigkeit, uns im Pool-Rahmen damit zu befassen. Andererseits findet der Interessent leicht woanders, was er sucht.

ST-Magazin: Viren sind gerade im PD-Bereich immer noch ein heißes Eisen. Welche Sicherheitsmaßnahmen trifft der Pool in dieser Hinsicht?

PD-Pool: Jeder Teilnehmer überprüft die von den Autoren eingehenden Original-Disketten auf Virenbefall, bevor er sie weitergibt oder Kopien davon zieht. Wenn die Diskette in Ordnung ist, schreiben wir auf den Boot-Sektor ein Anti-Viren-Programm. Auf dem Bildschirm erscheint dann eine Meldung wie »Kein Virus im Boot-Sektor«. Im übrigen hat bis heute kein Pool-Teilnehmer aggressive Viren in seinem Bestand gemeldet.

ST-Magazin: Stichwort Programmieren: Welche Piogrammierprachen gibt es für den ST in der Public Domain?

PD-Pool: Modula II, Forth, C, Prolog, XLisp, Icon, Little Smalltalk, Assembler, Basic, Icon und weitere mehr oder weniger exotische Sprachen.

ST-Magazin: Wie verbreite ich mein Programm möglichst schnell?

PD-Pool: Am wirkungsvollsten ist es, möglichst viele PD-Händler zu bedienen, wobei der Pool sicher ein besonders geeigneter Partner ist, einfach, weil so viele Händler darin mitarbeiten. Dadurch ist gewährleistet, daß das Programm bei mindestens 40 Händlern zur gleichen Zeit vorliegt.

ST-Magazin: Eine abschließende Frage: Wie sieht der PD-Pool die Zukunft des Atari ST-PD-Marktes? Wie schaut’s mit dem allgemeinen PD-Markt aus?

PD-Pool: Das Pool-Konzept überzeugt viele PD-Händler. Wir erwarten auf den Sektoren Amiga, IBM und anderen die Gründung von Pools, obwohl es auf dem IBM-Sektor bereits sehr große Firmen gibt, die hohe Gewinne einfahren. Das Pool-Konzept gibt auch den Programmierern weitere Möglichkeiten, ihre Arbeit nach vorne zu bringen. Für den Atari ST-Markt erwarten wir, daß sich unser Konzept zunächst einmal weiter bewährt, ja daß noch eine große Zeit vor uns liegt. Darin liegen auch gute Chancen für Leute, die als Programmierer mit uns Zusammenarbeiten wollen, aber auch für weitere Anbieter.

ST-Magazin: Herzlichen Dank für das aufschlußreiche Gespräch. Es hat unseren Lesern sicher gezeigt, was wirklich hinter dem PD-Pool steckt. Das Konzept, welches Sie ausgearbeitet haben, ist sicherlich für viele Programmierer interessant.

Wir wünschen Ihnen für die Zukunft und für Ihre Pläne mit dem PD-Pool viel Erfolg. (mb)


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