Editorial - Ataris zweiter Schlag

Als Atari 1985 auf der Consumer Electronics Show den ersten ST präsentierte, war er ein Hit. Damals kostete der 520 ST mit monochromen Monitor und einem einseitigen Diskettenlaufwerk zirka 3500 Mark.

Der Kunde gesteht dem Hersteller diesen Bonus bei der Markteinführung zu. Wer diesen Aufschlag nicht zahlen möchte, könnte ja auch ein bißchen warten, dann wird das Gerät sowieso billiger.

Daß es nicht immer so sein muß, zeigt der Atari TT. Machen wir doch einfach das Rechenexempel: Ein Mega ST2 kostet zirka 3000 DM, eine 30-MByte-Festplatte 1300 DM, zusammen ergibt das 4300 DM. Der TT kostet mit einer 30-MByte-Festplatte und einem monochromen VGA-Monitor - der eine höhere Auflösung bietet als der SM 124 des ST - 2200 DM mehr, aber dafür bietet dieses Modell auch die fast vierfache Leistung eines Atari ST. Bei Operationen, welche die Architektur des 68030-Prozes-sor voll nutzen, sogar eine bis zu 17fache Geschwindigkeitssteigerung. Von den neuen Grafikmodi mit bis zu 1280 x 960 Punkten Auflösung, einem erweiterbaren Speicher auf bis zu 26 MByte und weiteren Pluspunkten gar nicht zu reden.

Hier bekommt man pure Leistung ohne Einführungs-Aufschlag. Atari hat den Slogan »Power without the Price« deutlich demonstriert.

Was Atari im Jahr 1985 mit dem Atari ST unternahm, gelang auch ein zweites Mal: einen Maßstab in Preis und Leistung zu setzen.

Ihr Horst Brandl, Chefredakteur ST-Magazin


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