Der ideale Computer für Schulen und Universitäten

Muß ein Computer für die Ausbildung unbedingt IBM-kompatibel sein?

Viele unserer Schüler oder Studenten arbeiten später in ihrem Beruf mit einem Computer. Es ist also wichtig, daß sie lernen, mit einem solchen Gerät umzugehen, um seine Fähigkeiten, und — was vielleicht noch wichtiger ist — seine Grenzen zu erkennen.

Ein Computer, der in der Ausbildung eingesetzt wird, muß sowohl in bezug auf Hardware-, wie auch auf Softwareausstattung ein breites Spektrum abdecken. Einerseits soll sich der Lernende mit seiner Hilfe Einsicht in die Techniken der elektronischen Datenverarbeitung verschaffen, andererseits soll er erfahren, daß ein Computer in erster Linie Werkzeug, also Mittel zum Zweck ist.

Um die erste Aufgabe zu erfüllen, müssen für den in Frage stehenden Computer eine Vielzahl von Sprachen, möglichst sogar mehrere Betriebssysteme verfügbar sein. Von Vorteil ist weiterhin eine großzügige Ausstattung mit unterschiedlichen Schnittstellen, um eine hohe Flexibilität beim Anschluß von Zusatzgeräten zu gewährleisten. Letzteres ist natürlich auch für die praktische Nutzung des Computers wichtig. Ein Computer wird nur dann optimal als Werkzeug eingesetzt, wenn der Anschluß unterschiedlicher Massenspeicher, Drucker und Bildschirme vorgesehen ist.

Ideal ist weiterhin ein preisgünstiger Monitor mit flimmerfreier »Schwarz-auf-Weiß«-Bildschirmdarstellung als Grundausstattung, sowie ein standardmäßig eingebautes MIDI-Interface. Letzteres deshalb, weil dann auch der Musikausbilder einen Grund hat, einen Computer einzusetzen.

Wichtigste Voraussetzung für die praktische Anwendung eines Computers ist das breite Angebot leistungsfähiger Anwendungssoftware. Ich zitiere in diesem Zusammenhang gerne Sig Hartmann (Vice President Software, Atari USA), von dem der Vergleich stammt, daß fehlende Software beim Computer denselben Effekt hat, wie ein leerer Tank beim Auto — es läuft nichts!

Dr. Hans Riedl, Leiter der Abteilung Software, Atari Deutschland

Oft schreckt den EDV-Einsteiger ab, daß er für die Bedienung seines Computers lange Befehlssequenzen auswendig lernen soll, die dieser bei nur einem falsch eingetippten Zeichen konsequent mißversteht. Da die verwendeten Begriffe meist aus dem Englischen abgeleitet sind, verstehen Benutzer, die diese Sprache nicht beherrschen, auch die Befehle nicht. Wie vorteilhaft ist da eine grafische Bedienungsoberfläche, auf der bereits alle Befehle Schwarz auf Weiß in deutscher Sprache, oder in Form grafischer Symbole vorhanden sind. Diese Symbole wählt der Anwender nur noch aus; idealerweise mit Hilfe einer Maus.

Da ein solch komfortables Benutzerinterface viel Prozessorleistung und Speicherkapazität verschlingt, sind ein leistungsfähiger Prozessor und reichlich RAM nötig. Idealerweise sollte die gesamte Betriebssystemsoftware in einem ROM-Speicher abgelegt sein. Das spart zusätzlich Speicherplatz und vereinfacht die Bedienung. Außerdem ist der Computer gleich nach dem Einschalten betriebsbereit.

Zu guter Letzt darf dieser Traumcomputer wie die Software auch nicht viel kosten, da Schulen und Universitäten mit dem Pfennig rechnen müssen. Ach ja, und außerdem muß er natürlich kompatibel sein zum Industriesta...! Oder ist letzteres vielleicht gar nicht so wichtig? Besagte Kompatibilität schließt bekanntlich einige der aufgezählten erwünschten Merkmale wieder aus.

Ansonsten, so scheint es, paßt die Beschreibung auf die Computer der Atari ST-Serie, die auf Grund der aufgezählten positiven Eigenschaften schon ihren Weg in viele Ausbildungsstätten, von der Schulklasse bis zum Universitätsrechenzentrum, gefunden haben. Einerseits wird auf diesen Computern in Basic programmiert (Wer hat da etwas gegen Basic gesagt?), andererseits finden sie als »intelligente« Terminals Verwendung oder sind zum Bearbeiten von Aufgabenstellungen eingesetzt, für die vor einigen Jahren noch ein Großrechner nötig war.

Die für den Atari ST verfügbare Anwendungssoftware zeichnet sich durch große Vielfalt und ein besonders gutes Preis-/Leistungsverhältnis aus. Man stößt jedoch beim wissenschaftlichen Arbeiten immer wieder auf Aufgabenstellungen, die mit Standardsoftware nicht zu lösen sind. Spezielle Programme bei Softwarehäusern in Auftrag zu geben, verbietet sich unter anderem aus finanziellen Gründen. So programmieren die Mitarbeiter der Institute einen Großteil der benötigten Software selbst. Um Überblick darüber zu bekommen, welche Programme schon auf diese Weise entstanden sind, arbeitet man bei Atari an einem Katalog dieser Programme. Er soll den Austausch zwischen einzelnen Instituten erleichtern und helfen, Doppelentwicklungen zu vermeiden.

Eine solche Aktion ist auch für die an den Schulen entstehende Software geplant. Um hier einen Anfang zu machen, hat Atari zusammen mit dem Markt & Technik Verlag im letzten Jahr einen Schulsoftware-Wettbewerb veranstaltet, aus dem eine ganze Reihe nützlicher Software hervorgegangen ist.

Um die Zusammenarbeit mit den Bildungsinstitutionen zu intensivieren, wurde bei Atari Deutschland eine eigene Abteilung geschaffen, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, eng mit den Kultusministerien zusammenzuarbeiten. Weiterhin sollen günstige Einkaufskonditionen sowie verstärkte Präsentation von ausbildungsorientierten Anwendungen auf Messen und Ausstellungen dazu beitragen, daß der Atari ST verstärkt an unseren Schulen und Universitäten vertreten sein wird — in dem Ausmaß, das ihm aufgrund seiner Fähigkeiten zusteht, (wk)

Liebe Leserin, Lieber Leser!

Wie präsentiert sich der Atari ST in Zukunft? Welche Software wird es geben? Sicherlich interessiert es auch Sie, einmal die Meinung derer zu erfahren, die in großem Maße für diese Fragen verantwortlich sind.

Den Anfang macht, in Anlehnung an den Schwerpunkt ST und Studium in der letzten Ausgabe, Dr. Hans Riedl. Er ist Leiter der Abteilung Software Support bei Atari Deutschland. Als Dipl. Physiker kennt er sich bestens mit den universitären-Anforderungen an Computer aus und schildert, warum er den ST für den geeigneten Ausbildungscomputer hält, (wk)
Dr. Hans Riedl


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