Der große Kommunikator

Atari ST und die technischen Kommunikationswissenschaften

Kommunikationswissenschaften sehen sich an der technischen Universität Berlin als Bindeglied zwischen den unterschiedlichen Disziplinen; vor allem als Bindeglied zwischen den Geistes- und Naturwissenschaften. Denn technische Sachverhalte, Geräte und Verfahren gewinnen auch innerhalb der Geisteswissenschaften immer mehr an Bedeutung.

Die Arbeit mit dem Computer gehört für die Studenten dieses Fachbereiches zum Alltag. Oft ist auf ihren Studentenbuden ein Atari ST zu Hause. Sie nutzen ihn als Arbeitsmittel, das lästige Routinearbeiten vereinfacht oder als unverzichtbares Werkzeug, ohne das einige Übungen gar nicht zustande kämen.

Studienanfänger haben sich über einige Semester in die Geheimnisse der Statistik einweihen zu lassen. Schnell bekommen sie dabei spitz, daß die methodische Ausleuchtung statistischer Verfahren und die praktische Probenauswertung ohne Computer nur mühsam von der Hand geht. Programmierkenntnisse in Basic oder Pascal und etwas Muße am heimischen Computer reichen für diese Zwecke aus. Nicht umsonst gehört ein Programmierkurs zur Pflicht der Kommunikationswissenschaftler.

Etwaige Programmierkenntnisse zahlen sich auch im Hauptstudium aus. Erwünschte Schwerpunkte liegen in den Bereichen elektronische Sprachverarbeitung und digitale Bildverarbeitung. So geht es zum Beispiel in einem fächerübergreifenden Projekt um die vollautomatische Erkennung chinesischer Schriftzeichen. Die bisherige Erfolgsbilanz läßt sich an dem Programm, das auf dem ST läuft, leicht begutachten.

Wer keinen ST besitzt, kann sich in der Vorlesung »Echtzeitcomputersysteme für musikalische Anwendungen« schon etwas ausgeschlossen fühlen. Die Veranstaltung befaßt sich mit der Komposition von Musik auf Basis von Algorithmen. Nicht herkömmliche Notationen, sondern Programme beschreiben die einzelnen Musikstücke.

»Formula« heißt die Programmiersprache auf Basis eines Forth-Interpreters für den Atari ST, mit der der Programmierer komponiert. Über die am MIDI-Interface angeschlossenen Synthesizer und Effektgeräte wandelt sich das abstrakte Programm in wohlklingende musikalische Ergebnisse.

Für die rund 20 Teilnehmer stehen ganze zwei Atari ST für eigene Experimente zur Verfügung. Studenten, die ernsthaft in die Formula-Programmierung einsteigen möchten, kommen am eigenen ST also kaum vorbei. (wk)

Fragen zum Studiengang beantwortet der Fachbereich Kommunikationswissenschaften der Technischen Universität Berlin
Tarik Ahmia


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