Editorial: Universalgenie feiert Auferstehung

Spätestens seit Goethe gibt es nichts und niemanden mehr, der die Bezeichnung Universalgenie verdient. Das Wissen der gesamten Menschheit und die Fähigkeiten des Einzelnen wuchsen zu stark. Erst in jüngster Zeit steht mit dem elektronischen Datenknecht, dem Computer, ein Mittel zur Verfügung, mit dem unsere riesigen Informationsmengen sinnvoll verfügbar sind.

Die Aufgabenfülle unserer elektronischen Sklaven ist immens, ihr Potential scheinbar unerschöpflich. Immer preiswerter und gleichzeitig leistungsfähiger sind die Computer, in immer neuen Generationen drängen sie in unseren friedlichen Alltag. Die Bandbreite ihrer Anwendungen reicht von der Steuerung komplexer Fertigungsabläufe bis in die private Telefonregister-Verwaltung mit 20 Einträgen. Sie erstreckt sich von der militärischen Anwendung bis zum unschuldigen Spiel-Vergnügen.

Über Sinn und Unsinn entsprechender Software ließe sich nicht streiten, behaupten die Computerfreunde, schließlich mache ihnen das alles Spaß. Ein hervorragender Vertreter dieser alles beherrschenden Computer-Spezies ist unser geliebter Atari ST. In der industriellen Autoforschung, im alltäglichen Geschäftsbetrieb, als leistungsfähige Programmiermaschine oder universelles Hilfsmittel zur Einkommenssteigerung, der ST erfüllt seine Aufgaben mit unerschütterlicher Ruhe und Zuverlässigkeit.

Ob diese Entwicklung uns zum Vorteil oder Nachteil gereicht, eines ist gewiß: Die Erfüllung des alten Traums vom All-umfassenden Wissen ist wieder näher gerückt - der universelle Computereinsatz beweist es. In diesem Sinne:

Das Universalgenie ist tot, es lebe das Universalgenie!

Herzlichst,
Ihr Wolfgang Klemme, Redakteur


Wolfgang Klemme



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