Atari macht Musik: 10. internationale Musikmesse in Frankfurt

Vom 28.1. bis 1.2.1989 fand in Frankfurt die 10. internationale Musikmesse statt. Ein neuer Ausstellerrekord von 973 Anbietern aus 39 Ländern bewies wieder einmal die ungebrochene Bedeutung dieser Veranstaltung. Als Forum der gesamten Musikindustrie lockten die Aussteller in drei Hallen mit insgesamt fünf Ebenen zahlreiche Besucher nach Frankfurt.

Besonders deutlich war in diesem Jahr wieder die Präsenz der Elektronik zu spüren. Vom elektronischen Musikinstrument bis zum computergesteuerten Notensatz reicht die Palette der Anwendungen. In den meisten Fällen spielt der Atari ST eine bedeutende Rolle. Er hat sich als zentraler Steuer- und Kontrollrechner im musikalischen Bereich etabliert, und das Softwareangebot sowie die Hardware-Peripherie umfassen die gesamte Breite vom Low-Cost-Bereich bis zum professionellen Studio-Equipment.

Zahlreiche Anbieter vom kleinen Softwarehaus bis zum Keyboard-Giganten boten dem musikinteressierten Atari-Besitzer interessante Produkte. So zeigten Kawai, Roland und Yamaha ein breites Spektrum von MIDI-Instrumenten für kleine und große Geldbeutel. Akai präsentierte ein umfangreiches Angebot vom Synthesizer bis zum MIDI-gesteuerten Mischpult. Die Firma Böhm, seit einiger Zeit bereits im Bereich MIDI-Expander aktiv, erweitert sein Angebot um einige MIDI-Zubehörgeräte. Casio zeigte zwei neue MIDI-Expander mit Presetklängen. Roland gab mit der »W30 Music Workstation« eine Antwort auf das bisher sehr erfolgreiche »M1 Workstation«-Konzept von Korg, die den M1 als MIR-Rackversion im 19-Zoll-Format vorstellten. Das Workstation-Konzept integriert die Bereiche Sequencing, Klangerzeugung sowie Klangeffekte und bestimmt im Augenblick die Richtung der »aktuellen« Synthesizer.

Der Software-Bereich brachte wenig Neues. Die Zahl der Editorprogramme steigt ständig, die Leistung dieser Bedienungshelfer ist allgemein gut. C-Lab bot mit dem »Notator« das gewohnte Bild der professionellen Sequencersoftware. Die Version 2.1 bietet eine höhere Auflösung von 1/1536-Noten sowie Verbesserungen im Editor- und Notendruckbereich. Steinberg präsentierte auf der Messe das neue Multitasking Betriebssystem »M-ROS« (Music Realtime Operating System), das den Betrieb mehrerer Musikapplikationen gleichzeitig auf einem Computer gestattet. Zusätzlich unterstützt M-ROS die Vernetzung mehrerer Computer. Geerdes zeigte seinen neuen Low-Cost-Sequencer »1st-Track« und bewährte Editorsoftware in großer Auswahl. Quasimidi bietet mit dem »MIDI-Merge Monster« einen Datenmerger, der seine Verbindungen auf dem Atari ST darstellt. Die Software steht als Accessory in anderen Programmen zur Verfügung. Bela stellte mit dem »SuperScore« einen 32-Spur-Sequencer mit vollständig polyphoner Notendarstellung vor, der bereits seit einiger Zeit erhältlich ist. Hybrid Arts präsentierte neben der bekannten Sequencer-, Editor- und Notendruck-Software erneut »ADAPII«, das voraussichtlich kurz vor der Auslieferung steht. SoftArts zeigte eine Reihe von Editoren für alle zur Zeit gängigen Synthesizer und Expander.

Auch der professionelle Notensatz bedient sich eines Atari ST. Amadeus music Software bietet hochwertige Musikverleger-Software mit Anschlußmöglichkeit an Laserfotosatz. Auch immer mehr Verlage entdecken den Bedarf der Anwender an differenzierter Information. Der Signum Verlag erweitert seine Reihe Musik und Technik um einige Titel. Auch der Schott Verlag, bisher ausschließlich im Bereich traditioneller Musikpublikation tätig, bietet Lektüre zum Thema MIDI.

Professioneller Notensatz

Auf der Frankfurter Musikmesse stellte Kramer Automationstechnik das neu entwickelte Notensatzprogramm »Melograph« für Atari ST-Computer vor. Mit dem Programm erzeugen Sie professionelle Notendruckvorlagen. Die Ausgabe über DIN-A3 Plotter garantiert ein absolut scharfes Notenbild. Die Stimmen werden über einen einfachen Notencode in ein Editorprogramm eingegeben. Danach bestimmen Sie im Hauptprogramm die Layoutangaben wie Anzahl der Systeme, Papier-und Rastralgröße. Melograph liest die Stimmen von Diskette in dieses Raster ein. Danach fügen Sie Sonderzeichen, Bögen und Texte in die Partitur und drucken sie auf dem Plotter aus. Durch beliebige Kombination der Einzelstimmen ist ein Einzelstimmenauszug aus der Partitur kein Problem. Der voraussichtliche Preis des Programms beträgt zirka 3000 Mark plus Mehrwertsteuer und ist damit nicht nur für Verlage, sondern auch für Studios, Komponisten und Arrangeure interessant. (wk)

Kramer Automationstechnik, Markus Kramer, Rat-Jung-Str. 11, 8131 Feldafing,

Neuer Name

Das in Ausgabe 1/89 vorgestellte Programm »Musici 16« liegt nun in einer überarbeiteten Version vor. Die Stimmenzahl ist auf 9 x 16=144 Stimmen gewachsen, der Tonumfang auf zehn Oktaven ausgebaut. Das Programm unterstützt jetzt neben dem Yamaha FB01 Expander auch die Böhm MD800 und 4x9. Geplant ist die Anpassung für Roland U110, D110 und Kawai Klm. Unter dem Namen »Orchest« — Computer-Orchester für Atari ST und MIDI Sound Module — steht das Programm ab sofort zur Verfügung. (wk)

Vertrieb: Ludwig Bürotechnik, lngolstädter Str. 621, 8000 München 45, Citystudio, Rindermarkt 6, 8000 München 2 Autor: Prof. Herbert Walz, Anton-Köck-Str. 8, 8023 Pullach b. München

Jetzt auch Sequencer

Die Berliner Firma Geerdes ist als Anbieter hervorragender Editorsoftware für alle gängigen Synthesizertypen bekannt. Jetzt bringen die Berliner ihren ersten Sequencer auf den Markt, der mit einigen interessanten Features aufwartet. Die Auflösung bis zu einer %536tel Note erreicht zur Zeit kein anderer Sequencer. Auch der Locatorbetrieb, Cycle-Modus und verschiedene Quantisierungsstufen sowie der Event-Editor garantieren komfortables Arbeiten. Dabei ist das Programm mit einem Preis von 128 Mark auch für Einsteiger geeignet, die sofort mit professioneller Software arbeiten wollen. (wk)

G. C. Geerdes, Bismarckstr. 84, 1000 Berlin 12

Liebe Leserin, lieber Leser,

insgesamt zeigte die Frankfurter Musikmesse, daß der Computer einen starken Anteil am musikalischen Leben besitzt. Speziell der Atari ST hat sich hier auf breiter Front durchgesetzt. Aus diesem Grund wird sich das ST-Magazin in Zukunft verstärkt mit dem Bereich MIDI beschäftigen. MIDI als Standard-Schnittstelle geht inzwischen nicht mehr nur Musiker an, auch computertechnische Anwendungen wie zum Beispiel Netzwerke oder Programmierung sind in diesem Zusammenhang aktuelle Themen.

Uns interessiert Ihre Meinung zum Thema MIDI. Senden Sie Ihre Anregungen, Ideen oder Wunsche an Markt & Technik Verlag AG Redaktion ST-Magazin Stichwort MIDI Hans-Pinsel-Straße 2 D-8013 Haar bei München Herzlichst Ihr

Wolfgang Klemme


Wolfgang Klemme


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