HPX-84: Der Zeichenprofi

Der Plotter HPX-84 mit neuer Mechanik und Software

Auf Messen und Vorführungen sind Plotter immer wieder der Anziehungspunkt für ein staunendes Publikum. Der HPX-84 mit neuer Mechanik und Software gibt Anlaß zu neuen Spekulationen.

Für viele ist der Anblick eines Plotters in Aktion der erste Kontakt mit einem computergesteuerten Roboter. Natürlich hat dieser Zeichenroboter nichts mit dem Kaffee-servierenden Science-fiction-Blechkollegen mancher Filme zu tun. Plotter sind hochgenaue Präzisions-Zeichengeräte und damit ein ideales Ausgabegerät für viele Computeranwendungen. Der HPX-84 ist ein DIN-A3-Flachbett-Plotter. Flachbett-Plotter bedeutet, daß das Papier waagerecht liegt und sich der Zeichenarm frei über dieses Blatt hinweg bewegt. An diesem Zeichenarm ist ein Stifthalter mit einem Zeichenstift befestigt, den das Programm an den erforderlichen Stellen auf das Papier senkt, um so eine Grafik zu zeichnen. Um es vorwegzunehmen: Der HPX-84 ist zwar zu einem äußerst günstigen Preis erhältlich, wurde aber von seinem Entwickler mit höchster Präzision gefertigt. Wir haben Peter Habersetzer in seinem Werk besucht und die Entstehung des Plotters angesehen. Alle verwendeten Teile suchen die Mitarbeiter mit großer Sorgfalt aus und setzen sie zu einem Präzisionsgerät zusammen.

Die mechanischen Bauteile sind größtenteils Sonderanfertigungen. Der Plotter selbst besteht aus dem Flachbett, auf dem eine Metallunterlage aufgebracht ist. Das Papier kann dadurch mit Magnetstreifen befestigt werden. Der Zeichenstift bewegt sich auf einem X-Y-Arm, den zwei Schrittmotore über Stahlseile bewegen. Der HPX-84 erreicht die beachtliche Auflösung von 0,025 mm, das sind immerhin 40 einzelne Schritte pro Millimeter. Um die Treffsicherheit zu prüfen, zeichnete der Plotter mehrmals ein und dasselbe Motiv. Dabei positionierte der HPX-84 den Zeichenstift jedesmal mit absoluter Präzision auf den Punkt genau. Die Wiederholgenauigkeit beträgt 0,1 mm. Gegenüber der früheren Version haben die Entwickler die Software des HPX-84 neu geschrieben. Sie ist jetzt HP-kompatibel. Dieser Befehlssatz hat sich mittlerweile als Standardzeichensprache bei vielen Plottern durchgesetzt. Gegenüber der früheren Software-Version ist das Gerät deutlich schneller geworden. Die Zeichengeschwindigkeit ist jetzt so hoch, daß ein spezieller Tuschestift für Plotter vonnöten ist. Bei normalen Tuschestiften fließt die Tinte nicht schnell genug in die Spitze hinein. Für den HPX-84 stehen dem Anwender verschiedene Stifthalter zur Verfügung. Sie können so alle gängigen Stifte vom Standard-Tuschestift bis zum billigen Faserschreiber verwenden, sofern das Gerät nicht mit der höchsten Geschwindigkeit arbeitet. Die besten Ergebnisse erzielen Sie aber mit einem speziellen Plotter-Tuschestift mit Hartmetallspitze und Spezialtinte.

Einfacher Anschluß über Centronics-Port

Die Verbindung des Plotters mit dem Computer erfolgt über die Centronics-Schnittstelle. In unserem Test lief der HPX-84 am Amiga und Atari ST. An beiden Computern arbeitet der Plotter ohne Einschränkung, sofern das jeweilige Programm die HP-GL-Zeichensprache unterstützt. Gleich nach dem Einschalten initialisiert sich der Plotter selbst und sorgt damit für einen eigenen Reset. Hierzu bewegt der Plotter seinen Stifthalter an die linke obere Ecke des Tisches, an dem zwei Mikroschalter angebracht sind. Auf diese Weise erhält die Steuerlogik die Information über eine bestimmte Stellung des Stiftes. Nun wird der Zeichenstift an der linken unteren Ecke der Zeichenfläche auf dem absoluten Nullpunkt positioniert. Bei jedem Neustart des Computers wiederholt sich dieser Vorgang. Das Gerät ist nun betriebsbereit und legt die empfangenen Daten in einem kleinen, 100 Byte großen Pufferspeicher ab. Der Plotter besitzt einen Modus, in dem er einen Selbsttest durchführt. Durch Betätigen der Links-Shift-Taste während des Einschaltens gibt er die Befehle des internen EPROM aus. Diagonale Linien, mehrere Kreise und ein Schrifttest dokumentieren eindrucksvoll die Leistungsfähigkeit des Plotters. Ebenso verfügt der HPX-84 über einen eigenen Schnittstellentest.

Der HP-GL-Zeichensatz ist sehr umfangreich und ermöglicht eine einfache Programmierung eigener Plotter-Routinen zum Beispiel in Basic oder C. So existieren eigene Befehle für Kreise, für Ausschraffieren von Flächen und vielen anderen geometrischen Formen. Amiga-Programme wie Aegis-Draw oder Newio arbeiten problemlos mit dem Plotter zusammen. Am Atari haben wir den Plotter mit dem CAD-Programm Campus getestet und auch hier beste Ergebnisse erzielt. Bedingt durch die objektorientierte Ansteuerung eines Plotters kann man natürlich keine Bilder zum Beispiel von Deluxe Paint ausgeben. Ein mit Newio auf dem Amiga gezeichnetes Platinen-Layout gab der HPX-84 mit so hoher Präzision wieder, daß es eine 1:1-Vorlage für die Platinen-Herstellung ergab. Der HPX-84 ist besonders für Anwender geeignet, die mit hoher Präzision technische Zeichnungen anlegen müssen. Aber auch Grafik-Künstler finden ein breites Anwendungsfeld für diesen Plotter. (Joschy Polierer/br)

Verwenden Sie Kunststoffzeichenfolie und Plotterstifte mit Hartmetallspitze.

Steckbrief

Produktname: HPX-84-0025
Computer: ST, Amiga
Preis: 1698 Mark

Stärken:

Schwächen:


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