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Der Atari lebt trotzdem weiter!

Symptomatisch: Seit mindestens 5 Jahren steht dieser Atari-Laden leer - viel konnte man in der Zeit nicht abmontieren (Ort: Wandsbeker Chaussee, Hamburg).

1986, als die erste st-computer erschien, hatte sich bereits so etwas wie ein Softwaremarkt für den Atari ST entwickelt. Besonders Entwicklungssysteme erschienen zahlreich, was sich auch im Magazin niederschlug. Viele Grundlagenartikel und Listings führten Programmierneulinge in den ST ein. Obwohl C schon immer als Hauptsprache des ST galt, war man damals weniger festgelegt, und so erschienen Artikel zu Logo, Lisp, Pascal, Prolog, ST-Basic und einigen anderen Programmiersprachen. Atari brachte den "Schuhkarton" SH204 heraus und führte den Blitter vor.

Die beiden Folgejahre bedeuteten für die st-computer den Schritt zu mehr Professionalität. Die Heftbindung wurde auf Klebebindung umgestellt und mehr Anwendungen getestet, darunter der Tempest Editor und erste PC-Emulatoren. 1988 lebten die Redakteure ihren Hang zu Textwüsten mit gelegentlichen technischen Zeichnungen aus - ein sehr anspruchsvoller Jahrgang (ebenso wie 1989), obwohl in diesem Jahr die „Real Life“-Titelbilder mehr und mehr durch Zeichnungen ersetzt wurden.

1990 erschienen dann die wichtigsten Hardware-Erweiterungen: 16-MHz-Beschleuniger und die Auflösungs-Erweiterung „Overscan“. Gleichzeitig überholte Vortex aus dem Stand mit dem „ATonce“ den Platzhirschen „AT-Speed“. Gegen Ende des Jahres bringt Atari endlich den TT - mit 32 MHz und neuem Desktop brachte dieser Harald Egel zum Philosphieren über den Doppel-T als neuen hellen Stern. Ein Jahr später sorgte NVDI per Software für mehr Geschwindigkeit. Programme wie das auch heute noch beeindruckende „SciGraph“ konnten eine solche Unterstützung gut gebrauchen.

1992 wurde die st-computer bunter: Der Falcon und diverse Grafikkarten sorgten für mehr Farbe auf dem Schirm. Weniger bunt war Tempus Word 2.0, das nach einiger Wartezeit erscheint. Die Farbigkeit wirkte sich auf das Jahr 1993 aus: Programme bekamen Farb-Icons verpasst (ECopy, Harlekin 3) oder sind exklusiv für den Falcon gedacht (Overlay, DigiTape). Der Eagle wurde als erster Atari-Clone angekündigt, Atari ließ den Mega STE und den TT langsam auslaufen. Erste Gerüchte über den Jaguar kamen auf. Mitte 94 wurde die Spielkonsole dann getestet, und die st-computer war wohl das einzige Magazin, das „Crescent Galaxy“ etwas abgewinnen konnte. Im Musik-Bereich wurden klassische MIDIisten (Machina Musica) genau so bedient wie Chipmusiker (Musicmon 2.0) und Falcon-Besitzer (FDrum). Dank einer Unterschriftenaktion schaffte es die stc mit einem Falcon in den „WDR-Computerclub“.

Die Jahre 1995 bis 1996 stehen im Zeichen der MagiCMac-Hysterie. Von der Integration des Mac, zur Umbenennung und dann wieder die Rückkehr zum reinen Atari-Magazin: Die Qualität ließ kurzfristig nach, der Ton wurde negativer. Mit dem Verlagswechsel wurde die st-computer positiver. Programmierkurse waren in den Folgejahren Mangelware, es dominierte ein frischer Themen-Mix mit kürzeren Artikeln. Ende 1997 kam der Milan 1, zwei Jahre später wurde der Milan II angekündigt - und der Eclipse-PCI-Adapter für den Falcon.

Im Februar 2000 wechselte der Chefredakteur, und das Layout wurde radikal geändert. Das Redaktionsteam wurde fast komplett neu, außerdem wurde für jede Ausgabe ein Schwerpunktthema eingeführt. 2001 folgte nochmals ein neues Layout mit „stylischen“ Schmuckgrafiken, Die Tempest-Karte, die CT6o und,der Coldfire waren Gegenstand des „Projekts Hoffnung“.

2002 versiegte der Software-Nachschub deutlich, Neuerscheinungen gab es nur noch seiten. Trotzdem gelingt es dem engagierten Team immer wieder, eine umfassende Berichterstattung zum Atari zu liefern. im Jahr 2003 muss auf die Bedingungen des Marktes endgültig reagiert werden: Unter Federführung des IDG-Verlags erschien über sechs Monate eine 16seitige Zusatzzeitschrift zur PC-Welt. Sogar neue und unerwartete Software gab es: Tempus-Word schaffte es zur Version 5, der HD-Recorder Audiotracker liegt ganz aktuell in der Version 2.0 vor (siehe Test in dieser Ausgabe).

Die Atari-Berichterstattung ist mit der letzten st-computer aber nicht eingestellt. Im Internet findet sich das monatlich erscheinende Online-Magazin „MyAtari“, das ein ähnlich breites Themenspektrum wie die st-computer. Aktuelle Atari-Nachrichten gibt es weiter auf unserer Webseite http://www.stcomputer.net.

Wir bedanken uns bei allen Lesern für die jahrelange Treu und hoffen, dass die Atari-Szene durch neue Hardware- und Softwareprojekte wieder mehr Aufwind gewinnt. mj

Radio „made on Falcon“

Der Hannoveraner Radiosender „Radio Flora“ sendet jeden dritten Mittwoch im Monat um 13 Uhr die Sendung „Wipe Out“. Das Besondere: Die Sendung wird komplett auf dem Atari Falcon erstellt. Benutzt wird die Software „Audiotracker“ in der Version 2.0. Erst die fertigen Aufnahmen werden dann mittels einer SCSI-Festplatte auf einen PC übertragen und dort auf CD gebrannt.

Wipe Out kann jeweils zu dem angegeben Termin im Großraum Hannover auf Lokalradio Flora (106.5 MHz) empfangen werden. Alternativ steht auch ein Stream im Internet bereit.

Mehr Freeware für den Atari

Der belgische Entwickler Frank Schoonjans hat zwei seiner einstmals kommerziellen Programm als Freeware für alle Atari-Benutzer zur Verfügung gestellt.

Deutschen Anwendern wird vielleicht noch die sehr gute Tabellenkalkulation „3D-Calc“ in guter Erinnerung sein, die neben vielfältigen Rechenfunktionen eine 3D-Ausgaben der Daten sowie eine importtunktion von Lotus-Dateien bietet. „Tracked“ ist hingegen eine Sammlung von Disk-Utilities, darunter ein Backupsowie ein Restore-Programm.

Neues Gameplan-Buch

Nach dem Erfolg von „GamePlan: Spielkonsolen und Heim-Computer“ folgt im November das zweite Werk aus dem Hause Gameplan: „JOYSTICKS, eine illustrierte Geschichte der GameController“. In Zusammenarbeit mit Take 2 präsentieren Winnie Forster und Stephan Freundorfer das Nachschlagewerk für alle Spielefans: Joysticks zeigt die besten und die coolsten, die skurrilsten und gewagtesten Controller aus 30 Jahren Computer- und Videospielgeschichte. Vom klassischen Atari-Stick über die handlichen Pads bis zu den optischen Präzisionsgeräten der Ego-Shooter-Gegen\Nart.

Tempus-Word NG

Das Textverarbeitungsprogramm „Tempus-Word NG“ liegt ab sofort in der Version 5.15 vor. Details zu dem Update sind bisher nicht bekannt. Update-Dateien für Atari und Windows liegen auf der Webseite des Tempus-Teams zum Download bereit. Ebenfalls neu ist ein Referenzhandbuch und eine Tastaturübersicht zu TempusWord NG.

Calamus SL R2

Für das professionelle Publishing-Programm Calamus SL2003 liegt ab sofort das erste Service-Pack mit der ReleaseNummer R2 vor. Das für SL2003-User kostenfreie Fresh-UpRelease R2 enthält neben Neuerungen auch einige wichtige Bugfixes, unter anderem ist der Fehler „Unautorisierte Modifikation“ behoben.

Auch für viele wichtige Calamus-Module gab es in den letzten Wochen zahlreiche Aktualisierungen, ein Besuch auf der Webseite von invers Software lohnt sich.

Vor 10 Jahren

Das Internet steckte Anfang 1994 noch in seinen allerersten Kinderschuhen. Die st-computer vom Januar 1994 widmete sich daher ganz der herkömmlichen Dfü und stellte Terminalprogramme und Modems vor. Letztere waren weit von heutigen Standards entfernt: Mit 19.200 Baud wähnte man sich schon im Geschwindigkeitsrausch. Zukunftsweisend war ein anderer Test: Hinter der Bezeichnung „Mag!X“ verbarg sich die erste Version des heutigen Multitasking-Standards: „MagiC“ war geboren. tr

Matthias Jaap/Thomas Raukamp


Thomas Raukamp


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