Editorial: Chancen & Perspektiven

Neues und Retro, oder: Es tut sich etwas bei allen Ataris

Neues und Altes zusammen führen - das ist uns mit dieser Ausgabe der st-computer wohl gelungen. Tatsächlich hatten wir geplant, unser Retro-Special noch ausführlicher zu gestalten, aber in den letzten Wochen gab es auch einige interessante Entwicklungen in der aktuellen Atari-Szene, die wieder einmal Anlass zur Hoffnung geben und die wir Ihnen natürlich nicht vorenthalten wollten. So gibt es Bewegung im ColdFire-Projekt, und auch Falcon-Fans dürfen sich auf eine lange Verbundenheit mit ihrem Lieblingsrechner freuen: Neben der heiß ersehnten Beschleunigerkarte Centurbo 060 ist nun auch eine Grafikerweiterung in Arbeit, die dem Raubvogel die Leistung eines heutigen PC oder Mac verleihen könnte. Was bietet sich also mehr an, die Macher selbst zu Wort kommen zu lassen? Sie finden Interviews mit allen wichtigen Entwicklern schon in dieser Ausgabe - die stc ist also topaktuell und bringt Ihnen Informationen, die Sie vorher auch nicht auf unserer oder einer anderen Webseite finden konnten.

Aufgrund der neuen Entwicklungen haben wir uns entschlossen, einen ehrlichen Blick auf die Chancen und Perspektiven für das kommende Jahr zu werfen. Sie finden unserer Antworten im Chancen- und Perspektiven-Report 2002/2003 ab Seite 12.

Trotzdem bringen wir Ihnen auch die Welt des VCS wie versprochen näher. Gerade in den Vereinigten Staaten gibt es hier einen wahren Retro-Boom. Spielidee und -witz können sich einmal mehr gegen 3D-Grafik und Surround-Sound behaupten. Und so langsam schwappt diese Welle auch nach Europa über - zahlreiche Retro-Gaming-Messen, -Flohmärkte und -Treffen beweisen dies. Selbst Fernsehsender wie arte haben längst über das Atari-Revival berichtet - leider werden damit bisher nur die Spielkonsolen der ersten Generation gemeint. An Atari-Computer scheint derzeit noch keiner zu denken.

Aber auch hier gibt es erste Anzeichen. Wer sich mit anderen Fans auf Classic-Gaming-Conventions versammelt, der bringt immer öfters auch seinen Commodore 64 oder seinen 800 XL mit. Und auch mich packt das Fieber wieder: So habe ich beschlossen, meinen geliebten Atari 130 XE zu einem Bekannten nach Osteuropa zu senden, damit dieser Festplatte und RAM-Erweiterung einsetzt. Und Bücher über Programmierung des "kleinen" Atari häufen sich bei mir bereits. IDE- und SCSI-Schnittstellen sind längst nichts Ungewöhnliches mehr auch bei 8 Bit-Fans. Nun sind sogar gleich zwei (!) USB-Erweiterungen angekündigt. Wird der "große" Atari hier etwa am Ende von einem Oldtimer überholt... ?

Ihr Thomas Raukamp



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