Atari-Fan des Monats: Danielle Berry

Danielle Berry wurde 1949 unter dem Namen Dan Bunten geboren. In den frühen 90er Jahren unterzog sich Dan einer (Zitat) "Pronomenänderung" und wurde Danielle Berry.

Danielle entwickelte 1983 das vielleicht erste Multiplayer-Spiel der Computergeschichte, das von Fans in aller Weit immer noch für das beste Spiel aller Zeiten gehalten wird: M.U.L.E.

Das erste Spiel ihrer Karriere veröffentlichte Danielle jedoch 1978 für den Apple II. "Wheeler Dealers" wurde zusammen mit einer Erweiterung für vier Spieler, die der Apple von Haus aus nicht bot, ausgeliefert. Hier wurden also die ersten Weichen für MultiplayerGames gestellt. Für M.U.L.E. konnte Electronic Arts als Publisher gewonnen werden. Danielle war unzufrieden mit den grafischen Fähigkeiten des Apple und begeisterte sich für den Atari 800, der 256 Farben und Sprites bot. Als Danielle Electronic Arts die Möglichkeiten des Atari für ein neues grafisches Spiele aufzeigte, engagierte das amerikanischen Unternehmen einen Designer, der Entwürfe auf dem Computer entwickelte. Noch etwas faszinierte Danielle am Atari: Ohne zusätzliche Adapter konnten hier mehrere Joysticks gleichzeitig angeschlossen werden. Der Weg war frei für das erste grafische Multiplayer-Spiel.

M.U.L.E, verkauft 30.000 Exemplare - ein beachtlicher Erfolg, wenn man bedenkt, dass Computer in den 80er Jahren im privaten Bereich bei weitem nicht so verbreitet waren wie heute, und der Atari im 8-Bit-Markt niemals den Erfolg des C64 erreichen konnte, Bis heute gibt es Fanseiten und -gruppen, die das Spiel enthusiastisch wie am ersten Tag spielen.

Danielle Berry hatte jedoch weitere Erfolge. 1984 folgte das fast ebenso legendäre Spiel "Seven Cities of Gold". Gleichzeitig sollte es das letzte Spiel sein, dass Danielle für den Atari 800 bzw, XL und XE entwickeln sollte, denn Electronic Arts konzentrierte sich auf die größeren Märkte des C64, Mac und PC.

Im Sommer 1998 verstarb Danielle. Zurück bleibt eine Gemeinde dankbarer Fans und eine Spieleindustrie, die in der heutigen Form ohne sie unmöglich gewesen wäre.


Thomas Raukamp
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