Atari-Fan des Monats: Björk

Sie ist klein und aus Island. Ihre Musik aber ist groß und von Welt. Die Ex-Sugarcubes Sängerin hat mit ihrem ersten Album „Debut“ (1993) eine fulminante Solokarriere eingeleitet. Ungewöhnliche und exzentrische Musik, mit der Björk zum schillerndsten Paradiesvogel der Londoner Szene avancierte.

Nachdem ihr ein psychotischer Fan erst eine Briefbombe zusandte (die glücklicherweise auf dem Postamt detonierte, ohne großen Schaden anzurichten), um dann in einem Video seinen Selbstmord zu dokumentieren, war erst einmal Rückzug angesagt.

Ende ’97 schließlich hat Björk mit „Homogenic“ ein ganz außergewöhnliches und sehr nachdenkliches Album hingelegt. Zwischen mal schmeichelnden, mal fremdartig klingenden Keyboard- und Streicherflächen, grummelnden Basslinien und zögerlichen Grooves erzeugt Björks fragile Stimme ein unverwechselbares Unterwasser-Ambiente. Ohne Zweifel eine der schönsten Platten des vergangenen Jahrzehnts.

Zuletzt ist es um die kleine Isländerin etwas ruhiger geworden, mehr und mehr zieht sie sich aus der Öffentlichkeit zurück. Zumindest musikalisch. Vom Film erhofft sie sich mehr Anonymität und mehr Abstand zum Publikum. Björks Arbeit mit Lars von Trier gestaltet sich aber auch nicht immer einfach, die Presse munkelt von Nervenzusammenbrüchen und ständigem Streit.

In „Dancer in the Dark“ spielt Björk eine junge Frau, die an einer Erbkrankheit erblindet und ihren Sohn vor dem gleichen Schicksal bewahren will. In ihrem Unglück begeht sie einen Mord und wird zum Tod durch Erhängen verurteilt. Sentimentales Thema. „Sie ist keine Schauspielerin, sie hat das alles immer wirklich gefühlt“, sagt von Trier über Björk, die auch die Filmmusik komponierte. Beim Filmfestival in Cannes erntet der Film nicht nur Beifall. Die Reaktionen der Kritiker reichen von „Einfach schrecklich“ bis hin zu „Große Kunst“.

Begeistert wird „Dancer in the Dark“ dagegen vom Publikum in Cannes aufgenommen. Dem schließt sich dann auch die Jury an, zeichnet den Film mit der begehrten Goldenen Palme und Björk als beste Hauptdarstellerin aus. Die hat trotzdem vom Film die Nase voll und freut sich nun wieder auf richtige Musik.

Anfang August 2001 erscheint die Single „Hidden Place“, die ein Vorbote des fünften regulären Werks „Vespertine“ darstellt. Zudem sind endlich wieder Konzerte der zierlichen Grand Dame angekündigt, deren Preise allerdings nicht von schlechten Eltern sind. Mal sehen, was die zahlreichen Fanherzen zu ca. EUR 75.- pro Ticket sagen...

Interessant ist das Live-Equipment. So waren bei mehreren Auftritten Atari-Computer Dreh- und Angelpunkt des MIDI-Setups.



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