Editorial: Schon gesehen

Ich mache es kurz und schmerzlos: Ab Januar 2000, also der Ausgabe 2/2000, werde ich meine Funktion als Chefredakteur der ST-Computer an einen würdigen Nachfolger weitergeben.

Thomas Raukamp, einer unserer engagiertesten, beliebtesten Autoren, wird künftig die Geschicke der ST Computer lenken. Als Chefredakteur der amigaOS hat er bewiesen, dass sein Anspruch an ein gutes Nischen Magazin enorm hoch ist, und dass er die beste Wahl für mich ist.

Ich habe lange dazu benötigt, mich zu diesem Schritt zu entschließen, denn schließlich habe ich 1995 die Atari Inside in einerfürden Atari-Markt ausweglos erscheinenden Zeit gegründet und mit viel Engagement über 5 Jahre lang herausgegeben. Und auch in Zukunft will ich mich mit viel Engagement für den Atari-Markt einsetzen, aber ich muss einsehen, dass auch ich mich nicht teilen kann.

Sie wissen, dass ich mich im Milan-Projekt engagiere und federführend an der Einführung des Milan II beteiligt bin. Dieses Projekt hat in den vergangenen Monaten enorme Ausmaße angenommen und an viel Bedeutung für den gesamten Atari-Markt gewonnen: Plötzlich interessieren sich Funk und Fernsehen für die Vorstellung dieses Systems, Computerfachzeitschriften fragen nach Testgeräten, und Kaufhäuser bekunden ihr Interesse am Vertrieb des Milan II. Der Grund ist, dass mit diesem Gerät endlich ein sehr einfach zu bedienender und attraktiver Homecomputer mit der Leistungsfähigkeit eines PC verfügbar ist. Und genau so wie Mitte der achtziger Jahre der Atari ST, ist der Milan II heute als das preiswerte Pendant zum iMac zu verstehen. Wenn er in Teilbereichen nicht ebenso leistungsstark ist: für 90% aller Anwendungen im privaten Bereich reicht seine Leistungsfähigkeit vollkommen aus.

Ich habe in jüngster Zeit bemerken müssen, dass ich kaum noch in der Lage war, beiden für den Markt so wichtigen Aufgaben in ausreichendem Maße gerecht zu werden. Und jetzt, da ich mich zu diesem Schritt durchgerungen habe, freue ich mich darauf, dass die ST-Computer fortan wieder mit vollem Einsatz und Engagement erstellt werden kann.

Zu diesem Thema habe ich kürzlich ein Interview mit Thomas Raukamp geführt. Darin erfahren Sie, welche neuen Impulse dazu dienen sollen, die ST-Computer aufzupeppen. Selbstverständlich bleibe ich weiterhin Verlagsleiter, und welche weiteren Aufgaben ich behalte, erfahren Sie in meinem vorerst letzten Editorial, das im Heft 1/2000 zu lesen ist.

Ihnen allen wünsche ich ein schönes Weihnachtsfest sowie einen guten Start ins neue Jahrtausend.



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