Editorial: Kampf der Giganten

Es ist schon sonderbar, was sich so alles auf dem Computersektor tut. Die Welt scheint sich gegen Microsoft zu verschwören. Erst kündigt IBM eine umfassende Unterstützung von Linux an, dann steigt Corel, ebenfalls ein Computer-Riese, mit ins Linux-Boot ein, und nun kauft Sun das deutsche Unternehmen Star-Division auf, um das Microsoft-Office ebenbürtige Office-Paket ab sofort kostenfrei für alle verfügbaren Computersysteme anzubieten. Welch ein Wunder auch, schließlich hat Microsoft bekanntgegeben, darüber nachzudenken, künftig laufzeitbeschränkte Lizenzen von Windows zu verkaufen. Damit würde der Kunde eine Lizenz für ein Jahr erwerben und müsste nach eben diesem Jahr einen neuen Vertrag abschließen, um Windows verwenden zu können und zu dürfen.

Sind das nicht rosige Aussichten für Computeranwender? Während Internetdienst-Anbieter in den USA bereits begonnen haben, PCs zu verschenken, versucht ein Softwareanbieter das Maximum aus den Usern herauszuholen.

Und während die da draußen - außerhalb der Atari-Welt - sich die Köpfe einschlagen und um die Gunst des kaufwilligen Kunden ringen, kümmern uns vergleichsweise nichtig erscheinende, für ATARIaner aber dennoch so wichtige Themen wie die in Hannover stattfindende ATARI-Fachmesse, das Erscheinen des neuen Milan und der erste Prototyp des Phenix aus Frankreich.

Zu letzterem war ein Exklusiv-Bericht mit allem drum und dran geplant und nahezu fertiggestellt, als wir aus Frankreich von Class 4/division Centek erfuhren, dass das Motherboard in letzter Sekunde, d.h. nach Produktion der ersten 15 Entwicklergeräte, nochmals umgestaltet würde, und dass es sinnvoll wäre, wenn diese Veränderungen in unserem Spezial berücksichtigt würden.

Mit dem Anspruch, nur Wahres und Aktuelles zu erzählen, haben wir das Phenix-Spezial also um eine Ausgabe verschoben. Photos vom Motherboard, ein Interview, alle technischen Daten, erste Screenshots usw. liegen uns bereits vor, und ich verspreche Ihnen: Sie dürfen gespannt sein.

Schließlich möchte ich auf die Atari-Geschichte hinweisen, die mit dieser Ausgabe beginnt. Thomas Raukamp hat das bei ihm in Arbeit befindliche Buch über Atari als Basis zur Artikelserie genommen; mit dem Resultat, dass ein anschaulicher, interessanter und abwechslungsreicher Beitrag, der sich von den bisherigen Chronologien absetzt, entstanden ist. Und da ich schon die kommenden Teile zu lesen bekommen habe, kann ich Ihnen versichern, dass die Qualität der Serie erhalten bleibt.

Damit verabschiede ich mich in die heiße Milan- und Messephase.


Ali Goukassian
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