Editorial: Das eine was man will, das andere, was man hat

Anfang Dezember 1998 fand die WDR-Computernacht im Computermuseum von Paderborn statt, und wie Ihnen sicherlich nicht entgangen ist, haben wir in der vergangenen Ausgabe auch die Werbetrommel für diese Veranstaltung gerührt. Schließlich wurde uns im Vorfeld immer wieder beteuert, dass ein großes Interesse an der Vorstellung der Alternativen Linux, Atari und Amiga bestehen würde.

Als der Auftritt der „Atari-Fraktion“ schließlich nahte, wurde verdeutlicht, dass diese lediglich 150 sek. und bis 165sek. Minuten zur Verfügung gestellt bekäme (ähnlich wie die Amiga-Fraktion), um sich zu präsentieren.

Als Wortführer der Atari-Vertreter bemühte ich mich bei der Koordination unseres Beitrages darum, möglichst auch die mit angereisten Softwarehäuser - wie z.B. R.O.M logicware, M.u.C.S. etc. - erwähnen zu können, da es mir wichtig schien, aufzuzeigen, dass es nach wie vor gute, wichtige und zukunftsorientierte Programmentwicklungen für den Atari gibt. Doch leider stieß ich mit dieser Idee auf wenig Gegenliebe seitens des Senders, denn dessen Vertreter waren der Meinung, dass es schwierig würde, den aufgeschlossenen Computer-Anwender vom Atari-System zu überzeugen, wenn im Fernsehen gezeigt würde, dass es für das TOS-System Programme gäbe, die unter anderen Betriebssystemen nicht den Anspruch erheben würden, etwas Besonderes zu sein.

So einigten wir uns kurzerhand darauf, dass ich nahezu ausschließlich vom Milan, der Neuentwicklung des TOS-Marktes, berichten würde, denn das sei doch endlich mal frischer Wind in der eingefahrenen Computerszene.

Diese etwas einseitige Darstellung des Atari-Marktes wurde den mit angereisten Firmen mit Sicherheit nicht gerecht, und einige derjenigen, die sich die Nacht um die Ohren geschlagen haben, um das Atari-System endlich wieder einmal im Fernsehen verfolgen zu können, mögen auch von der Kürze des Beitrages enttäuscht gewesen sein.

Aber dennoch läßt sich ein positives Fazit dieser Veranstaltung ziehen:

Das Interesse für den Milan ist durch den Fernsehauftritt enorm gestiegen. Privatleute wie auch Firmen erkundigten sich beim WDR nach einer Kontaktmöglichkeit, und gleichzeitig stieg der Zugriff auf die Internet-Seiten des Milan erheblich an.

Und diese Resonanz sowie ein anschließendes Gespräch mit Vertretern des WDR läßt darauf hoffen, dass wir Anfang 1999 die Gelegenheit erhalten könnten, den Atari-Markt gebührend in der regelmäßigen WDR-Computerclub-Sendung zu vorzustellen. Wir werden Sie auf jeden Fall über die aktuellen Entwicklungen unterrichten.

Allen Nimmermüden danke ich für das Durchhaltevermögen!


Ali Goukassian
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