ATARI-Messe in Paris

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Kurz nach der ATARI-Messe in Neuss fand am 2. und 3. Dezember in Paris eine vergleichbare Veranstaltung rund um den ATARI mit der Bezeichnung "2'eme Forum des Applications ATARI" in einem modernen, zentral gelegenen Veranstaltungszentrum auf rund 1200 Quadratmetern statt.

Nachdem die gleichnamige Veranstaltung im Vorjahr aufgrund diverser Umstände wie z.B. des Eisenbahner- und Busfahrerstreiks, schlechtem Wetter und einer schlechten Organisation nur von knapp 400 Anwendern besucht wurde, hatten es die Veranstalter in diesem Jahr vergleichsweise schwer, sowohl Aussteller als auch Besucher von einer Teilnahme zu überzeugen. Mit Hilfe einer guten Werbekampagne gelang es dem Veranstalter ATARI-Magazine (dem französischen ATARI-Heft) dennoch, über 40 Aussteller und mehr als zweitausend Besucher in die Messeräume zu locken.

Auch wir waren vor Ort und haben einige Schnappschüsse und Impressionen für Sie mitgebracht.

Die Situation der Anwender in Frankreich und Deutschland ist vergleichbar. Die Franzosen denken, dass bei uns in Deutschland noch "der Bär tobe", und bei uns wird gemunkelt, dass die Franzosen zumindest in den vergangenen Jahren stark aufgeholt haben.

Doch wie ist es nun wirklich?

Die Messe war trotz des modernen Veranstaltungszentrums nicht mit unseren Veranstaltungen zu vergleichen. Es fehlten die Trennwände zwischen den einzelnen Ständen und eine hohe Halle - beides nur Kleinigkeiten, die jedoch kein rechtes Messefeeling im bekannten Sinne aufkommen ließen. Durch die normale Raumdeckenhöhe sowie ein reines Tischsystem machte alles einen weniger aufwendigen Eindruck. Desto mehr richteten wir daher unser Augenmerk auf das, was vor Ort geboten wurde.

Hardware

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In den vergangenen Monaten wurde in Frankreich viel über neue Rechnersysteme auf TOS-kompatibler Basis geredet, und so hofften viele Besucher auf die Vorstellung atemberaubender Hardwareneuigkeiten. Größter Hoffnungsträger in diesem Zusammenhang ist die Firma CENTEK, die nicht nur neue Rechnersysteme angekündigt, sondern auch schon diverse Hardwareerweiterungen für den Falcon veröffentlicht hat. Hierzu gehört die Karte CENTurbo 1, eine Erweiterungskarte, die mit der Speed- Resolution-Card von Hard- & Soft vergleichbar ist.

Sie erlaubt sowohl das Beschleunigen von CPU, Coprozessor, DSP und Buardtakt als auch das Verbessern der Auflösungsfähigkeiten des Falcon. Mit rund 270,- DM ist der Preis durchaus lukrativ. Wir konnten uns vor Ort überzeugen, dass die Rechnersysteme mit dieser Hardware gut laufen.

Der Nachfolger, CENTurbo 2, war aufgrund einiger Schwierigkeiten, die in letzter Minute aufgetaucht waren, leider nicht einsatzbereit, wenngleich ein modifizierter Falcon mit integrierter, neuer Hardware schon zu sehen war. Die CENTurbo 2-Karte verfügt über eine 68030-CPU mit maximaler Taktfrequenz von 75 MHz und soll Mitte März verfügbar sein.

Weiterhin erlaubt das Board, den (eventuell) bereits vorhandenen Coprozessor des Falcon mit bis zu 50 MHz zu betreiben. Die Unterstützung von PS2-Simms ermöglicht das Erweitern des RAM-Speichers um 32 MB TTFast-RAM, wobei der Datenzugriff auf das Fast-RAM etwa 20% schneller als beim TT erfolgen soll.

Die Karte passt in das Standardgehäuse des Falcon und wird einfach auf den internen Slot-Bus gesteckt. Hinzu kommen 14 Lötpunkte.

Interessant ist, dass an dieser Karte zwei nach außen geführte ISA-Slots betrieben werden können, so dass herkömmliche PC-ISA-Komponenten angepasst werden könnten. Derzeit ist die Anpassung einer Ethernet- und einer Grafikkarte in Arbeit.

Ein vorgesehener Steckplatz für ein Bei der Software geht es weniger um eine Lösung für Musikaufnahmen im üblichen Sinne, als viel mehr um das Zusammenschneiden und Abmischen kompletter Stücke, die CD-reif fertiggestellt werden können. Das Programm eignet sich außerdem zur Zusammenstellung eines Radioprogramms und wird in Frankreich auch schon für solche Zwecke eingesetzt. Der Messepreis der Software lag unter 500,- DM.

Quaderno präsentierte einen neuen Sequenzer auf ATARI-Basis, der sich einer vollkommen neuen Oberfläche bedient und somit neue Maßstäbe setzen soll.

Ebenfalls vertreten waren Aussteller der französischen Zeitschrift "Keyboards", die zeigten, dass sich deren Magazin durchaus noch mit ATARI Hard- und Software befaßt.

Selbstverständlich waren die Veranstalter vor Ort auch mit der eigenen Publikation "ST-Magazine" vertreten. Das Magazin erscheint dort monatlich und hat in etwa den gleichen Umfang wie die ST-Computer & ATARI-Inside. Hinzu kommt eine monatliche Diskette mit interessanten Programmen, die mit der Spezial-Diskette zu vergleichen ist.

Weiterhin wurden Magazine wie z.B. Falconnexion, Falk'Mag und Evolution vorgestellt. Dies sind Zeitschriften, die mit einer geringen Auflage, aber einem großen Engagement entstehen und vor Ort an ATATI-Händler und Abonnenten vertrieben werden.

Was den Jaguar betrifft, so hatten sich die Veranstalter darum gekümmert, dass von allen angekündigten Modul-Neuheiten Test-Versionen vorhanden waren, so dass die Besucher schon einen Vorgeschmack bekommen konnten.

Darüber hinaus stellten junge, findige Entwickler eine Hardwareerweiterung für den ST/Falcon vor, mit dessen Hilfe der Jaguar direkt programmiert werden kann. Die Software wird auf der herkömmlichen Festplatte abgespeichert und kann direkt vom Jaguar aus geladen und verwendet werden. Neben dem Entwicklerset wurde auch eine umfangreiche Dokumentation angeboten. Erste Produkte waren ein kleines Jaguar-Malprogramm und ein PacMan-Clone, die zugegebenermaßen aber auch auf einem 800XL hätten realisiert werden können. Aber allein schon die Tatsache, dass jeder theoretisch seinen Jaguar programmieren könnte, macht den ATARI wieder sympathischer als Konkurrenzprodukte wie z.B. die Playstation.

Im Anschluss zur Messe wurde eine Konferenz veranstaltet, die dazu diente, den Anwendern die Möglichkeit zu geben, direkt mit den Entwicklern Kontakt aufzunehmen. Im Rampenlicht standen hierbei Fredi Aschwanden, Entwickler der Medusa und des HADES sowie das Team von Adequate Systems.

Fazit

Die Messe machte insgesamt einen guten Eindruck auf uns, wenngleich wenige wirklich große Programme vorgestellt wurden, die nicht aus Deutschland stammen oder zumindest hierzulande nicht auch bekannt sind.

Hervorzuheben und zu beobachten sind sicherlich die Programme rund um das Thema Musik, Sequenzing und Harddiskrecording sowie die Hardwarebemühungen der Franzosen.

Diesbezüglich haben wir für die kommende Ausgabe auch ein sehr ausführliches Interview geplant, das kürzlich mit der Firma CENTEK geführt wurde. In diesem Interview geht es um Details zu deren Rechnerplanungen, über die Sie im Rahmen der News dieser Ausgabe mehr erfahren können.

Godefroy de Mupeau, der Veranstalter der Messe und Herausgeber des französischen ATARI-Magazins, hat Bereitschaft signalisiert, die kommende Messe gemeinsam mit deutschen Ausstellern in Deutschland auszutragen. Sicherlich würde eine Kombination beider Veranstaltungen sehr groß und ein breites Publikum anziehen. Wir haben auf jeden Fall Lust bekommen, den ATARI-Markt Frankreichs weiterhin im Auge zu behalten und über interessante Neuigkeiten zu berichten.

Abschließend noch einige Adressen, die für Sie von Interesse sein könnten.

PARX (Quincy-Harddiskrecroding) 9, rue du Pin Dord F-53000 Laval

Centek (Hardwareerweiterungen) 28, rue des Sorbiers 60290 Laigneville

Red.



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