Tips und Tricks für den Janus

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Das Janus-Board ist inzwischen eine ganze Weile verfügbar und erfreut sich auch einer großen Anzahl Anwender. Hans-Ulrich Hilgenfeld hat seine Erfahrungen zusammengefasst, um sie den Janus-Besitzern weiterzugehen.

Kurz vor Weihnachten 1995 erhielten wir die mit 40 MHz getaktete Version des JANUS-Emulators mit der Treibersoftware-Version 2.0. Einbau und Inbetriebnahme bereiteten keine Schwierigkeiten, im DUAL-Mode beeindruckten die hohen Verarbeitungs- und Darstellungsgeschwindigkeiten.

Da wir jedoch auf unseren ATARIs von Anfang an in GFA-Basic programmierten und dies auch künftig zu tun gedenken, ist die Nutzung des GFA-Interpreters 3.6 sehr wichtig. Schließlich sollen auch die vielen entwickelten Programme weiterhin genutzt und gepflegt werden. Leider läuft aber der GFA-Interpreter 3.6 mit JANUS nur im LOKAL-Mode. (Oder hat jemand dafür inzwischen eine Lösung? Die Redaktion bittet um Mitteilung!) Mit der Nutzung des LOKAL-Mode fingen unsere Schwierigkeiten an, die sich ausschließlich auf die 40 MHz-Version des JANUS beziehen.

Problemschilderung

Bereits Minuten nach Einschalten des Rechners und Aufruf von JANUS im LOKAL-Mode kam es zu unerklärlichen Abstürzen. Alle möglichen Versuche mit diverser Treibersoftware, Verzicht auf jegliche Accessories und Autoordnerprogramme waren erfolglos. Auch der Lieferant, die Firma VHF- Computer, dem wir die auftretenden Effekte mehrfach beschrieben, war ratlos, denn sowohl der Tausch des kompletten JANUS-Boards als auch Versuche mit mehreren Prozessoraufsätzen führten in unserem Rechner zunächst nicht zu stabilen Verhältnissen.

Dem Fehler auf der Spur

Leider fiel uns erst nach vielen vergeblichen Bemühungen auf, dass mit zunehmender Betriebstemperatur des Rechners die Ausfälle nach immer kürzerer Zeit wenige Sekunden oder sofort einsetzten. Also stand fortan die Vermutung eines Wärmeproblems als Ursache im Vordergrund. Bei näherer Untersuchung der Bauteiltemperaturen auf der JANUS-Karte war es der Prozessor 68020, der sich auf deutlich über 60 Grad Celsius erwärmte. Je besser nun der Prozessor gekühlt wurde, zunächst versuchsweise mit einem forderten Luftstrom oder aufgesetzten Kühlkörpern, desto länger ließ sich ein Absturz hinauszögern. Dabei zeigte sich, dass für den absturzfreien Betrieb die Oberflächentemperatur des Prozessorgehäuses auf unter 48 Grad Celsius gehalten werden muss, was sich mit aufgeklebten Kühlkörpern von ca. 5 C/W, abhängig von den PC-internen Strömungsverhältnissen, nur knapp erreichen ließ.

Die technische Lösung

Um bei erhöhten (sommerlichen) Umgebungstemperaturen genügend Sicherheitsreserve zu erzielen, montierten wir letztendlich an Stelle eines Kühlkörpers einen kleinen Zusatzlüfter (40mmO*1Omm) so über dem Prozessor, dass sich dieser im unmittelbaren Luftstrom befindet. Als preiswerter Lüfter eignet sich z.B. ein 486-Prozessorkühler nach Entfernung seines Kühlkörpers. Zur Befestigung des auf einer kleinen Trägerplatine mit einem Durchbruch von 38mm 0 montierten Lüftermotors kommen die beiden Befestigungsbohrungen in Frage, an denen die JANUS-Karte mit dem Slotblech verschraubt ist. Mit Hilfe zweier Abstandshülsen oder bolzen von 15 bis 18mm Länge kann die Lüftereinheit hier parallel zur JANUS-Platine gehalten werden. Für den bereits am Lüfter vorhandenen 12V Zwischenstecker lässt sich schnell ein passender Anschluss im PC finden.

Voraussetzung für diese "auftragende" Lösung ist allerdings ein freier Steckplatz neben JANUS auf dem MotherBoard.

Nachbetrachtung

Seither verrichtet JANUS seinen Dienst in beiden Betriebsarten klaglos. Warum die geschilderten Probleme jedoch nur im LOKAL und nicht auch im DUAL- Mode auftraten und möglicherweise nur in bestimmten Rechnerkonfigurationen, blieb bislang ungeklärt.

Unsere Rechner-Hardware und die Einbauverhältnisse, ein nur zu 50% seiner Steckplätze genutzter Miditower mit PENTIUM 120 und ASUS-Board P/IP55TP4XE, halten wir für nicht so außergewöhnlich, um solche Probleme nicht auch bei anderen JANUS-Anwendenn zu vermuten.

Für die kulante Firmen-Unterstützung danken wir VHF-Computer, Herrn Benzinger.
Hans-Ulrich Hilgenfeld


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