PCC V2.0 - Platinenlayout für ATARI

Hochwertige Software zum Layouten von Platinen muss nicht zwangsgedrungen teuer sein, das beweist die Software "PCC 2.0", die in der aktuellen Version zu überzeugen vermochte!

Ein Neuling stellt sich vor... PCC in der Version 2.0 - ein vektororientiertes Leiterplatten Layoutprogramm für den ATARI.

Die Zeit der großen Bastelarbeiten und Zusatzplatinen scheint sich nun auch für den ATARI dem Ende zu nähern. Was es zu bauen gibt, ist im Wesentlichen gebaut, und der früher kaum zu bremsende Enthusiasmus bei der Aufrüstung diverser STs scheint angesichts des Verhältnisses von Aufwand zu Ergebnis mittlerweile stark gezügelt. Doch außer zur ATARI-Veredelung finden Leiterplatten auch in anderen Bereichen des täglichen Lebens Verwendung. Wer sich bei der Herstellung derselben immer noch mit Anreibesymbolen und Kreppklebeband plagt, könnte in seinem Inneren bereits den Wunsch nach einer effektiveren Layoutmethode verspüren. Sollte sich zufällig noch ein ATARI in Reichweite befinden, so läßt er sich in Verbindung mit PCC bequem in ein leistungsfähiges Leiterplatten-CAD-System verwandeln...

Hardwareanforderungen

Irgendein ATARI tut es denn nun auch nicht. PCC benötigt zum Betrieb mindestens 2 MB RAM, eine Festplatte und eine Grafikauflösung von mindestens 640x400 in beliebiger Farbtiefe. Einige der vom Programm angebotenen Funktionen, wie zum Beispiel die Kurzschlußprüfung, lassen 8 MHz-ATARIs bei komplexen Projekten schon mal geraume Zeit vor sich hinrechnen. Doch Hobbybastler, die keine größeren Packungsdichten oder gar Multilayer realisieren möchten, können mit der geringen Rechenleistung eines normalen ST durchaus leben. Für (semi)professionelle Anwender empfiehlt sich allerdings der Einsatz einer Beschleunigerkarte mit FPU oder gleich ein TT. Durch die saubere, GEM-konforme Programmierung sollte PCC auch auf der MEDUSA und dem HADES lauffähig sein.

Installation

PCC wird auf zwei DD-Disketten geliefert, dadurch gibt es keine Probleme bei älteren ATARIS, die nicht HD4aug-lich sind. Der Inhalt dieser Disketten wird einfach auf die Festplatte kopiert, am besten in ein entsprechendes Verzeichnis. Die Ordnerstruktur der Quelldisketten muss dabei beibehalten werden, da PCC das Vorhandensein dieser Struktur voraussetzt. PCC steht in zwei Programmversionen zur Verfügung:

PCC.PRG setzt mindestens eine 68000er CPU voraus und ist für ST/STE gedacht, PCC_FPU.PRG läuft ab 68020 mit 68881/68882, also für TT oder ST/STE mit entsprechender Beschleunigerkarte.

Das Programm

PCC arbeitet voll vektororientiert, dadurch ist es ausgesprochen flexibel. Leiterbahnzüge oder Texte lassen sich nachträglich ohne Probleme in jeder Hinsicht bearbeiten. Es sind bis zu 15 Layer zuzüglich Bestückungsseite möglich, denen je nach Darstellungsmöglichkeit unterschiedliche Farben und/oder Raster zugeordnet werden können (Bild 1 unter dem Titel).

Die Farbe des Hintergrundes läßt sich ebenfalls frei wählen, dadurch ist auch auf Monitoren mit geringerer Wiederholfrequenz durch inverse Darstellung ein halbwegs augenschonendes Arbeiten möglich.

Laut Dokumentation wurde PCC in erster Linie für Layouts auf Basis einer Netzliste entwickelt. Bei einer Netzliste handelt es sich um eine genormte ASCII-Datei, in der die Verbindungen der Bauelemente untereinander beschrieben sind.

PCC selbst generiert allerdings keine Netz- oder Stücklisten, diese Aufgaben bleiben Programmen zur grafischen Eingabe von Schaltbildern vorbehalten. Dies bedeutet aber keineswegs, dass das Layouten ohne Netzliste nicht möglich wäre. Vielmehr wirken sich eventuell vorhandene Netz-und Stücklisten insofern positiv auf die Arbeit mit PCC aus, dass Kurzschlüsse oder falsche Verbindungen nahezu ausgeschlossen sind.

Die Arbeit mit PCC

Als Plattform für PCC haben wir uns für einen TT entschieden und hier die FPU-Version installiert. Dank des Großbildschirms präsentiert sich das Programm ausgesprochen übersichtlich. Das Toolfenster ist vollständig geöffnet, somit sind alle wichtigen Funktionen ohne "Blättern" sofort erreichbar. Nach dem Programmstart steht sofort ein Layoutfenster zur Verfügung. Im Kopfbereich des Fensters findet der Anwender wichtige Hinweise über aktuell eingestellte Parameter wie Cursorschrittweite, Cursorposition, aktiver Layer, Leitbahnbreite, usw. Außerdem gibt eine Infozeile Auskunft über die Funktion des im Toolfenster angewählten Icons. Eigentlich kann man jetzt mit der Arbeit beginnen, doch falls eine Netzliste und eventuell Stückliste vorhanden sind, müssen diese vorher in das Verzeichnis "LAYOUT" kopiert werden, damit PCC darauf zugreifen kann. In diesem Fall werden die passenden Gehäuse von PCC der Stückliste entnommen, wobei natürlich die passende Bibliothek geladen sein sollte. Ohne Stückliste werden die benötigten Bauelemente aus einer der Bibliotheken geladen. Falls ein Bauelement nicht vorhanden sein sollte, läßt es sich im "Symbolmodus" leicht selbst herstellen und in der entsprechenden Bibliothek sichern.

Praxis

Die Bauelementeplazierung gestaltet sich sehr angenehm: Nach der Bezeichnung "klebt" das Bauteil am Cursor und läßt sich im Layout frei bewegen. Ein Klick auf die rechte Maustaste dreht das Bauteil jeweils um 90 Grad. Abgesetzt wird an der Wunschposition mit Linksklick. Die konsequente Nutzung der rechten Maustaste läßt auch das Routen der Leitbahnen zu einer erfreulichen Tätigkeit werden. Insgesamt fünf Bahnmodi stehen zur Verfügung, die durch Klick mit der rechten Maustaste durchgetoggelt werden können.
Der Bahnmodus wird auch während des Routens entsprechend umgeschaltet, so dass ein wirklich flüssiges Arbeiten möglich ist. Besonders angenehm ist die Farb bzw. Musteränderung bei der Initialisierung von Layoutelementen, so dass bei der Verlegung einer Leitbahn so fort festgestellt werden kann, ob ein Bauelement kontaktiert wird. Gleiches gilt für das Zeigen von Bahnknoten, hier werden auch über mehrere Lagen alle Verbindungen hervorgehoben. Layoutfehler sind so auch "zu Fuß" gut zu entdecken.

Dank der Vektororientierung sind nachträgliche Änderungen am Layout ein Kinderspiel. Im Toolfenster (siehe Bild 2) stehen unter anderem alle Möglichkeiten zur Verfügung, um die Elemente des Layouts zu manipulieren. Außerdem sind hier auch einige nicht alltägliche Meßfunktionen zu finden:
Zunächst einmal läßt sich der Abstand zwischen zwei Punkten messen, zum zweiten ist es mit PCC möglich, einige Leitungsparameter wie Kapazitäts-, Induktivitätsbeläge und Feldwellenwiderstände abzufragen. Die für diese Messungen notwendigen Informationen über das verwendete Leiterplattenmaterial werden vorher in ein entsprechendes Formular eingetragen.

Ebenfalls positiv ist uns die Zoom-Funktion von PCC aufgefallen. Trotz eingestellter Cursorschrittweite läßt sich der gewünschte Ausschnitt pixelgenau in nahezu beliebigen Stufen zoomen. Das Ganze ist auch per Tastaturbefehl möglich, und falls man einmal im "Zoomrausch" die Orientierung verloren hat, verhilft ein Druck auf die Taste "f" für fit wieder zu einem Gesamtüberblick.

Datenausgabe

Am Ende einer Layoutentwicklung steht letztlich die Ausgabe der Daten. Im Lieferumfang von PCC befindet sich zu diesem Zweck das Programm PCC_OUT.
Die von PCC_OUT verwendeten Treiber liegen im ASCII-Format vor, so dass eine Anpassung an wenig verbreitete Ausgabemedien mit einem normalen Texteditor möglich ist. Die vorliegende Version beinhaltet Treiber für Drucker (24N, Laser), Plotter und Bohrautomaten. Das Abspeichern als IMG ist ebenfalls möglich.

Fazit

Bei der Arbeit mit PCC hat man wirklich das Gefühl, vom Computer unterstützt zu werden. Das Verlegen von Leitbahnen geht durch die wählbaren Bahnmodi so zügig von der Hand, dass dabei richtig Freude aufkommt. Einzig die Bibliotheken fallen noch etwas spärlich aus. Hier ist aber mit zunehmender Zahl von Installationen davon auszugehen, dass diese Lücke sich nach und nach schließen wird.
Jedem Interessierten legen wir deshalb die Demoversion von PCC ans Herz, die ebenfalls beim Programmautor zu bekommen ist.

us

Bezugsquelle:  
Dipl.-Ing. Gerhard Fischer  
Lichtenfeiser Straße 1  
96317 Kronach/Neuses  

PCC kostet 178 DM  
Demo    10 DM


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