Editorial: Das Stehaufmännchen

Ihnen dürfte klar sein, wen ich mit dieser Formulierung meine: natürlich den ATARI-Markt. Jüngstes Beispiel hierfür ist England.
Im Sommer dieses Jahres schloß wenige Monate nach der Einstellung der ATARI-World auch die hierzulande bestens bekannte ST-Format.
Letztere erschien viele Jahre in einem großen Verlag, der es nicht mit dem Firmen-Image vereinbaren konnte, die ATARI-Zeitschrift zur Kostenreduktion auf preiswerterem Papier und mit weniger Farbaufwand herzustellen. Als die hohen Kosten schließlich nicht mehr getragen werden konnten, wurde das Magazin eingestellt. Enthusiastische ATARI-Fans und ehemalige Redakteure von ST-Format und ATARI-World schlossen sich daraufhin kurz entschlossen zusammen und präsentierten vor einigen Wochen die ATARI-Computing, ein 56-seitiges, komplett in sw gehaltenes Magazin.
Die ATARI-Gemeinde dankt es ihnen, denn für 3 £ gibt es im Abstand von zwei Monaten ein informatives Magazin, dessen Druckvorlagen komplett auf einem 600 dpi-Laserdurcker hergestellt werden.
Nicht anders verhält es sich in Frankreich.

Auf der Multikom in Ulm hatte ich die Gelegenheit, mit Godefroy de Maupeau, den Chefredakteur der ST- Magazine Frankreich, zu sprechen. Als er vor zwei Jahren dieses Magazin übernahm, einigte er sich mit dem produzierenden Verlag aufgrund der scheinbar labilen Lage des Marktes auf eine Erscheinungsdauer von zunächst 6 Monaten. Wie gesagt, das vor zwei Jahren, und heute erscheint das Magazin noch immer mit einer konstanten, fünfstelligen Auflagenzahl.

Und wie ist es bei uns in Deutschland, der traditionellen ATARI-Hochburg?

Viele Leser fragen uns, ob wir zum aktuellen Heftpreis nicht ein umfangreicheres Magazin produzieren, oder eine Diskette beilegen könnten. Grundsätzlich ist dies eine gute Idee, doch leider ist das möglich, weil wir dann unser Ziel verfehlen würden! Unsere Fachzeitschrift ist noch immer das mit größtem Aufwand erstellte ATARI-Magazin - das ist unbestritten! Doch leider verfügen wir nicht mehr über diejenigen Leserzahlen, wie einst in den Achtziger Jahren. Daher müssen sämtliche Kosten so verteilt werden, dass eine Produktion für uns auch noch in ferner Zukunft ist. Es würde keinen Sinn machen, nur für den Moment zu kalkulieren.
Betrachten Sie unsere Preispolitik also bitte als eine Art Absicherung für die Zukunft, so dass die Treue unserer noch immer große ATARI-Geimeinde lange Zeit belohnt werden kann.


Ali Goukassian
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