Umstieg auf den HADES 040 - Ein Erfahrungsbericht

Testergebnisse und Benchmarks besorgt man sich vor dem Kauf eines neuen Rechnersystems. Eventuelle Probleme bei der Portierung der gewohnten Arbeitsumgebung auf das neue System zeigen sich erst nach dem Erwerb und können den Genuß der neuen Hardware empfindlich beeinträchtigen. Wir haben einen TT eine Zeit lang durch den HADES ersetzt, unsere Erfahrungen schildern wir in dem folgenden Bericht.

Vorwort

Während unser TT, ausgestattet mit schneller Grafikkarte und 20" Farbmonitor, so machen Pentiumbesitzer daran zweifeln läßt, daß er das richtige System gewählt hat, offenbart sich spätestens beim Auspacken von GIF-Bildern die nicht mehr zeitgemäße Rechenleistung des TT. Der Umstieg auf ein leistungsfähigeres TOS-kompatibles System war bisher jedoch kaum zu realisieren. Mit dem HADES bietet sich nun die Möglichkeit, TOS-Programme auf einer deutlich leistungsfähigeren Hardware zu benutzen.

Es ist klar, daß unser Umstieg auf den HADES keineswegs repräsentativ ist, dazu gibt es auf dem Atarisektor zu viele Rechnervariationen. Die Unterschiede zwischen ST, STE, TT und Falcon bieten im Zusammenhang mit diversen Beschleunigern, Ram-Erweiterungen und Grafikkartensystemen eine Fülle von Plattformen, die eigentlich jede für sich betrachtet werden müßten. Eines allerdings ist sicher: Spätestens mit dem Einbau einer Grafikkarte nimmt man Abschied von einer erklecklichen Anzahl unsauber programmierter Anwendungen und sucht GEM-konformen Ersatz. Gleiches gilt für Spiele. Ältere Spiele setzen meist eine ST-oder STE-kompatible Hardware voraus, ein TOS < 2.06 eingeschlossen, und von Neuentwicklungen gehobener Qualität hört und sieht man ausgesprochen wenig. Bei Spielefreaks dürfte demnach der ehedem als "Spielekiste" betitelte Atari einem Pentium PC gewichen sein. Als potentielle HADES-Besitzer bleiben die Atarianer, die ihn einfach nur wollen und die sogenannten "ernsthaften Anwender", also jene, die mit ihrem Atari Geld verdienen, verwalten oder sonst irgendwie produktiv tätig sind. Es ist nicht von der Hand zu weisen, daß es in dieser Gruppe eine ganze Reihe von Anwendern gibt, die das Computersystem bisher nur deshalb nicht gewechselt haben, weil sie den Aufwand für eine umfassende Neukonfiguration scheuen oder weil die benutzte Software nur auf Atari verfügbar ist. Doch nicht nur für diese Anwenderkreise dürfte es von Interesse sein zu erfahren, wie kompatibel der HADES zum Atari denn nun ist...

Vorbedingungen

Unsere Wunschvorstellung ist natürlich folgende: Festplatte und Peripherie wird von unserem TT entfernt und an den HADES angeschlossen. Danach läuft alles wie gewohnt, nur eben schneller. Deshalb zunächst eine Erläuterung, wie der HADES ausgestattet ist.

Technische Daten

Arbeitsspeicher:
4MB ST-und 16MB TT-Ram
Massenspeicher:
Nec Festplatte SCSI 1GB
Sony CD-Rom SCSI 2,4fach
Grafikkarte
Supernova, 2MB VRam, VME-Bus
Kommunikation:
Galaxy Modem 28800
Istec 1008 ISDN Tk-Anlage
Sonstiges: Mustec SCSI-Flachbettscanner

Untergebracht in einem Midi-Towergehäuse wartet unser Testkandidat mit folgenden Hardwaredaten auf:

Prozessor:
68040 32MHz extern / 64MHz intern
Arbeitsspeicher:
16MB ST Fastram
Massenspeicher:
Quantum-Fireball EIDE 1,3GB
Grafikkarte:
ET 4000,1MB Ram, PCI-Bus
ATI Mach 64.4MB VRam, ISA-Bus
Kommunikation:
wird vom TT übernommen Sonstiges:
stammt ebenfalls vom TT

Noch ein bis zwei Erläuterungen:

Da der HADES nicht zwischen ST-und TT-Ram unterscheidet, gibt es eigentlich nur ST-Ram. Die Geschwindigkeit dieses Arbeitsspeichers ist allerdings deutlich höher als die des Fastram im TT und wird beim Speichertest des HADES auch "Fastram" genannt, deshalb "ST-Fastram". Die Supernova-Grafikkarte in unserem TT ist ebenfalls eine ATI Mach 64 für den ISA-Bus. Im TT wird sie über eine Adapterplatine am VME-Bus betrieben. Im HADES sitzt also im wesentlichen die gleiche Grafikkarte, so daß uns sogar das gewohnte NOVA-VDI für Grafikkarten erhalten bleibt.

Der Umstieg

Da wir den TT als so eine Art "Universalmaschine" einsetzen, wird‘s softwareseitig schon etwas umfangreicher. Die Programmvielfalt wird erhöht durch den Umstand, daß einige Atarianer der Umgebung die Gelegenheit nutzen möchten, die von ihnen benutzten Programme einmal auf dem HADES laufen zu sehen. Solcherlei Ansinnen kommen wir gern entgegen, da wir auf diese Weise zusätzliche Informationen liefern können.

Nach der Installation der Programme und Stabilitätstest auf dem TT wenden wir uns dem Neuankömmling zu. Die Liste mit den getesteten Programmen verbannen wir an das Ende des Artikels.

Nicht nur aus Interesse, sondern auch aus Sicherheitsgründen ist der erste Griff nach Erhalt des HADES der zum Schraubendreher. Die Überprüfung auf vagabundierende ICs und aus dem Slot gerüttelte Steckkarten soll einem Elektrogau nach dem Einschalten Vorbeugen. Nach dem Öffnen des Gehäuses ist von der Hauptplatine nicht viel zu sehen. Die Sicht wird durch eine Reihe von Flachbandkabeln behindert, die die Hauplatine mit der Festplatte und den Schnittstellen verbinden.

Die Steckkarten, in unserem Fall zwei Grafikkarten, sind jedoch gut zugänglich.

An herausgeführten Schnittstellen verfügt unser "Testhades" über Modem 1 und 2, Drucker, Midi, Standard-PC-Tastatur, Maus/Joystick, ET 4000-Grafikkarte, Mach 64-Grafikkarte und SCSI.

Der externe SCSI-Anschluß ist als 50polige Mini-Sub-D Buchse ausgeführt, also Falcon-kompatibel, im Inneren stehen die bekannten 50poligen Buchsenleisten zu Verfügung. Zusätzlich zum SCSI-Bus verfügt der HADES intern noch über einen EIDE-Bus, der den Anschluß von maximal 2 Geräten zuläßt (so ist es auch beim PC). Da der HADES standardmäßig mit einer EIDE-Festplatte ausgerüstet ist, bleibt noch ein Anschluß für den Betrieb (beispielsweise) eines preisgünstigen CD-ROMs übrig.

Ein außerplanmäßiger Test mit einem Aztech 4fach-Speed ATAPI CD-ROM verlief positiv.

Die optische Kontrolle offenbart keinen Fehler, also gar nicht erst zuschrauben, sondern Monitor ’ran und einschalten.

Da der HADES seine Grafikausgaben automatisch auf einer ET 4000 PCI-Karte tätigt, soweit eine vorhanden ist, klemmen wir hier also zunächst einen 14-Zöller an.

Wie erwartet, gibt es keine Probleme. Mittels XB00T lassen sich bequem diverse Softwarekonfigurationen anwählen, unter anderem auch für den Betrieb mit der Mach 64. Beim Hochfahren des HADES fällt als erstes die ungewohnt hohe Festplattengeschwindigkeit auf. Die eingebaute Quantum Fireball legt ein geradezu sagenhaftes Tempo an den Tag. Offenbar ist es gelungen, durch Einsatz einer EIDE-Festplatte den Flaschenhals der TT-kompatiblen SCSI-Schnittstelle zu umschiffen, denn dort ist bei ca. 2 MB pro Sekunde Schluß.

Trotzdem wollen wir es genauer wissen und rücken dem HADES mit SC-Sl-Tools (Bild 1, Bild 2) auf den Leib. Das ist für die SCSI-Schnittstelle im TT das Ende der Fahnenstange. Den Messungen zufolge ist die Quantum-Platte ungefähr 60 % schneller als die in unseren TT eingebaute Nec. Da wir unserem Eindruck bezüglich der Festplattengeschwindigkeit des HADES einen höheren Stellenwert einräumen als einem Benchtest, entschließen wir uns dazu, die Daten von unserer Festplatte auf die HADES-Platte zu überspielen. Die mit ca. 700 MB gut "gefüllte" SC-Sl-Platte ist in weniger als 5 Minuten annähernd komplett auf die HADES-Festplatte kopiert. Leider gbt es in der Endphase der Kopieraktion ein Problem: Der Kobold meldet Lesefehler auf der SCSI-Festplatte. Da unsere Nec-Platte bisher noch keine Schwierigkeiten gemacht hatte, vermuten wir des Übels Wurzel in der SCSI-Schnittstelle des HADES. Dies und der Umstand, daß wir für den geplanten Test von Cubase und Notator einen Atari-kompatiblen Romport benötigen, rechtfertigen einen klärenden Anruf bei MW-electronic.

Bild 1: Die Leistung der Quantum Fireball Im HADES Überzeugt.
Bild 2: Das Ergebnis bleibt ein wenig hinter dem subjektiven Eindruck zurück.

Interview

Unser Ansprechpartner ist Herr Jürgen Methfessel.

US: Guten Tag, Herr Methfessel. Wir haben einige Fragen zu dem HADES.

JM: Nur zu!

US: Zunächst zu dem aktuellen Problem: Bei einer längeren Kopieraktion von unserer SCSI-Festplatte auf die Festplatte im HADES wurde die SCSI-Festplatte nach einer gewissen Zeit nicht mehr korrekt erkannt. Gibt es dafür eine Erklärung oder besser eine Lösung?

JM: Das Problem ist bekannt und eine Lösung dafür gibt es auch: Der SCSI-Controller wird zu warm, hier hilft vorübergehend ein Kühlkörper. Mit dem neuen TOS für den HADES ist das Problem abschließend behoben, da die Routinen für den SCSI-Betrieb überarbeitet wurden.

US: Uns fehlt am HADES ein Romport, um z. B. Sequenzersoftware laufen zu lassen. Cubase und Notator beispielsweise laufen nicht ohne Key.

JM: Einen Romport wird es geben, es ist eine Schnittstellenkarte in Arbeit, die sowohl einen Romport nach innen als auch einen nach außen hat.

Der herausgeführte Romport ist zudem gepuffert. Zunächst geht diese Karte aber an die entsprechenden Softwarehersteller wie Steinberg, Emagic usw., um die Funktionsfähigkeit zu gewährleisten.

US: Die Midi-Schnittstelle ist beim HADES als 9polige Sub-D-Buchse ausgeführt. Dies ist ungewöhnlich und wird bei Musikern sicherlich ein Kontaktproblem darstellen. Gibt es einen Adapter auf die gebräuchlichen öpoligen DIN-Buchsen?

JM: Einen solchen Adapter werden wir bei Bedarf liefern können, ich kann aber jetzt schon sagen, daß er nicht ganz billig sein wird.

US: Was heißt "nicht ganz billig"?

JM: Wir beziehen den Adapter ebenfalls von einem Dritthersteller, preislich bewegt sich das Ganze so zwischen vierzig und fünfzig Mark. Möglicherweise findet sich aber noch eine günstigere Lösung.

US: Wir bedanken uns für die Auskünfte.

Das wäre also geklärt. Auf das Aufkleben eines Kühlkörpers auf den SCSI-Controller verzichten wir, da er nach einer kurzen Ruhepause seinen Dienst wieder ohne Murren verrichtet. Für den Betrieb von CD-Rom und Scanner am SCSI-Port befürchten wir keine Probleme, da die Transferraten geringer sind.

Also frisch ans Werk und die Peripherie des TT an den HADES angeschlossen.

Das Gehäuse haben wir inzwischen wieder zugeschraubt. Nachdem auch der Großbildschirm angeschlossen ist, kommt der große Moment....

Wie gewünscht erscheint unser Desktop über die Mach 64 Grafikkarte auf dem 20" Monitor, das System scheint zu laufen. Doch nach einigen Minuten erste Probleme: Auf dem Großbildschirm stimmen die Farben nicht mehr, Augenblicke später ist gar nichts mehr zu sehen. Nach einigen Versuchen mit dem gleichen Ergebnis entschließen wir uns zu einem weiteren Anruf bei MW-electronic.

Interview

US: Guten Tag, wir haben Probleme mit der Mach 64. Offensichtlich gibt es da ein thermisches Problem, da die Karte nach einer gewissen Zeit nicht mehr zuverlässig arbeitet.

JM: Das wundert mich, wir haben mit diesen Karten keine Probleme. Irgendwie hört sich das nach einem Kontaktfehler an. Sehen Sie doch bitte noch einmal nach, ob die Karte richtig in ihrem Slot steckt. Eine andere Erklärung für den Fehler habe ich im Moment nicht.

US: Machen wir, vielen Dank.

Gesagt, getan. HADES noch einmal aufschrauben und Karte inspizieren.

Bild 4: Fehlerhaft ermittelte CPU-Werte beim HADES
Bild 5: Der Float Math auf dem TT bei 282 %, wie kommt denn das?

Da die Grafikkarte einwandfrei zu sitzen scheint, ziehen wir sie einmal heraus und stecken sie dann wieder an ihren Platz zurück. Siehe da, das Problem ist beseitigt. Nachdem wir unsere Auflösungsdateien in den AU-TO-Ordner kopiert haben, kann der "Langzeitversuch" beginnen.

Arbeiten auf dem HADES

Erst einmal werden die AUTO-Ordner-Programme, ACC’s und CPX-Module auf dem HADES so installiert, wie wir es von unserem TT her gewohnt sind. Danach noch EASE als Autostartprogramm angemeldet, fertig und RESET.

Ohne Mucken läuft der HADES hoch und nach wenigen Augenblicken sehen wir auf dem Monitor unseren vertrauten Desktop. Ganz so einfach hatten wir uns die Sache nun doch nicht vorgestellt, deshalb starten wir zur Probe einmal alle Programme, die so auf dem Desktop "herumliegen". Alle scheinen einwandfrei zu arbeiten, zu unserer Verblüffung sogar das betagte "Arabesque Pro". Dieses Programm läuft, wie eine Reihe anderer Atari-Programme auch, nur in monochrom. Durch "Reswitch.Prg" im AU-TO-Ordner (gehört zum Lieferumfang der NOVA-Grafikkarten) wird die Auflösung beim Programmstart nach Wunsch automatisch umgeschaltet. Ein solcher Auflösungswechsel ohne Reset erfordert einen tiefen Eingriff in das AES. Daß das auch auf dem HADES funktioniert, bestärkt uns in der Vermutung, daß uns im Verlauf dieses Tests keine größeren Probleme erwarten.

Für Programme, die sich nicht mit dem Vorhandensein eines Datenoder Instruction Cache anfreunden können, bietet der HADES eine Reihe von Konfigurationsmöglichkeiten.

Das Ein- bzw. Ausschalten der Caches kann programmspezifisch in einer ASCII-Datei festgelegt oder nach Bedarf über ein ACC der "HADES-Cache Verwaltung" geregelt werden. Die Caches sollten nach Möglichkeit eingeschaltet bleiben, damit der HADES seine volle Leistung entfalten kann. Bei Programmen, die partout nicht mit einem Cache-Speicher Zusammenarbeiten wollen, bleibt wohl kein anderer Weg, als mit angezogener Handbremse zu fahren. In unserem Fall war eine Änderung der vorinstallierten Cache-Verwaltung nicht vonnöten. Bis auf wenige Ausnahmen liefen alle Programme wie gewünscht ohne Konfigurationsaufwand und deutlich schneller als gewohnt. Wie groß der Geschwindigkeitszuwachs ist, hängt sicherlich auch vom verwendeten Programm ab. Eine Textverarbeitung beispielsweise läßt sich wahrscheinlich durch Erlernen des 10-Finger-Systems eher beschleunigen als durch den HADES, sobald aber größere Datenmengen eine Rolle spielen oder komplexe Berechnungen anstehen, hängt die Arbeitsgeschwindigkeit im wesentlichen von der Systemleistung ab. Diese Systemleistung läßt sich grob mit einem Benchprogramm ermitteln. Wir haben uns hier für das recht etablierte "Gembench" in der Version 4.03 entschieden und den HADES mit dem TT verglichen.

An den beiden Screenshots erkennt man deutlich, daß der HADES (Bild 4) bei den Display-Operationen immer so um den Faktor drei schneller ist als der TT (Bild 5). Eigenartig kommen uns allerdings die Meßwerte der CPU-Leistung vor. Während unserem TT hier eine unglaubliche Leistungsfähigkeit bei der Fließkommaberechnung bescheinigt wird, sieht der HADES eher blaß aus. Um der Sache auf den Grund zu gehen, lassen wir die beiden Rechner einmal ein bißchen rechnen und nehmen die Zeiten mit der Stoppuhr. Das Ergebnis fällt aus wie erwartet: Der HADES 68040 rechnet ungefähr mit der dreifachen Geschwindigkeit unseres TT. Nach Klärung dieses Sachverhaltes wenden wir uns wieder dem Tagesgeschäft zu. Von allen normalerweise benutzten Programmen mußten wir lediglich zwei durch andere bzw. andere Versionen ersetzen. Dabei handelt es sich zum einen um die Bürosoftware "FIRST MILLION" in der Version 4.0. Wir mußten auf eine ältere Version zurückgreifen, da sich die aktuelle mit einer "illegal instruction" verabschiedete. Hier bemüht sich die Firma "Softbär" bereits um Abhilfe.

Zum anderen gab es Ärger mit dem Terminalprogramm "Rufus". Das Programm läuft eigentlich, aber sobald eine Verbindung zum Modem hergestellt werden soll, gibt es die schon von FIRST MILLION bekannte Fehlermeldung.

Bild 3: Die Caches haben großen Einfluß auf die Arbeitsgeschwindigkeit.

Ein weiteres Problem stellen offensichtlich Installationsdisketten mit Kopierschutz dar. Im HADES wird ein anderer Floppycontroller eingesetzt als in den Atari-Rechnern, so daß Disketten mit irgendwelchen "wilden" Formaten oder Kopierschutztricks auf dem HADES oft nicht verwendet werden können.

Die Installation von "Score Perfect 3.0" beispielsweise schlug aus eben diesem Grunde fehl. Hier ist ein Kopierschutz auf der Installationsdiskette, der eine Installation des Programmes auf dem HADES vereitelt. In so einem Fall sollte man sich an den Softwarehersteller wenden. Ansonsten ist über die Arbeit auf dem HADES ausgesprochen wenig zu berichten, da es wenig Schwierigkeiten gibt.

Abschließend setzten wir uns zur Klärung der "Rufus-Problematik“ noch einmal mit Herrn Methfessel von MW-electronic in Verbindung, vielleicht ist ja auch einiges über geplante Entwicklungen zu erfahren.

Interview

US: Unter Rufus bei Benutzung der Modem 2 Schnittstelle des HADES stürzt das Programm ab und wir erhalten die Fehlermeldung "illegal instuction". Bei Connect z. B. trat dieser Fehler nicht auf. Kann man davon ausgehen, daß in solchen Fällen das Programm fehlerhaft arbeitet oder ist die Schnittstelle schuld?

JM: In diesem Fall ist die Modem 2 Schnittstelle des HADES nicht ganz unschuldig daran. Aber der Fehler ist ebenfalls im neuen TOS behoben und nach Auslieferung werden Rufus-Benutzer auch Modem 2 problemlos nutzen können.

Mit Modem 1 gab es auch mit Rufus bisher kein Problem.

US: Wo wir schon (wieder) einmal miteinander sprechen: In diesem HADES stecken nun zwei Grafikkarten, damit sind ein ISA- und ein PCI-Slot belegt. Wir haben also noch einen freien ISA- und drei freie PCI-Slots. Jetzt wird natürlich der Wunsch wach, diese freien Steckplätze zum Betrieb von PC-Karten zu nutzen. Wir denken da zum Beispiel an eine Soundkarte oder ISDN-Karte. Laufen zur Zeit irgendwelche Projekte, die eine bessere Ausnutzung der Möglichkeiten des HADES erlauben?

JM: Da läuft schon etwas, zum Beispiel ist jetzt die Treibersoftware für die Mach 64 VRam PCI fertig, damit läuft das Blitting ca. 100 % schneller, außerdem wird an einer Ethernetkarte für den HADES gearbeitet. Aber ich möchte jetzt keine vollmundigen Vorankündigungen machen.

In jedem Fall ist es so, daß mit dem HADES eine Hardware verfügbar ist, die große Möglichkeiten bietet. Jetzt sind eigentlich die Programmierer an der Reihe, diese Möglichkeiten auszuschöpfen.

US: Aber dazu muß ein Programmierer erst einmal einen HADES haben, richtig?

JM: Falls ein vielversprechendes Softwareprojekt für den HADES realisiert werden soll, sind wir unter Umständen durchaus bereit, einen Rechner zur Verfügung zu stellen.

US: Der HADES ist auch in einer Version mit 68060 Prozessor erhältlich. Kann man diesen Prozessor auch nachrüsten?

JM: Der 68040 und der 68060 sind zueinander pinkompatibel. Man muß also nur die Prozessoren austauschen und die Spannungsversorgung von 5 Volt auf 3,3 Volt ändern. Zu diesem Zweck gbt es auf der Hauptplatine eine Lötbrücke, die entsprechend umgelötet werden muß.

US: Bringt der 68060 so viel mehr als der 68040?

JM: Der 68060 legt gegenüber dem 68040 noch einmal ungefähr das Dreifache an Rechenleistung drauf. Das macht sich auch im Alltagsbetrieb durchaus bemerkbar, erst recht, wenn Rechenleistung gefordert ist wie bei Belichtungen oder Raytracing.

Fazit

Unser Umstieg auf den HADES war leider zeitlich begrenzt. Mittlerweile haben wir die freundliche Leihgabe wieder zurückgeschickt. In jedem Fall hat dieser Test deutlich gezeigt, daß der HADES einen bequemen Weg zu mehr Leistung darstellt. Der schon länger zurückliegende Einbau einer Grafikkarte in den TT hatte seinerzeit deutlich höhere "Konfigurati-onswellen" geschlagen. Für den zunächst recht hoch wirkenden Preis bekommt man einiges geboten, was bei einem PC nachzurüsten wäre. Midi, Local Talk und SCSI sind bei jedem PC extra zu bezahlen. Und die Möglichkeit, den Arbeitsspeicher on-board auf bis zu 1 Gigabyte aufzurüsten, ist "auch nicht schlecht".

Uns jedenfalls hat der HADES überzeugt und steht ab sofort auf unserer Wunschliste ganz oben.

US

Preis:
3.675,- DM bzw. 2.769,- SFR

Bezugsquelle:

PLZ 10000 - 59999
MW electronic
Heisterbacher Str. 96
53639 Königswinter

PLZ 60000 - 09999
carasys Obere Lauenfahrt 6
66121 Saarbrücken

Österreich & Schweiz
Fredi Aschwanden
Medusa Computer Systems
Buchhaldenstr. 16
CH-8610 Uster

In der kommenden Ausgabe veröffentlichen wir eine Liste der von uns getesteten ATARI-Programme, die einwandfrei liefen.



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