Bücher - SCSI-Hardware

SCSI-Hardware
Kai Korbel

Wer heutzutage eine nackte SCSI-Festplatte kauft, um damit seinen TT oder Mega STE aufzurüsten, sollte sich auf einiges gefaßt machen. Begriffe wie Terminatoren, SCSI-ID und Parity stürmen auf den Käufer ein, und auch das manchen Festplatten beiliegende, meist fotokopierte Blatt mit den technischen Daten gibt nicht immer die nötige Auskunft. So ergibt sich der Käufer dann seinem Schicksal und geht mit seiner Festplatte zum Fachhändler, der ihm diese (da sie ja oft nicht bei ihm gekauft wurde) für teures Geld in den Computer einbaut.

Genau an dieser Stelle setzt das Buch "SCSI-Hardware" von Kai Korbel an. Geschrieben im Auftrag der Firma Alternate, eines bekannten Versandhändlers für SCSI-Produkte, erklärt es im ersten Teil in kleinen, verständlichen Schritten die Eigenheiten des SCSI-Busses, der ja auch in den neueren Rechnern der ATARI-SErie bzw. jenseits des Host-Adapters zu finden ist. Dabei setzt der Autor kein besonderes Wissen voraus, sondern erklärt in allgemeinverständlichem Ton alle Begriffe, die im Laufe eines Festplattenlebens auf den Benutzer zukommen werden, selbst der Begriff Festplatte an sich wird im ersten Kapitel erklärt und mit mehreren Grafiken anschaulich dargestellt. Sehr schön ist, daß der Autor bei den einzelnen Begriffen auf die Eigenheiten der verschiedenen Rechnersysteme, außer auf die der obligatorischen PC-Kompatiblen auch auf die der ATARI-, Amiga- und Macintosh-Computer, eingeht. So wird im Kapitel über die Paritätsprüfung korrekt darauf hingewiesen, daß bei verschiedenen ATARI-Host-Adaptern die Paritätsprüfung seitens der Festplatte abgeschaltet werden muß, weil die entsprechenden Geräte ein Erzeugen de s dafür notwendigen Signals nicht unterstützen. Allerdings beschränkt sich der Autor bei seinen Erläuterungen auf diesem Gebiet ausschließlich auf HostAdapter der Firma ICD, da diese als einzige im Lieferprogramm der Firma Alternate zu finden sind. Hier wäre ein wenig mehr Auswahl wünschenswert gewesen (besonders hinsichtlich des ATARI- Host-Adapters im Mega STE, der auch Probleme mit der Erzeugung des Paritätssignals hat). Sehr umfangreich wird dann auch die Installation eines Host-Adapters, des ICD The Link, an Rechner der ATARI-ST Serie beschrieben. Auch hier geizt der Autor nicht mit für Einsteiger lebenswichtigen, für den Profi aber manchmal überflüssigen Tips. Wer sich genau an die Beschreibung hält, wird beim Installieren der Software keinesfalls Schiffbruch erlei den. Ebenfalls eingegangen wird auf andere ICD-Host-Adapter sowie auf den ATARI TT, nicht aber auf die neuen ATARI-Kompatiblen wie Medusa oder Eagle. Das Kapitel über Macintosh- Computer wird zudem alle Besitzer von Magicmac interessieren, jedoch wird hier noch nicht auf diesen Emulator eingegangen, da er erst weit nach Drucklegung des Buchs erschienen ist.

Im zweiten Teil finden sich dann die Angaben, die eher auf den Bastler unter den Computerbenutzern abzielen. Eine Übersicht über die SCSI-Gehäuse der Firma Alternate zusammen mit einer detaillierten und bebilderten Einbauanleitung für Festplatten in ein solches Gehäuse bilden die Einleitung, bevor es wirklich ans Eingemachte geht: Die wichtigsten technischen Daten von rund 85 SCSI-Geräten, Festplatten, CD-ROMs und DAT-Streamern finden sich in diesem Abschnitt des Buchs. Anhand eines schematischen Modells werden die Lage der einzelnen Jumper und deren Bedeutung sowie die Bezeichnung aller Anschlüsse verdeutlicht. Hinzu kommt, daß zu jedem Gerät gesondert angegeben ist, ob mit den verschiedenen Computersystemen irgendwelche Probleme zu erwarten sind. Insbesondere wird erwähnt, wenn es sich um ein reines SCSI-II-Gerät handelt (wie z.B. das Pioneer DRU 104X CD-ROM), das somit nicht an ATARI-Computer angeschlossen werden kann, oder ob die Paritätsprüfung nur per Software abschaltbar ist und somit Probleme mit einigen SCSI-Host-Adaptern zu erwarten sind.

Optisch hingegen ist das Buch kein besonderer Leckerbissen, dafür aber extrem praktisch in der Handhabung: Statt in gebundener Form, wird das Buch als eine Art Loseblattsammlung geliefert, die sich in einem gängigen Ringbuch wiederfindet. Dies hat den Vorteil, daß bei Fehlern oder neuen Festplatten nicht das ganze Buch ausgetauscht werden muß, sondern nur einige Seiten. Dadurch ist es auch problemlos möglich, das Buch mit neuen Gerätebeschreibungen zu erweitern, die der Autor zweimal im Jahr veröffentlichen möchte. Insgesamt kann man dem Buch bescheinigen, daß es sein Geld durchaus wert ist: Wer öfters mit Festplatten hantiert oder aber sicher gehen will, daß die angepeilte Festplatte problemlos mit dem eigenen ATARI zusammenarbeitet, dem sei es wärmstens ans Herz gelegt.

Mit einem Preis von 39.95 DM ist es auch für jedermann erschwinglich.

Bezugsquelle:
WAVE Computer
Südanlage 20
35390 Gießen


D. Johannwerner
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