Achter mit Steuermann: Neun Turbo-Boards für ATARI-STs

Bestimmend für die Leistungsfähigkeit eines Computers sind neben vielen anderen Dingen heutzutage besonders 2 Faktoren: zum einen der verfügbare Arbeitsspeicher (RAM), zum anderen die Geschwindigkeit (Taktfrequenz) des verwendeten Microprozessors. Längst ist der Computerinteressierte an Zahlen wie 16-, 25- oder gar 32 MHz Taktfrequenz gewöhnt. Doch wie aussagekräftig sind solche Werte eigentlich? Was bringen sie tatsächlich an sichtbarer Geschwindigkeit?

Eigentlich war es schon eine Sensation, als 1985 der ATARI-ST vorgestellt wurde. Erstmals wurde ein Motorola-68000-Prozessor in einem Computer zu zivilen Preisen für die Allgemeinheit zugänglich gemacht. Seine Taktfrequenz von 8 MHz war zudem doppelt so hoch wie die der bisherigen Personal-Computer. Die Entwicklung blieb aber nicht stehen, schnell holten andere Hersteller auf - die Microchip-Industrie ermöglichte durch neue Fertigungsmethoden immer schnellere Prozessoren, immer höhere Taktfrequenzen. Auch Motorola zog bald mit den 12- bzw. 16-MHz Versionen der 68000er-Serie nach. Doch Taktfrequenz ist nicht alles. Es kommt auch besonders auf die interne Struktur eines Prozessors an, um dessen Leistungsfähigkeit zu steigern. Auch hier wurde ganze Arbeit geleistet. Die 68020-CPU hatte bereits einen eigenen internen Cache-Speicher und war mit einer wesentlich schnelleren Logik zum Verschieben von Bits ausgestattet. Mit dem 68030 kehrte dann auch echtes 32-Bit-Geflüster in die ATARI-Computer ein. Vier Bytes kann dieser Prozessor in einem einzigen Buszyklus über 32 Leitungen aus seinem Speicher holen und wieder zurückschreiben. So ist es kaum verwunderlich, daß die neuen Prozessorgenerationen teilweise um den Faktor 10 (und mehr) schneller sind als ihre Vorgänger. Doch der Schlauch zieht sich langsam zu. Irgendwo wird es eine natürliche Grenze geben, die nicht so einfach überwunden werden kann. Doch auf dem Weg dorthin wird es sicherlich noch so manche spektakuläre Neuentwicklung zu bewundern geben. Auch die guten alten ATARI-Computer sind dieser Entwicklung gefolgt. Sei es die neue Rechnergeneration, die ATARI selbst ins Leben gerufen hat (ATARI-TT), oder die diversen Fremdhersteller, die sich durch nichts abschrecken ließen und immer komplexere Beschleuniger-Karten für die ST-Serie entwickelten. Einige der Turbo-Boards für ATARI-STs wollen wir in diesem Testbericht vorstellen. Es handelt sich um die Geräte:

Obwohl die grundsätzliche Arbeitsweise dieser Hardware-Erweiterungen mehr oder weniger identisch ist, hat jede bestimmte Eigen- und Besonderheiten zu bieten, auf die wir in den einzelnen Testberichten besonders eingehen wollen.

Wichtig ist noch die Erwähnung unserer Test- und Meßverfahren. Es ist nicht einfach, wirklich objektive Testprogramme zu finden. Letztlich spielen viele andere Faktoren, wie z.B. Verwendung eines Großbildschirmes mit Grafikkarte usw. eine entscheidende Rolle. Unsere Meßumgebung bestand aus folgenden Geräten:

Zusätzlich wurden alle Turbokarten auch noch in einen ATARI -520-ST+eingesetzt, um zu testen, wie die Geräte mit dieser schon recht angegrauten ATARI-Hardware zurechtkommen. Als Geschwindigkeitstestprogramme wurden eingesetzt:

Die Aussagekraft des QuickIndex-Programmes ist bekanntlich umstritten. Allerdings erfreut sich dieses Programm einer sehr weiten Verbreitung und bietet damit vielen unserer Leser die Möglichkeit, die Testergebnisse mit ihren eigenen Konfigurationen zu vergleichen. Der Dhrystone-Benchmark gibt wohl am genauesten Auskunft über die interne CPU-Performance. GEM-Test eignet sich am besten, um einen Überblick über die VDI-Geschwindigkeit, also die Bildschirmausgabe, zu bekommen. Eine Geschwindigkeitssteigerung kann man hier wirklich gut beobachten. Alle Tests zusammen sollten also einem Praxistest aus dem täglichen Leben am nächsten kommen.

Einbau

Ausnahmslos alle Beschleunigerkarten werden anstelle des Originalprozessors eingesetzt. Dieser muß also zuvor entfernt und durch einen Sockel ersetzt werden. Leider ist dies die einzige Möglichkeit, solche Erweiterungen einzusetzen, da verständlicherweise nicht zwei Prozessoren gleichzeitig auf die restliche Hardware des Computers zugreifen können. Bei der hardwaremäßigen Realisierung der Cache-Abschaltung scheiden sich aber dann die Geister. Populär ist die Methode, ein nicht benutztes Bit des im Soundchip enthaltenen I/O-Ports als Umschaltimpuls zu benutzen. Dazu muß der Anwender allerdings ein zusätzliches Kabel vom Soundchip zum Turbo-Board ziehen. Dies geht nicht ohne Lötarbeit ab und verhindert zudem den raschen Ausbau des Gerätes. Andere Hersteller bewerkstelligen dies auf eine andere Art und Weise. Ein zusätzliches Kabel wird dabei nicht benötigt. Allerdings ist dann für den Anwender nicht dokumentiert, wie er die Umschaltung aus eigenen Programmen selbst vornehmen kann. Schließlich gibt es auch noch die „brutale“ Methode, den Cache über einen ganz gewöhnlichen Schalter ein- und auszuschalten. Dies mag vielleicht ganz praktisch sein, jedoch hat es sich gezeigt, daß das Prellen eines solchen Schalters fast immer einen Absturz des Systems nach sich zieht.

Neues TOS?

Bei den Turbokarten mit 68020- bzw. 68030-CPU treten weitere Schwierigkeiten auf. Das TOS des ATARI ist bis einschließlich Version 1.04 nicht für diese Prozessoren geeignet. Dies liegt an der geänderten internen Struktur dieser CPUs gegenüber dem 68000er. Seit TOS 1.06, das in den ATARI-1040-STEs zum Einsatz kommt, hat man dem allerdings Abhilfe geschaffen. Glücklicherweise hat ATARI den Herstellern solcher Speederboards erlaubt. TOS-Derivate auf ihren Geräten mitzuliefern, solange von der Hardware her sichergestellt ist, daß diese TOS-Versionen nicht ohne das entsprechende Turbo-Board lauffähig sind. So findet man auf einigen Turbo-Boards mit 68020-Prozessor ein gepatchtes TOS 1.06 oder ein modifiziertes KAOS-TOS, das ja bekanntlich auf dem TOS 1.04 beruht.

Typische Probleme mit Turbokarten

Bei allen Tests, die sich auf die Bildschirmausgabe beziehen, wurde sowohl mit als auch ohne installierten NVDI gemessen. NVDI ist ein Software-Beschleuniger, der das komplette VDI (Virtual Device Interface) des TOS durch hochoptimierte Assembler-Routinen ersetzt. Dadurch erfährt das System zumindest bei der Bildschirmausgabe eine so hohe Beschleunigung, wie sie mit Turbokarten allein nicht zu erreichen wäre. Alle grafischen Auswertungen beziehen sich aber auf die Ergebnisse ohne NVDI oder sonstige Software-Beschleuniger; hier zählt nur die „nackte Performance“.

Das Blitter-Problem

Leider sind nur wenige Karten in der Lage, mit eingeschaltetem Blitter zusammenzuarbeiten. Dies liegt daran, daß der Blitter ein DMA-Gerät ist, also auf den Speicher zugreifen kann, ohne dazu die CPU zu benötigen. Das geänderte Timing-Verhalten durch Turbokarten kann dabei allerdings zu Problemen führen. Da dies aber vom Einzelfall abhängig ist, kann es durchaus sein, daß der ein oder andere Beschleuniger, der bei unserem Test die Zusammenarbeit mit dem Blitterchip verweigerte, auf anderen ATARI-Geräten problemlos arbeitet.

Als weiteres Problem stellte sich der Zugriff auf die ROMs/EPROMs des Betriebssystems dar. Um hier die besten Resultate zu erzielen wird offensichtlich (teilweise) mit nicht ganz sauberen Mitteln gearbeitet. Einige Beschleunigerkarten werten wohl die Leitungen Data-Transfer Acknowledge und Adress-Strobe nicht korrekt aus, so daß die CPU schon dann mit den Daten arbeitet, bevor sie vom Bus her gültig sind. Dies kann bei langsamen ROMs bzw. EPROMs dazu führen, daß das System scheinbar völlig unbegründet abstürzt. Abhilfe kann hier die Verwendung von schnelleren EPROMs schaffen. Aber auch dies ist vom Einzelfall abhängig und kann nicht allgemeingültig gesagt werden.

Wo wir gerade beim Thema TOS sind: Seit ATARI das TOS 2.06 für alle STs freigegeben hat, erlangt diese Version des Betriebssystems eine immer größere Verbreitung. Turbokarten, die kein spezielles TOS benötigen, sollten auch mit der Version 2.06 des ATARI-TOS klarkommen. Wir haben dies getestet und festgestellt, daß zwar die Funktionalität gegeben ist, jedoch die Performance bei Betriebssystemaufrufen wesentlich geringer ausfällt, als mit älteren TOS-Versionen. Eine Nachfrage ergab, daß zwar alle Beschleuniger-Boards das Betriebssystem schneller ansprechen können, die meisten aber davon ausgehen, daß sich das TOS ab Adresse SFC0000 im Speicher befindet und daher fest auf diese Adresse eingestellt sind. Das TOS 2.06 liegt aber ab Adresse $E00000. Aus diesem Grund kann der Geschwindigkeitsvorteil nicht genutzt werden. Lediglich ein Vertreter aus unserer Testmannschaft (HyperCACHE-Turbo-plus) bietet die Möglichkeit, durch eine Lötbrücke (bzw. Jumper) die Adresse zu ändern.

Unter TOS 1.04 stellt sich ein zusätzliches, wenn auch kleines Problem ein. Die Formatierfunktion des Desktops scheint bei gewissen Timeout-Abfragen mit Zeitschleifen statt Hardwaretimern zu arbeiten. Diese Schleifen laufen mit Turbokarten natürlich wesentlich eher ab. so daß es mit fast allen Boards nicht möglich ist, vom Desktop aus Disketten zu formatieren. Natürlich kann man bei den meisten Geräten den Cache softwaremäßig abschalten und die Taktfrequenz auf 8 MHz heruntersetzen dies hilft zwar, ist aber recht lästig.

HyperCACHE-Turbo-plus - GE-Soft

Dies ist die Weiterentwicklung des beinahe schon als Klassiker zu bezeichnenden Gerätes von proVME. Mittlerweile hat die Firma GE-Soft sowohl den Vertrieb als auch die technische Weiterentwicklung dieses Produktes übernommen. Laut Auskunft der Firma GE-Soft wird in Kürze eine komplett überarbeitete Version des Gerätes erscheinen. Es wird aber von den Leistungsdaten (um die es hier ja hauptsächlich geht) mit dem alten, uns zum Test vorliegenden Gerät identisch sein. Zusätzlich wird aber eine Anpassung an das TOS 2.06 vorgenommen sein, so daß der Cache wie beim Mega-STE über das Kontrollfeld ein- und ausgeschaltet werden kann. Da uns aber dieses neue Gerät noch nicht zum Test vorlag, beziehen sich alle weiteren Angaben auf den bislang im Handel erhältlichen HyperCACHE-Turbo-plus.

Die GE-Soft-Karte arbeitet mit einer 16-MHz-68000er-CPU im quadratischen PLCC-Gehäuse. Dies unterscheidet sie von allen anderen Turbokarten, die mit einer normalen 68000er-CPLT ausgerüstet sind. Dadurch konnte die Platine erfreulich klein gehalten werden. Gerade in 1040-ST-Computern spielt das Platzproblem eine große Rolle, da es Motherboards gibt, bei denen der Prozessor unterhalb der Tastatur liegt. Der HyperCACHE-Turbo-plus paßt auch in diesem Fall gerade noch hinein.

Bei der uns vorliegenden Version des HyperCACHE-Turbo-plus wird zur Cache-Abschaltung das besagte Soundchip-Bit benutzt. GE-Soft liefert dazu neben einigen Testprogrammen auch ein Utility zum Aus- und Einschalten des Caches per Tastenkombination aus jeder Applikation mit. Als Besonderheit kann man den Cache und die Taktfrequenz (8/16 MHz) getrennt voneinander schalten. So ist es möglich, den Prozessor mit 16 MHz, aber ohne Cache zu betreiben. Falls es Programme geben sollte, die nicht mit dem Cache zurechtkommen, kann man wenigstens die CPU noch schneller laufen lassen. Allerdings ist dann kaum noch eine erhöhte Geschwindigkeit spürbar. Die neue Version des HyperCACHE-Turbo-plus wird zur Umschaltung allerdings ein Register benutzen, das zudem kompatibel zum Mega-STE sein wird. Damit kann man den Cache auch aus dem neuen ATARI Kontrollfeld Xcontro) aus- und einschalten.

Das Handbuch ist zwar recht ausführlich, aber nicht besonders üppig bebildert. Zudem gehen einige Zeichnungen noch von älteren Modellen des HyperCACHE aus, was teilweise zu Verwirrung führen kann. GE-Soft hat uns aber versichert, daß mit der neuen Hardware auch ein neues Handbuch ausgeliefert wird.

Kompatibilität

Probleme gab es mit dem HyperCACHE-Turbo-plus kaum. Selbst Tempus, das normalerweise Schwierigkeiten mit CPU-Caches hat, läuft einwandfrei. Das oben schon angesprochene Problem beim Diskettenformatieren vom Desktop aus (unter TOS 1.04) trat hier allerdings auf. Da heißt es: Cache abschalten. Auch mit dem Blitter wollte unser Testgerät nicht Zusammenarbeiten. Dies sei aber, O-Ton GE-Soft: „ein Problem mit einer bestimmten Serie von Blitterchips". Mit deaktiviertem Blitter gab es keine weiteren Probleme.

Die Meßwerte zeigen, daß der HyperCACHE-Turbo-plus sich gegenüber den Konkurrenten gut behaupten kann. Für 298,-DM liegt er preislich sogar günstiger als manch einer seiner Mitbewerber. Sobald uns die neue, überarbeitet Version von GE-Soft vorliegt, werden wir darüber berichten. GE-Soft hat uns allerdings schon einige Features der neuen Version mitgeteilt. Sie wird auch für den ATARI-1040-STE als Stecklösung erhältlich sein. Zudem kann das TOS 2.06 mit der Extension-Card von Artifex direkt auf den neuen HyperCACHE gesteckt werden.

HyperCACHE Turbo Plus GE-Soft


* Betriebssystem : TOS 1.04 vom 06.04.1989 * Referenzsystem : TOS 1.04 * CPU 3 : M68000 normal NVDI Textausgabe 186 % 1467 % Linien 174 % 508 % Rechtecke 173 % 576 % Polygone 192 % 359 % Kreise/Ellipsen 196 % 673 % Rasteroperationen 174 % 404 % Attributfunktionen 141 % 59 % Auskunftsfunktionen 143 % 610 % ESCAPES 154 % 397 % BIOS-Ausgabe 153 % 301 % GEMDOS-Ausgabe 153 % 994 % AES-Objekt-Ausgabe 168 % 476 % FaST-Benchmark dhrystone-a: 2163,46 170,64% dhrystone-b: 1935,57 175,30% savage: 57,13 193,41% Speed-Test(s) normal NVDI BIOS paging 14,880 6,115 BIOS scrolling 41,595 28,120 GEMDOS paging 28,870 2,855 GEMDOS scrolling 55,625 24,855

+ PLCC-Prozessor gesockelt
+ günstiger Preis + für TOS 2.06 vorbereitet
- Blitter-Problem

Bezugsquelle:
GE-Soft
Habsburger Straße 13
W-5216 Niederkassel-Rheidt

AdSpeed ST - ICD

Noch kleiner als der Konkurrent von GE-Soft präsentiert sieh der AdSpeed aus dem Hause der amerikanischen Firma ICD. Die Amerikaner, die sich einen recht guten Namen mit ihren SCSI-Host-Adaptern gemacht haben, vollbrachten tasächlich das Kunststück, die ganze Hardware auf einem Platz., der nur wenig größer als die normale 68000er-CPU ist, unterzubringen. Lediglich in der Höhe überragt der AdSpeed eine normale CPU um einige Millimeter. Verständlicherweise gibt es mit dem AdSpeed überhaupt keine Platzprobleme. Ein zusätzliches Kabel zur Cache-Abschaltung braucht ebenfalls nicht verlegt zu werden. ICD bedient sich einer anderen Methode (Hardware-Register) und liefert sowohl ein Programm für den AUTO-Ordner als auch ein Accessory und ein CPX-Modul mit. mit denen man die Umschaltung softwaremäßig vornehmen kann. Mit zum Lieferumfang gehören außerdem der Software-Beschleuniger Quick ST und Q-Index.

Blitter erwünscht

AdSpeed ist eines der wenigen Geräte, das den Blitter voll unterstützt. Abstürze waren nicht zu provozieren, auch ein Performance-Verlust bei eingeschaltetem Blitter ist nicht zu spüren, wie die Meßwerte belegen. Leider läßt sich das Gerät nicht für TOS 2.06 umkonfigurieren, wer also die TOS-Erweiterung von Artifex benutzt, wird gewisse (wenn auch sehr geringe) Geschwindigkeitseinbußen hinnehmen müssen.

ICD bietet eine spezielle Version des AdSpeed für 1040-STEs an, so daß auch Besitzer dieser Geräte in den Genuß eines 16 MHz-schnellen Prozessors kommen können. Die Geschwindigkeitsresultate können sich sehen lassen. Überhaupt sind die Unterschiede zwischen den 16-MHz-68000er-Karten bezüglich der Beschleunigung sehr gering. Jeder Hersteller scheint also das beste machbare Ergebnis erzielt zu haben.

Kompatibilität

Der ICD-AdSpeed zeigte sich als sehr verträglich. Keines der von uns verwendeten Programme versagte seinen Dienst. Selbst den Dauereinsatz von mehreren Tagen in einem Mailbox-Rechner überstand das Gerät ohne Absturz. Auch zu Grafikerweiterungen (PixelWonder, MGE) hatte der AdSpeed ein gutes Verhältnis. Probleme traten nicht auf.

Den einzigen Anlaß zur Kritik bietet das Handbuch. Es ist zwar ausführlich geschrieben, enthält aber kein einziges Bild und ist, was erschwerend hinzukommt, komplett in Englisch gehalten. Man arbeitet bei ICD aber bereits an einer deutschen Übersetzung.

Preis-Leistung

Der Preis von 428,- DM liegt zwar etwas höher als die Angebote der Mitbewerber, kann aber durchaus als gerechtfertigt angesehen werden. Das Modell für den ATARI 1040STE kann für 528.-DM erworben werden und bietet zudem auch einen Sockel für den beliebten mathematischen Coprozessor.

AdSpeed ST-ICD


* Betriebssystem TOS 1.04 vom 06.04.1989 * Referenzsystem TOS 1.04 * CPU M68000 normal Blitter NVDI Textausgabe 185 % 317 % 1417 % Linien 174 % 274 % 469 % Rechtecke 173 % 628 % 575 % Polygone 192 % 208 % 358 % Kreise/Ellipsen 196 % 199 % 671 % Rasteroperationen 174 % 788 % 403 % Attributfunktionen 141 % 141 % 858 % Auskunftsfunktionen 143 % 143 % 610 % ESCAPES 154 % 174 % 394 % BIOS-Ausgabe 152 % 168 % 299 % GEMDOS-Ausgabe 153 % 164 % 992 % AES-Objekt-Ausgabe 168 % 212 % 467 % FaST-Benchmark dhrystone-a: 2142,86 169,02% dhrystone-b: 1918,98 173,61% savage: 57,28 192,90% Speed-Test(s) normal NVDI BIOS paging 14,940 6,180 BIOS scrolling 41,650 28,230 GEMDOS paging 28,920 2,860 GEMDOS scrolling 55,710 24,910

+ extrem geringe Abmessungen + hohe Kompatibilität + auch für STEs erhältlich - englisches Handbuch

Bezugsquelle:
ICD-Europe GmbH
Am Goldberg 9
W-6056 Heusenstamm

HBS-240 Heyer & Neumann

Mit dem HBS-240, den uns freundlicherweise die Firma Roskothen & Eckstein aus Aachen zur Verfügung stellte, ist ein weiterer Vertreter der 16 MHz-68000er-Turbo-Boards in unserem Test zugegen. Auf den ersten Blick sieht man. daß hier solide, gute alte TTL-Technik angewandt wurde. Sind die meisten der von uns getesteten Geräte in SMD-Technik aufgebaut (Bauteile sind auf die Oberfläche der Platine aufgelötet), hat sich die Firma Heyer & Neumann entschlossen, das gesamte Board in konventioneller Bauweise herzustellen Das hat den Vorteil, daß die Herstellungskosten sehr gering gehalten werden können. Dies wird allerdings durch eine verhältnismäßig große Bauform erkauft. Bei einigen 1040-ST-Computern (je nach Position der CPU auf dem Motherboard) ist der Einbau nicht durchzuführen. da der Platz einfach nicht ausreicht.

Copilot an Bord

Aber der HBS-240 hat noch ein extra Schmankerl zu bieten. Für 222,-DM kann man ihn nachträglich mit einem mathematischen Coprozessor vom Typ MC68881 ausstatten. Dieser wird einfach in den dafür vorgesehenen Sockel gesteckt und verhält sich absolut kompatibel zur ATARI-FPC-Lösung SFP-(MV4 bzw. zur FPU des Mega-STE. Zwar gibt es zur Zeit nur sehr wenig Software, die einen solchen Chip ausnutzt, aber wer selbst programmiert und sehr hohe Rechenleistung benötigt, wird diesen Coprozessor zu schätzen wissen.

Ungewöhnlich ist die Einbauweise des HBS-Boards. Entgegen aller Vermutung wird die Karte ..kopfstehend", also mit der Lötseite nach oben in den Prozessorsockel eingesteckt. Dazu hat man spezielle, aus der Fädeltechnik entnommene Stiftleisten auf das Board gelötet, damit genügend Platz für die nach unten zeigenden Bauteile entsteht. Bei 520-bzw. 1040ST-Computern ist dieser Platz allerdings nicht ganz ausreichend. so daß man einen zusätzlichen Zwischensockel benötigt, um den Abstand zu vergrößern.

Das schon beschriebene Problem mit dem schnellen Zugriff auf die ROMs hat man beim HBS-240 besonders elegant gelöst. Mit zwei Jumpern kann man Wait-States einführen und so das Board auf die Geschwindigkeit der verwendeten ROMs/EPROMs individuell anpassen. Bei unserem Testrechner war es notwendig. I Wait-State zu konfigurieren (120ns-EPROMs), damit das Board einwandfrei lief. Daher rühren auch die etwas geringeren Geschwindigkeitswerte bei Betriebssystemaufrufen. Laut Auskunft der Firma Roskothen & Eckstein kann man durch Einsatz von 1 OOns-EPROMs die Karte auch mit 0 Wait-States betreiben, wobei dann die volle Geschwindigkeit auch bei TOS-Routinen erreicht wird.

Die Umschaltung auf Cache-Betrieb wird mit dem bekannten Soundchip-Bit oder per Jumper erledigt. Auch Heyer & Neumann liefert ein Accessory mit. das eine softwaremäßige Umschaltung ermöglicht. Positiv ist, daß auch der Sourcecode dieses Programmes (Assembler) beiliegt. So kann sich der geneigte Programmierer selbst die Umschaltmöglichkeit in eigene Programme einbauen. Der HBS-240 arbeitet im Gegensatz zu den meisten Beschleunigern mit lediglich I6KB-Cache-Speicher. Im praktischen Betrieb hat das allerdings nur geringe Auswirkungen.

Kompatibilität

Auch mit dem HBS-240 ergaben sich keine größeren Probleme mit bekannter Software. Besonders Programme wie TechnoCAD. die den arithmetischen Coprozessor unterstützen, profitieren enorm von der

Leistungsfähigkeit der Beschleunigerkarte. Auch mit dem Blitter gab es keine Probleme. Der HBS-240 erwies sich in allen Situationen als sehr stabil. Mit dem Gerät wird ein sehr ausführliches deutsches Handbuch geliefert, das neben den Einbauanleitungen für die unterschiedlichen Rechnermodelle auch noch nützliche Hintergrundinfomiationen und Hilfestellungen bei Problemfällen bietet. Zwar sind einige Zeichnungen vorhanden, ein paar Fotografien hätten aber auch hier nicht geschadet. Der Preis von 298, DM (498,-DM mit mathematischem Coprozessor) macht das Gerät sicher für alle attraktiv, die genügend Platz im Rechner haben und besonders auf die Möglichkeiten des Coprozessors angewiesen sind.

HBS-240 Roskothen & Eckstein

* Betriebssystem TOS 1.04 vom 06.04.1989  
* Referenzsystem TOS 1.04  
* CPU            M68000

                    normal  Blitter NVDI 
Textausgabe         145 %   232 %   1441 % 
Linien              149 %   229 %   505 % 
Rechtecke           142 %   564 %   582 % 
Polygone            152 %   152 %   360 % 
Kreise/Ellipsen     152 %   147 %   674 % 
Rasteroperationen   144 %   758 %   447 % 
Attributfunktionen  133 %   133 %   854 % 
Auskunftsfunktionen 133 %   133 %   609 % 
ESCAPES             131 %   140 %   338 % 
BIOS-Ausgabe        131 %   133 %   280 % 
GEMDOS-Ausgabe      130 %   128 %   823 % 
AES-Objekt-Ausgabe  140 %   163 %   452 % 

FaST-Benchmark 
dhrystone-a:        2153,11     169,83% 
dhrystone-b:        1929,26     174,54% 
savage:               57,43     192,40% 

Speed-Test(s)       normal NVDI 
BIOS       paging   18,030  6,955 
BIOS    scrolling   46,045 28,745 
GEMDOS     paging   34,990  3,630 
GEMDOS  scrolling   63,015 25,425

+ Coprozessorsockel
+ günstiger Preis
- braucht schnelle EPROMs/ROMs
- benötigt viel Platz

Bezugsquelle: Roskothen & Eckstein GbR Monsheimallee 85 W-5100 Aachen

Mach-16 MAXON Computer

Ein weiteres Gerät mit der Möglichkeit, einen Coprozessor einzusetzen, stand uns mit dem Mach-16 zur Verfügung. Hier ist es, dank moderner SMD Technik sogar gelungen, alle Bauteile nebst Sockel für den Coprozessor auf engstem Raum unterzubringen. Bei dem Sockel handelt es sich um eine PLCC-Fassung. Der mathematische Coprozessor ist üblicherweise in zwei verschiedenen Gehäusen erhältlich: einmal als SMD-Ausführung im PLCC-Gehäuse und als Normalausführung mit keramischem Gehäuse. Der von MAXON verwendete PLCC-Standard ist zwar etwas teurer, wird aber auch von ATARI selbst z.B. im MEGA-STE eingesetzt.

Ungewöhnlich bei dem Mach-16 ist, daß MAXON neben dem eigentlichen Turbo-Board auch noch eine kleine Platine mit Sockel mitliefert, der unter Umständen unter den DMA-Chip gesetzt werden muß. In der Anleitung wird darauf hingewiesen, daß es bestimmte Chip-Serien gibt, mit denen der Mach-16 nicht auf Anhieb fehlerfrei funktioniert. Für diesen Fall muß der zusätzliche Sockel eingesetzt werden. Da der DMA Chip bei den meisten uns bekannten Platinenversionen bereits gesockelt ist, bereitet dies keine weiteren Probleme. Für den Fall, daß der DMA-Chip fest eingelötet ist, kann die Zusatzplatine mit dem Sockel auch auf den DMA-Chip aufgelötet werden.

Die gut verständliche Anleitung, die noch dazu ausführlich bebildert ist. hilft auch Laien beim Einbau. Auf eine zusätzliche Leitung zur Cache-Umschaltung kann ebenfalls verzichtet werden, da beim Mach-16 die Umschaltung per Register vorgenommen wird. Ein entsprechendes Programm wird mitgeliefert.

Im Betrieb

Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit dem Blitter-Chip gelang es uns doch, das Gerät einigermaßen stabil zum Laufen zu bekommen. Der Blitter sollte also bei Verwendung des Mach-16 auf jeden Fall abgeschaltet, besser noch ausgebaut werden. Leider vermißt man hier entsprechende Hinweise im Handbuch. Man sollte auf jeden Fall den Zwischensockel für den DMA-Chip einbauen, da der Mach-16 dann deutlich zuverlässiger funktioniert. Die Benchmarks liegen allesamt gut im Rennen, auch hier wurde das mit einem 16 MHz-Prozessor und 32KB-Cache-Speicher maximal Mögliche erreicht.

MAXON hat den Preis für den Mach-16 auf 398,-DM gesenkt und somit eine Anpassung an die Marktsituation vorgenommen. Die geringe Baugröße und die Coprozessor-Option machen den Mach-16 interessant für 260-/520- und 1040-ST Besitzer, die mit wenig Platz auskommen müssen.

Mach-16 - MAXON

* Betriebssystem : TOS 1.04 vom 06.04.1989  
* Referenzsystem : TOS 1.04  
* CPU : M68000 

                        normal  NVDI
Textausgabe             184 %  1470 %
Linien                  171 %   508 %
Rechtecke               173 %   581 %
Polygone                191 %   360 %
Kreise/Ellipsen         195 %   673 %
Rasteroperationen       177 %   436 %
Attributfunktionen      137 %   851 %
Auskunftsfunktionen     139 %   615 %
ESCAPES                 154 %   390 %
BIOS-Ausgabe            152 %   302 %
GEMDOS-Ausgabe          153 %   969 %
AES-Objekt-Ausgabe      167 %   478 %

FaST-Benchmark  
dhrystone-a:    2153,11     169,83%
dhrystone-b:    1821,02     173,80%
savage:           57,68     191,56%

Speed-Test(s)       normal   NVDI
BIOS paging         14,930   6,135
BIOS scrolling      41,525  28,035
GEMDOS paging       28,985   2,930
GEMDOS scrolling    55,640  24,800

+ kleine Abmessungen
+ Coprozessorsockel (PLCC)
- evtl. Lötarbeiten erf. (DMA-Chip)
- teilweise instabil (Blitter-Problem)

Bezugsquelle:
MAXON-Computer GmbH
Schwalbacher Straße 52
W-6236 Eschborn

Turbo 20 Makro C.D.E.

Der Name „Turbo 20“ ist etwas irreführend. Vermutet man doch im ersten Moment ein Gerät mit 68020-Prozessor. Dem ist nicht so - es handelt sich hier vielmehr um ein Beschleuniger-Board nach bekanntem Muster mit 68000er Prozessor und 32-KB-Cache-RAM. Lediglich die Taktfrequenz ist ungewöhnlich. Satte 25 MHz hat Makro C.D.E. diesem Board verpaßt. 25 MHz mit einem 68000er? Geht das überhaupt? In der Tat ist eine 68000-CPU nur bis maximal 16 MHz käuflich zu erwerben. Makro C.D.E. testet diese Prozessoren auf 25-MHz-Tauglichkeit und selektiert sie entsprechend aus. Nur einwandfrei laufende Chips werden im Turbo 20 eingesetzt. Die ersten Geräte dieser Baureihe waren wohl noch mit 20 MHz getaktet (daher der Name Turbo 20), doch die Motorola-Prozessoren vertragen tatsächlich bis zu 25 MHz.

Der Sausewind

Natürlich sind bei solchen Frequenzen Probleme mit dem Timing zu erwarten. Der Turbo 20 läuft daher auch nur bei ausgeschaltetem Blitter, aber der ist wahrhaftig nicht mehr nötig. Die Benchmarks beweisen, daß die hohe Taktfrequenz den Turbo 20 eindeutig zum schnellsten 68000er-Board in unserem Test macht. Schneller geht es nur noch mit 68020- oder 68030-Prozessoren. Hier hat Makro C.D.E. also alles aus dem schon etwas ergrauten Chip herausgeholt. Mehr ist sicherlich nicht machbar. Aufgrund der hohen Taktfrequenz wird der Prozessor recht warm. Obwohl das Gerät alles in allem stabil lief, waren doch zeitweise Abstürze zu verzeichnen, besonders im Dauerbetrieb(48-Stunden-Test).

Makro C.D.E. liefert eine prall gefüllte Diskette mit vielen Testprogrammen mit. Außerdem befindet sich noch der (zugegeben - schon etwas ältere) Software-Beschleuniger Turbo-ST mit auf der Diskette. Die Umschaltung auf Cache-Betrieb erfolgt bei unserem Testgerät per Jumper oder Schalter. Laut Auskunft von Makro C.D.E ist die nächste Version auch softwaremäßig umschaltbar.

Kompatibilität

Das erfreulich klein ausgefallene Board bereitete uns im praktischen Betrieb kaum Schwierigkeiten. Man gewöhnt sich sehr schnell an das enorme Tempo, das der Turbo 20 vorlegt. Außer dem typischen Formatierproblem beim TOS 1.04 fanden wir keinerlei Inkompatibilitäten. Der Preis von 698.- liegt immer noch weit unterhalb vergleichbarer Systeme mit 68020-CPU. Wer also kein neues oder modifiziertes TOS benutzen, aber trotzdem eine Performance ähnlich der von 68020-Prozessoren erreichen will, für den ist der Turbo 20 von Makro C.D.E. sicher eine günstige Alternative.

Turbo20 - MAKRO C.D.E.


* Betriebssystem : TOS 1.04 vom 06.04.1989 * Referenzsystem : TOS 1.04 * CPU : M68000 * Blitter : * aus normal NVDI Textausgabe : 266 % 2101 % Linien : 242 % 732 % Rechtecke : 238 % 720 % Polygone : 282 % 524 % Kreise/Ellipsen : 294 % 981 % Rasteroperationen : 243 % 524 % Attributfunktionen : 170 % 1193 % Auskunftsfunktionen: 175 % 837 % ESCAPES : 208 % 541 % BIOS-Ausgabe : 201 % 394 % GEMDOS-Ausgabe : 201 % 1406 % AES-Objekt-Ausgabe : 229 % 637 % FaST-Benchmark dhrystone-a: 2893,89 228,26% dhrystone-b: 2658,79 240,55% savage: 39,00 283,33% Speed-Test(s) normal NVDI BIOS paging 10,595 4,230 BIOS scrolling 33,750 25,395 GEMDOS paging 21,165 1,930 GEMDOS scrolling 44,270 23,030

+ sehr hohe Geschwindigkeit
+ geringe Abmessungen
- hohe Erwärmung
- zeitweise Ausfälle beim Dauerbetrieb

Bezugsquelle:
Makro C.D.E. Schillerring 19
W-8751 Großwallstadt

PAK68/2 c't-Projekt/edicta

Schon vor einigen Jahren machte die Zeitschrift c’t mit einem Projekt auf sich aufmerksam, das die 68000er-CPU von ATARI, Amiga. und Apple-Macintosh-Computern durch einen 68020-Prozessor ersetzt. Leider bereitete das erste Modell gerade auf ATARI-Computern diverse Schwierigkeiten. Die Redakteure der Zeitschrift entschlossen sich also zu einer Neuauflage des unter dem Namen „PAK68“ bekannt gewordenen Gerätes. Die PAK68/2 wurde geboren. Die Firma edicta hat den Vertrieb des Bausatzes bzw. des Fertiggerätes übernommen und uns freundlicherweise eines zum Test zur Verfügung gestellt.

Kein Cache - kein Money!

Als erstes fallt an der Karte auf, daß sie (ähnlich wie der HBS-240) vollständig in diskreter Bauweise, also ohne SMD-Technik aufgebaut ist. Neben der CPU, der FPU (mathematischer Coprozessor) und vier EPROMs für das Betriebssystem befinden sich lediglich 4 GALs und ein TTL-Logikbaustein auf dem Board. Dies macht die PAK68/2 extrem preisgünstig. Nicht zuletzt auch deshalb, weil man auf zusätzliches Cache RAM vollkommen verzichtet hat. Bekannterweise enthält der 68020-Prozessor ein (wenn auch geringes) Cache-RAM bereits intern. Schaut man sich die Benchmarks an, erkennt man allerdings. daß sich der fehlende Cache besonders bei Anwendungen, die aus dem täglichen Leben gegriffen sind, negativ bemerkbar macht So erreicht die PAK68/ 2 nicht das maximal Mögliche, die Werte können sich aber dennoch sehen lassen.

Unser Testgerät war mit einem 68882-Coprozessor ausgerüstet. Dieser arbeitet im Gegensatz zu den Geräten mit 68000-Prozessor direkt mit der 68020-CPU zusammen. Im Klartext heißt dies, daß der Programmierer die Befehle für die FPU direkt in sein Programm einsetzen kann, so als würde sie der Prozessor und nicht die FPU ausführen. Dieses Verfahren ist erheblich schneller und einfacher zu handhaben. Zudem besteht die Möglichkeit, die FPU unabhängig von der CPU mit einem wesentlich höheren Takt zu versorgen. Mittlerweile liefert Motorola FPUs bis 60 MHz(!) aus. Was das bedeutet, brauchen wir hier sicherlich nicht näher zu erläutern.

Kompatibilität

Wie bei allen Turbo-Boards mit 68020/68030-CPU. wird auch auf der PAK68/2 ein gepatchtes TOS eingesetzt. In diesem Fall handelt es sich um ein modifiziertes TOS 1.04. das für den Betrieb mit dem 68020-Prozessor angepaßt wurde. Leider verhält sich dieses TOS nicht ganz stabil. Bei einigen Applikationen (Rufus, Cat) traten unerklärliche Abstürze auf, andere Programme (Omikron.BASIC) ließen sich gar nicht starten. Da aber auch andere TOS-Versionen auf der PAK68/2 eingesetzt werden können (z.B. das neue TOS 2.06. welches nicht ungepaßt werden muß), läßt sich dieses Problem lösen. Hinderlich ist dann allerdings, daß das TOS auf insgesamt vier EPROMs (die Architektur der PAK ist so ausgelegt, daß sie mit den vollen 32Bit-Datenbreite auf das Betriebssystem zugreifen kann) aufgeteilt werden muß, ATARI aber nur auf zwei MegaBit EPROMs bzw ROMs liefert. Es wird aber auch ein TT-TOS zum Einsatz auf der PAK68/2 angeboten. Dieses ist allerdings wiederum gepatcht.

Für einen Preis von 749,-DM (Komplettbausatz inkl. CPU und FPU) gehört die PAK68/2 sicherlich zu den preisgünstigen Turbo-Boards mit 68020-CPU. Allerdings muß an die Kosten für ein TOS noch hinzurechnen. edicta bietet das modifizierte TOS 1.04 für 179,- DM an. Für 20,-DM mehr bekommt man das TOS 2.06, allerdings muß man dieses, wie schon erwähnt, noch in vier EPROMs vom Typ 27512 brennen, bevor es auf der PAK68/2 einsetzbar ist.

PAK68/2 - c't Projekt/ed


* Betriebssystem : TOS 1. 04 vom 06. 04.1989 * Referenzsystem : TOS 1.04 * CPU : M68020 normal Blitter NVDI Textausgabe 217 % 373 % 1748 % Linien 228 % 310 % 511 % Rechtecke 270 % 676 % 608 % Polygone 267 % 259 % 320 % Kreise/Ellipsen 266 % 264 % 638 % Rasteroperationen 296 % 819 % 550 % Attributfunktionen 155 % 155 % 685 % Auskunftsfunktionen 161 % 161 % 494 % ESCAPES 215 % 189 % 513 % BIOS-Ausgabe 169 % 157 % 235 % GEMDOS-Ausgabe 159 % 151 % 1327 % AES-Objekt-Ausgabe 171 % 204 % 404 % FaST-Benchmark dhrystone-a: 1267,82 128,49% dhrystone-b: 1369,86 123,93% savage: 57,57 191,95% Speed-Test(s) normal NVDI BIOS paging 13,970 15,710 BIOS scrolling 33,605 37,030 GEMDOS paging 29,540 33,415 GEMDOS scrolling 49,230 54,520

+ günstiger Preis
+ Coprozessorunterstützung
+ durch andere GALs auch für Mac/Amiga
- kein Cache-RAM

Bezugsquelle:
edicta GmbH
Löwenstraße 68
W-7000 Stuttgart-70

Board 20 MAXON

Den zweiten Vertreter aus der Riege der 68020-Turbo-Boards hatten wir mit dem Board-20 von MAXON im Test. Beidseitig teilweise mit SMD, teilweise mit konventioneller Technik bestückt, ist diese Karte sehr kompakt und klein aufgebaut. Dies liegt sicherlich auch an der Platine, die in 6fach-Multilayer-Technik aufgebaut ist. Als Betriebssystem kommt ein speziell angepaßtes TOS 1.06 (1040-STE) zum Einsatz. Dieses TOS wurde so modifiziert, daß es nur in Verbindung mit dem Board-20 lauffähig ist. Wir haben es uns allerdings nicht nehmen lassen, einfach ein TOS 2.06 auf die Karte zu stecken. Auch dieses läuft auf Anhieb und problemlos.

Aber auch mit dem TOS 1.06 traten keinerlei Kompatibilitätsprobleme auf (von einigen Spielen einmal abgesehen). Selbst der Blitter arbeitet einwandfrei mit dem Board-20 zusammen. Allerdings wirkt er. wie die Meßwerte zeigen, eher als Bremse daher sollte man ihn besser doch abschalten. Die einzige Unschönheit, die wir feststellen konnten, war, daß ein Kaltstart über ALT-CTRL-SHIFT-DELETE zwar den Speicher löscht, aber das System nicht mehr hochfährt. Erst ein zusätzlicher Druck auf den Reset-Taster erweckt den Rechner wieder zum Leben. Ein Warmstart gelingt allerdings problemlos.

In Sachen Geschwindigkeit hat das Board-20 einiges zu bieten (siehe Meßwerte). Das 32 KB große Cache RAM macht sich hier angenehm bemerkbar. Der Cache wird über eine spezielle Software ein- bzw. ausgeschaltet. Ein Kabel zum Soundchip braucht dazu nicht verlegt zu werden. Aufgrund der geringen Baugröße hat man allerdings auf eine Coprozessorunterstützung verzichtet. So gibt es aber keinerlei Platzprobleme beim Einbau in die „kleinen“ ATARIs wie 260-, 520- oder 1040ST. Beim Mega-STs ist auch der Einbau von Grafikkarten, die den Mega-Slot benötigen, noch problemlos möglich.

Das Handbuch ist fast identisch mit dem des Mach-16. also gut bebildert und ausführlich beschrieben. Als einziger Vertreter aller Testkandidaten liefert MAXON ein Accessory mit, mit dessen Hilfe festgelegt werden kann, welche Programme mit und welche ohne aktivierten Cache ausgeführt werden sollen. Bei Aufruf des entsprechenden Programmes erscheint ein kurzer Hinweis, und das Accessory sorgt selbst für die korrekte Cache-Schaltung. Das verhindert so manchen unbeabsichtigten Absturz. Allerdings gibt es heute kaum noch Software, die mit aktiviertem Cache absolut nicht klarkommt.

998.-DM ist der aktuelle Preis, den MAXON für das Board-20 (komplett, inkl. modifiziertem TOS 1.06) angibt. In Anbetracht der guten Performance und des dank der geringen Abmessungen problem losen Einbaus ist das sicherlich ein guter Preis. Wer unbedingt noch mehr Geschwindigkeit braucht, muß sich den (sehr viel teureren) 68030-Karten zu wenden.

Board-20 - MAXON


* Betriebssystem : TOS 2.06 vom 14. 11.1991 * Referenzsystem : TOS 1.04 * CPU : M68020 normal Blitter NVDI Textausgabe 265 % 200 % 2401 % Linien 283 % 261 % 753 % Rechtecke 336 % 518 % 818 % Polygone 319 % 132 % 597 % Kreise/Ellipsen 327 % 158 % 1106 % Rasteroperationen 333 % 709 % 714 % Attributfunktionen 203 % 203 % 1090 % Auskunftsfunktionen 210 % 210 % 807 % ESCAPES 261 % 123 % 630 % BIOS-Ausgabe 212 % 104 % 354 % GEMDOS-Ausgabe 196 % 99 % 1553 % AES-Objekt-Ausgabe 235 % 144 % 707 % FaST-Benchmark dhrystone-a: 3108,81 245,21% dhrystone-b: 2643,17 239,13% savage: 34,70 318,44% Speed-Test(s) normal NVDI BIOS paging 11,095 5,495 BIOS scrolling 26,680 19,820 GEMDOS paging 24,100 1,825 GEMDOS scrolling 39,730 16,020

+ hohe Geschwindigkeit
+ TOS 2.06 kann direkt aufgesteckt werden
+ geringe Abmessungen
- kein Kaltstart über Tastatur

Bezugsquelle:
MAXON-Computer GmbH
Schwalbacher Straße 52
W-6236 Eschborn

HyperCACHE-030 Wacker

Getreu dem Motto: „Das Beste immer zum Schluß“ kommen wir nun zu den schnellsten, aber auch teuersten Exemplaren der Hardware-Beschleuniger. Zunächst soll uns der HyperCACHE-030 vom bekannten Hersteller proYME (Vertrieb: Wacker) beschäftigen.

Konventionell, aber nicht veraltet

Ganz in konventioneller Technik aufgebaut, nimmt das Board doch einen beträchtlichen Raum in Anspruch. Besitzer der „kleinen“ STs werden wohl kaum in den Genuß dieser Erweiterung kommen können. Zwar funktioniert der HyperCACHE-030 auch mit diesen Computern, das Platzangebot läßt aber nicht zu, das Gehäuse dieser STs wieder zu schließen. Vornehmlich dürfte also die Zielgruppe aus Mega-ST-Besitzern bestehen. Auch hier ist der Platz eng, teilweise muß das Abschirmblech bearbeitet werden; Grafikkarten, die in den Mega Bus gesteckt werden müssen, haben nur wenig Chancen, das Raumangebot mit dem HyperCACHE-030 zu teilen. Aber Geschwindigkeit ist hier Trumpf und davon hat der HyperCACHE-030 eine Menge zu bieten.

Mit seinem 25 MHz-68030-Prozessor nebst 68882-Coprozessor kommt die Karte einem ATARI-TT (32 MHz) schon recht nahe. Wacker vertreibt ebenfalls eine 32-MHz-Version, die sogar schneller als ein TT sein soll. Wer sich den Testergebnissen zuwendet, wird erkennen, daß der Unterschied zum TT zwar noch sichtbar ist, aber kaum mehr ins Gewicht fällt.

Auch auf dem HyperCACHE 030 arbeitet ein modifiziertes TOS. Als Basis diente hier ein TOS 1.04, das von einem bekannten ATARI-Mitarbeiter für den Betrieb mit dem 68030-Prozessor angepaßt wurde. Dieses TOS hat sich im Praxisbetrieb als sehr stabil und kompatibel erwiesen. Lediglich das Programm MultiGEM erkannte die Patches und verweigerte daraufhin seine Installation. Positiv ist auch, daß das TOS den sogenannten Cookie-Jar (ermöglicht Applikationen die Erkennung der verwendeten Hardware und speicherresidenten Programme) selbst anlegt und dabei die CPU und FPU korrekt erkennt.

Leider macht der Blitter auch beim HyperCACHE 030 nicht gerade das, was er soll. Ist er eingeschaltet, stürzt das System zwar nicht ab. aber Textausgaben erscheinen nur noch als schwarze Balken auf dem Bild schirm. Ansonsten ergaben sich aber keine schwerwiegenden Probleme. Auch der Dauerbetrieb als Mailbox brachte das Gerät nicht aus der Bahn, sprich zum Absturz. Falls es doch Programme geben sollte, die partout nicht mit dem 68030-Prozessor arbeiten wollen, befindet sich auf der Platine des HyperCACHE-030 auch noch ein guter alter 68000er-Prozessor (8 MHz), auf den man im Notfall zurückschalten kann.

Noch ein paar Worte zum Lieferumfang. Das Handbuch kann sich wirklich sehen lassen. Es besteht nicht nur aus einer Einbauanleitung, sondern enthält sehr viele nützliche Zusatzinformationen. Spezielle Hinweise für Programmierer finden sich ebenso wie die Pin-Belegung des speziellen Erweiterungssteckers, mit dem das Board zusätzlich ausgestattet ist. Sogar ein Blockschaltbild des HyperCACHE-030 befindet sich darunter. Man merkt, daß sich die Firma proVME mit diesem Handbuch wirklich Mühe gegeben hat.

Wacker verkauft den HyperCACHE-030 in der 25 MHz-Version für 1498,-DM. Die 32 MHz Version kostet 1798,- DM. Rechnet man die Kosten für einen Mega-ST-4 plus Festplatte hinzu, landet man schon fast beim Preis eines TTs. Wer aber bereits einen ST mit Festplatte besitzt, kann mit dem HyperCACHE-030, zumindest was die Geschwindigkeit betrifft, durchaus mit einem TT gleich ziehen.

HyperCACHE-030 - Wacker


* Betriebssystem : TOS 1.04 vom 06.94.1989 * ReferenzSystem : TOS 1.04 * CPU : M68030 normal Blitter NVDI Textausgabe 438 % 485 % 3670 % Linien 428 % 404 % 1059 % Rechtecke 516 % 722 % 1048 % Polygone 539 % 361 % 903 % Kreise/Ellipsen 550 % 438 % 1588 % Rasteroperationen 436 % 843 % 756 % Attributfunktionen 295 % 295 % 1782 % Auskunftsfunktionen 306 % 305 % 1279 % ESCAPES 338 % 227 % 836 % BIOS-Ausgabe 230 % 166 % 545 % GENDOS-Ausgabe 234 % 181 % 2318 % AES-Objekt-Ausgabe 365 % 318 % 1091 % FaST-Benchmark dhrystone-a: 4265,40 336,44% dhrystone-b: 4176,33 377,84% savage: 21,97 503,03% Speed-Test(e) normal NVDI BIOS paging 9,285 2,825 BIOS scrolling 30,505 22,955 GEHDOS paging 18,090 1,095 GEMDOS scrolling 39,355 21,290

+ fast TT-Geschwindigkeit (25 MHz-Version)
+ stabile Funktion
+ solides TOS
- hoher Platzbedarf

Bezugsquelle:
Wacker-Systemelektronik GmbH
Bachstraße 39
W-7500 Karlsruhe 21

Turbo 30 Makro C.D.E.

Das zweifellos schnellste Board stellte uns die Firma Makro C.D.E. mit ihrem Turbo 30 zur Verfügung. Dieses Gerät wird mit sage und schreibe 40 MHz getaktet. Das sind immerhin 8 MHz mehr, als im ATARI-TT. Daß diese hohe Taktfrequenz nicht ganz unproblematisch ist, kann man sich sicherlich denken. Dennoch haben die Entwickler von Makro C.D.E. die Sache recht gut in den Griff bekommen.

Auf dem Board verrichtet ein 68EC030-Prozessor seinen Dienst. Dieser ist zwar pinkompatibel mit dem normalen 68030, verfügt jedoch nicht über eine PMMU (Programmable Memory Management Unit). Da der ST allerdings nicht über Fast-RAM wie im TT verfügt, fällt dieser Punkt nicht weiter ins Gewicht. Makro C.D.E. hat allerdings gerade solches Fast-RAM für den Turbo 30 vorgesehen. Auf der Platine erkennt man unschwer eine Vielzahl von unbestückten SMD-Löt-Pads. Eine Nachfrage bei Makro C.D.E. ergab, daß man zur Zeit noch Probleme mit der Verwirklichung des Fast-RAMs hätte und in Kürze eine Platinenversion ohne die freien Löt-Pads ausliefern werde, die auch wesentlich kleinere Abmessungen haben soll. Neben dem 68EC030 befindet sich, der Kompatibilität wegen, auch ein 68000er Prozessor auf der Karte. Auf diesen kann man bei Bedarf zurückschalten.

Nach anfänglichen Kontaktproblemen (man sollte lediglich einen oder zwei Zwischensockel benutzen) nahm der Turbo 30 schließlich seine Arbeit in unserem Testrechner auf. Geradezu atemlos starteten wir die Benchmarks. Was dabei herauskam, können Sie in unseren Meßtabellen ablesen. Tatsächlich läßt der Turbo 30 den ATARI TT in den meisten Disziplinen hinter sich. Leider war unser Testgerät nicht mit einer FPU bestückt, und einen 40-MHz-Coprozessor hat man ja nicht gerade herumliegen. Somit war es uns leider nicht möglich, die FPU-Testergebnisse mit denen des TTs zu vergleichen. Man kann aber sicher sein, daß der Turbo 30 auch hier die Nase vom haben wird.

TOS oder KAOS?

Doch jede Münze hat zwei Seiten. Auch beim Turbo 30 ist nicht alles Gold, was glänzt. Am meisten Schwierigkeiten bereitete uns das auf dem Board befindliche TOS. Makro C.D.E. hat sich zum Einsatz eines angepaßten KAOS-TOS entschlossen. Da dieses bekanntlich einige Kompatibilitätsprobleme aufweist, wirkte sich dies negativ auf einige Anwendungen aus. Kurz vor Redaktionsschluß teilte man uns allerdings mit. daß das neue TOS 2.06 von ATARI ebenfalls auf dem Turbo 30 einsetzbar sei. Ein kurzer Test bewies dies, und mit diesem TOS arbeitet der Turbo 30 wesentlich zufriedenstellender.

Leider war zum Zeitpunkt des Tests noch kein spezielles Handbuch für den Turbo 30 verfügbar, so daß wir hier nur kurz auf die mitgelieferte Software eingehen können. Neben den schon vom Turbo 20 bekannten Testprogrammen befindet sich auch eine Diskette mit einem neuen Desktop. genannt EOS-Desk im Lieferumfang. Nach näherem Hinschauen entpuppt es sich als das bekannte KAOS-Desk. Mit TOS 2.06 ist dieses allerdings kaum mehr notwendig. Makro C.D.E. hat uns 2198,-DM als Preis für den Turbo 30 in der vorliegenden Fassung genannt (40 MHz. ohne FPU). Das Nachfolgemodell ohne die leeren SMD-Pads soll allerdings schon für 1998, DM zu haben sein. Ein 33 MHz-Coprozessor schlägt mit weiteren 798.-DM zu Buche. Da kommt man allerdings dem Neupreiseines ATARI TTs schon verdächtig nahe. Immerhin kann man ganz klar sagen, daß die 40-MHz-Version des Turbo 30 deutlich schneller als ein TT arbeitet. Wer also unbedingt diese Rechen-Power benötigt, für den stellt der Turbo 30 zur Zeit wohl das maximal Mögliche dar.

Turbo-30 - Makro C.D.E.

* Betriebssystem : TOS 1.04 vom 06.04.1989  
* Referenzsystem : TOS 1.04  
* CPU :            M68030     

                    normal  Blitter NVDI 
Textausgabe         406 %   588 %   3890 %
Linien              396 %   446 %   1031 %
Rechtecke           568 %   837 %    972 %
Polygone            513 %   446 %    965 %
Kreise/Ellipsen     584 %   554 %   1755 %
Rasteroperationen   491 %   862 %    822 %
Attributfunktionen  280 %   280 %   1735 %
Auskunftsfunktionen 292 %   292 %   1249 %
ESCAPES             337 %   247 %    696 %
BIOS-Ausgabe        273 %   221 %    452 %
GEMDOS-Ausgabe      305 %   263 %   1803 %
AES-Objekt-Ausgabe  400 %   440 %   1561 %

FaST-Benchmark    
dhrystone-a:        4265,40  336,44%  
dhrystone-b:        4123,72  373,08%  
savage:             20,30    544,33%  

Speed-Test(e)       normal   NVDI  
BIOS       paging   7,805   5,495  
BIOS    scrolling  26,890  19,820  
GEMDOS     paging  13,010   1,825  
GEMDOS  scrolling  32,595  16,020 

+ schnellstes Board im Test
+ relativ kleine Abmessungen
- problematisches TOS
- FPU nur gegen Aufpreis

Bezugsquelle:
Makro C.D.E.
Schillerring 19
W-8751 Großwallstadt

Fazit und Analysen

Wir haben versucht mit dieser Übersicht alle bekannten Hersteller von Beschleuniger-Boards zu berücksichtigen. Natürlich erhebt der Test keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Man kann sagen, daß alle Gerate ihren Dienst zufriedenstellend verrichtet haben. Keines versagte völlig. Für welches Gerät man sich letztlich entscheidet, bleibt jedem selbst, und nicht zuletzt dem eigenen Geldbeutel, überlassen. Erfreulich ist die Tendenz zu sehr günstigen Preisen bei den 68000/16 MHz-Karten. Man kann davon ausgehen, daß diese Geräte bald eine weite Verbreitung finden werden. Wer mehr Geschwindigkeit braucht, aber dennoch kostengünstig bleiben will, sollte sich die 68020-Boards näher ansehen. Sie bieten eine anständige Performance zu akzeptablen Preisen. Wohl nur etwas für absolute Geschwindigkeitsfanatiker sind hingegen die 68030er Boards in unserem Test. Hier wird im Moment gezeigt, was alles mit High-Tech machbar ist. Daß dies auch seinen Preis hat, wird jeder wohl verstehen. Der ein oder andere wird dabei sicherlich lieber mit einem nagelneuen TT liebäugeln.

Um die unterschiedlichen Testergebnisse besser zu verdeutlichen, haben wir uns für eine grafische Analyse entschieden. Aus allen Tests, die als Ergebnis eine Prozentzahl relativ zu einem normalen ST mit 8-MHz-68000er-CPU lieferten, haben wir jeweils die Mittelwerte errechnet und diese grafisch gegeneinander aufgetragen. Zum besseren Vergleich sind auch die Werte des TT mit aufgenommen worden.

Neben der Mittelwertbildung sehen Sie auch noch die Einzelergebnis se des bekannten Q-Index-Testprogrammes als grafische Darstellung Wir haben hierbei die "normalen“ Turbokarten von den 68020/30er Boards der Übersichtlichkeit wegen getrennt. Da die Ergebnisse des Q-Index-Tests „CPU-Shift“ bei den 68020er und 68030er-Karten zu weit nach oben gehen (bis über 4000%). wurde dieser Test aus der Gesamtgrafik herausgenommen und separat aufgeführt. Wer es ganz genau wissen will, schaue sich die Tabellen in den jeweiligen Testberichten an. Hier kann man auch deutlich erkennen, was Software-Beschleuniger wie NVDI zusätzlich bewirken.

Aus den Mittelwerten aller Meßergebnisse (in Prozent) läßt sich recht gut die Gesamtperformance ablesen.

Hier sieht man die Meßwerte des Q-Index Programmes für alle Turbo-Karten mit 68000er-CPU.

TT 030

* Betriebssystem    : TOS 3.06  vom 24.09.1991  
* Referenzsystem    : TOS 1.04  
* CPU   : M68030    

                        normal  NVDI

Textausgabe :           402 %   4606 % 
Linien :                275 %    977 % 
Rechtecke :             503 %   1424 % 
Polygone :              323 %   1005 % 
Kreise/Ellipsen :       423 %   1738 % 
Rasteroperationen :     604 %    911 % 
Attributfunktionen :    196 %   1828 % 
Auskunftsfunktionen:    206 %   1340 % 
ESCAPES :               283 %    743 % 
BIOS-Ausgabe :          254 %    523 % 
GEMDOS-Ausgabe :        228 %   1762 % 
AES-Objekt-Ausgabe :    246 %    876 % 

FaST-Benchmark 
dhrystone-a:    6164,38     486,22% 
dhrystone-b:    5504,59     498,01% 
savage:           17,47     632,63% 

Speed-Test(s)       normal  NVDI 
BIOS        paging  10,790  3,815 
BIOS     scrolling  20,505 13,695 
GEMDOS      paging  22,330  1,725 
GEMDOS   scrolling  32,300 11,530

Diese Grafik zeigt die Vergleichswerte ermittelt durch Q-Index für 68020/68030 Systeme (mit TT)

Da die Werte für den CPU-Shift-Test die Grafik zu sehr stauchen würde, haben wir diesen Test separat aufgeführt.


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