Leserbriefe

Drucker-Spooler

Für den ATARI 1040 ST mit dem Textverarbeitungsprogramm 1st Word Plus, Version 1.89 (BRD) suchen wir die Möglichkeit, dem Computer bzw. dem Drucker mehrere Dateien in Form einer Warteschlange in Druckauftrag zu gehen. Gibt es hierzu ein Hilfsprogramm, das dies ermöglicht? Vielleicht würde es uns schon weiterhelfen, wenn Sie uns freundlicherweise eine Übersicht der Programme, die sich in Ihrem Vertrieb befinden, zusenden könnten.

Christian S., Freising

Red.: Sie sprechen ein häufig hinterfragtes Problem an. Während hei MS-DOS-Rechnern eine Drucker-Warteschlange serienmäßig mit dem DOS ausgeliefert wird, müssen Sie beim ATARI ST auf andere Programme zurückgreifen. Viele Programme haben den sogenannten Drucker-Spooler bereits eingebaut. Das Programm „Harlekin“ beispielsweise bietet neben vielen anderen Funktionen auch einen solchen an. In unserem PD-Vertrieb befindet sich bisher leider kein Spooler.

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Zuviel Hardware

...Überhaupt finde ich, daß in Ihrer Zeitschrift zuviel für die Lötkolbenbastler oder Programmier-Freaks und zuwenig für den Anwender steht, der den ATARI als eine Maschine einsetzt, die ihm die Buchführung macht, die Prospekte entwirft oder, wie bei mir, Fotos archiviert. Dafür benötigte ich Hinweise darüber, wo man z.B. die der Harddisk-Backup-Wechselplatte als fertiges Gerät kaufen kann oder einen vernünftigen Streamer erhält. Worauf ich gut verzichten kann, ist ein Test, der aus dem Handbuch abgeschrieben wurde. Testen Sie die Programme richtig und beschreiben Sie die Fehler, Nach- und Vorteile, dann bekommen Sie auch nicht solche Schwierigkeiten, wie sie ihr Schreiber im Editorial als Angriff auf die Pressefreiheit beklagt.

Stefan K., Heidelberg

Red.: Auch hier haben wir ein oft beklagtes Thema. Leider können wir nicht allen Lesern jede Ausgabe schmackhaft machen. Der eine mag mehr Hardware, der andere mehr Software, wieder ein anderer hätte gerne mehr Listings. Ein Großteil unserer Leser fordert viele Artikel über Hardware-Basteleien und Projekte. Diesen Forderungen sind wir, nicht zuletzt durch die Januar-Ausgabe und das Sonderheft Nummer 3, in den letzten Monaten nachgekommen. Zu Ihrem Hinweis auf das Abschreiben: Sicherlich werden hin und wieder einige Sätze aus Handbüchern übernommen, zum Beispiel dann, wenn es sich um ein komplexes Thema handelt und ein Zusammenhang im Handbuch gut erklärt ist. Der Angriff auf die Pressefreiheit, der im Editorial der Ausgabe 11/89 angesprochen wurde, wurde zwar als ein solcher deklariert, hat aber nicht direkt unsere Redaktion, sondern eine andere Computerzeitschrift betroffen.

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Taubenzüchter

Neben meinem eigentlichen Hobby, dem ST, bin ich auch noch begeisterter Brieftaubenzüchter. Dieses Hobby beschert einem im Laufe eines Jahres eine wahre Datenflut. Was liegt also näher, diese Datenflut mit dem ST in den Griff zu bekommen. Doch genau da beginnen die Probleme. Mit einer „normalen“ Dateiverwaltung kommt man da nicht weiter. All diesen Dateiverwaltungen fehlt nämlich ein Befehl, der notwendig wäre, um meine Daten erfassen zu können. Die unterschiedlichen Entfernungen der einzelnen Auflaßorte müßten in einer Erfassungsmaske fest vorgegeben werden können, damit man sie nicht bei jeder Taube neu erfassen muß. Um nicht auch die Summen der Preise und Preiskilometer von Hand ausrechnen zu müssen, sollten verschiedene Bedingungen erfüllt sein. Gibt es eine Dateiverwaltung oder Datenbank, mit der sich diese Aufgabenstellung lösen läßt? Sind Adressen bekannt, wo Software speziell für Brieftaubenzüchter erhältlich ist?

Uwe O., Gladenbach

Red.: Spezielle Adressen für Taubenzüchter sind uns leider auch nicht bekannt, vielleicht kann ein Leser hier weiterhelfen? Bei Ihrem Programmproblem können wir Ihnen allerdings weiterhelfen: Ihre Preiserfassung sollten Sie nicht mit einer Datenbank, sondern mit einem Tabellenkalkulationsprogramm durchführen. Damit lassen sich in diesem Fall bessere Ergebnisse erzielen. Leider dürfen wir Ihnen kein spezielles Programm empfehlen, studieren Sie die Anzeigen nach dementsprechenden Angeboten!

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„RSC-Datei mit Fehlern“

Der Quicktip, der in der letzten Ausgabe abgedruckt war, hat eine wahre Flut von Leserbriefen auf uns einstürmen lassen. Hier ein stellvertretender Brief:

Die form_do-Routine liefert tatsächlich die von Herrn Appel beobachteten negativen Rückgabewerte, wenn man, wie es Herr Appel in seinem Beispielprogramm macht, alle 16 Bits des von der Routine zurückgelieferten Wertes als Integer-Zahl interpretiert. Die Übergabe von negativen Objektnummern an andere AES-Routinen veranlaßt diese dann natürlich zu Zugriffen auf Speicherbereiche, die mit den Daten der Resource absolut nichts mehr zu tun haben. Die Ergebnisse solcher Zugriffe sind dann früher oder später unsere heißgeliebten Bömbchen. Ein Blick in die Dokumentation zu dieser Routine zeigt aber, daß nur die Bits 0 bis 14 die Nummer des angeklickten Objekts beinhalten. Das oberste Bit (Bit 15) hingegen dient als Flag für einen Doppelklick des Benutzers bei Objekttypen, für die das AES die Unterscheidung zwischen Einfach- und Doppelklick als sinnvoll erachtet: bei Doppelklick wird das Bit gesetzt, bei einem Einfachklick bleibt es ungesetzt. Zur Ermittlung der vom AES gemeldeten Objektnummer muß dieses Bit also ausmaskiert werden. Ich hoffe, mit diesem Brief wieder einmal die Feststellung „It’s not a bug, it’s a feature“ bestätigt zu haben.

Dr. E. Schwarz, Geretsried

Red.: Die dicksten Hunde fallen leider immer erst auf, wenn die Zeitung schon gedruckt ist. Trotzdem aber vielen Dank für die vielen Hinweise auf den Fehler!

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Fileselectbox

Seit einiger Zeit läuft mein ST mit dem neuen Rainbow TOS 1.4. Auch hier wird leider beim Wechsel des Laufwerks bzw. des Pfads der vorgegebene Dateiname gelöscht. Ist es möglich, dies durch einen geeigneten Patch des TOS zu verhindern?

Joachim A., Simmerath

Red.: Sie brauchen nicht gleich das TOS zu patchen, um zu einem befriedigenden Ergebnis zu gelangen. Eine einfache Fileselectbox, wie sie beispielsweise auch in unserer PD-Sammlung (Disk 102 und 184) vorhanden ist, reicht vollkommen aus und belegt nur wenig Speicherplatz.

Großbildschirm

Ich bemühe mich stets darum, Software so zu schreiben, daß sie auch auf Großbildschirmen lauffähig ist. Bisher habe ich in meinen Programmen bezüglich Auflösungsmatrix und Farben des angeschlossenen Bildschirmes immer die negativen, inoffiziellen Line-A-Variablen des TOS erhalten. Da ATARI diese Routinen jedoch spätestens ab dem TOS030 des TT nicht mehr unterstützt, muß ich diese Informationen anders erhalten, wenn meine Software weiterhin kompatibel sein soll. ATARI Deutschland selbst schweigt zu dieser Angelegenheit.

Daniel R., Oer-Erkenschwick

Red.: Damit auch Ihre Programme auf einem Großbildschirm oder in der Farbauflösung noch laufen, gehen Sie bitte nicht wie folgt vor: Fragen Sie nicht mit der XBIOS-Funktion 4 (Getrez) ab, ob die Farbauflösung eingeschaltet ist. Benutzen Sie nie die XBIOS-Funktionen 6 und 7 (SETPALETTE und SETCOLOR), um die Farben der Farbpalette zu verändern. Begrenzen Sie die Grafikausgabe nicht auf 640 * 400 Pixel. Benutzen Sie keine eigenen Routinen, um Bildschirmausschnitte zu kopieren oder zwischenzuspeichern. Schalten Sie nie zwischen mehreren Bildschirmen mit der XBIOS-Funktion 5 (SETSCREEN) um. Wenn irgend möglich, benutzen Sie auch keine Line-A-Routinen (Probleme mit TT). Programmieren Sie besser so: Beim Öffnen einer Workstation mit der VDI-Funktion v_opnvwk oder v_opnwk erhält man im Ausgabe-Array work_out 57 variable Parameter, die Auskunft über die Workstation geben. In den Parametern work_out[0] und work_out[1] steht die max. adressierbare Rasterbreite bzw. -höhe. Näheres können sie aus der gängigen Literatur erfahren.

Langsame Platte

Seit kurzem bin ich stolzer Besitzer einer vortex HDplus 30 für meinen 1040 STF (mit Blitter TOS). Leider mußte ich inzwischen feststellen, daß die Plattenzugriffszeiten beim Schreiben mit zunehmendem Füllgrad der Platte erheblich zunehmen. Und zwar scheint es, daß das System vor dem eigentlichen Schreibzugriff „wartet“ (Lesen der FAT?). Ich benutze normalerweise ein Diskcache Programm, aber der selbe Effekt tritt auch ohne dieses auf. Was ist das für ein Effekt, und (viel wichtiger) wie kann man ihn beseitigen?

Klaus W., Pähl

Red.: Sie sprechen eine häufig gestellte Frage an. Wenn Ihre Festplatte voller wird, muß der ST natürlich auch länger nach freiem Speicherplatz suchen. Durch das Löschen, Verschieben oder Kopieren von Dateien gibt es logischerweise freie Sektoren auf der Platte, die beim erneuten Abspeichern von Daten erst wieder beschrieben werden oder längere Zeit unbenutzt auf der Platte liegen. Der Suchvorgang, der diese leeren Sektoren finden soll, ist allerdings etwas unglücklich programmiert worden und läßt sich am besten durch kleine Programme beheben, die speziell für dieses Problem entwickelt wurden. Es gibt sogenannte Optimierungsprogramme, die die FAT neu ordnen und dadurch die entstandenen Lücken schließen, allerdings sollte man zuvor ein Backup machen. Eine einfache und etwas umständliche Methode ist ein Backup machen, neu partionieren und vom Backup wieder auf die Platte spielen. Für schnelleren Datenzugriff gibt es auch Programme wie beispielsweise „Fatspeed“ von Ulrich Kühler. Leider konnten wir die Adresse des Autors oder Vertriebs nicht ausfindig machen. Vielleicht kann uns ein Leser bei der Suche behilflich sein?


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