C-Text & C-Adress

Diese zwei Programme, von der Firma C-Soft, werden zusammen als kombiniertes Textverarbeitungs- & Adressverwaltungs-Paket angeboten. Dadurch hat man die Möglichkeit beim Schreiben von Texten auf eine bestehende Adressdatei zurückzugreifen.

C-Text (Version 1.0), das Textverarbeitungsprogramm, hat ähnliche Möglichkeiten wie Wordstar, das weitverbreiteste Textprogramm überhaupt. Das Programm, das mit dem Monochrom- und dem Farbmonitor arbeitet, verfügt über alle Standardtextbearbeitungsbefehle, die zur Texterstellung nötig sind. So gibt es unter anderem die Möglichkeit ganze Textabschnitte zu verschieben, zu kopieren oder zu löschen (Blockkommandos). Dazu markiert man einen Block beliebiger Größe und wählt dann über eine Tastenkombination die gewünschte Funktion an.

In der ersten Bildschirmzeile werden Informationen über die Cursorposition, Bearbeitungsmodus und eventuelle Fehlermeldungen angezeigt. Alle Befehle sind über die Control-Taste erreichbar. Hier macht sich die Übereinstimmung mit Wordstar positiv bemerkbar. Der ein oder andere ist sicher mit diesem Programm schon in Berührung gekommen und ist diese Tastenbelegung deshalb gewöhnt. Auch in vielen bekannten anderen Programmen wie z. B. Turbo Pascal, werden die gleichen Control-Tasten zu dem gleichen Zweck benutzt.

Die wichtigsten Bedienungsbefehle kann man ebenso mit Hilfe der Funktionstasten aufrufen. Dabei stehen dem Benutzer allerdings nur neun Tasten zur Verfügung. Eine Mehrfachbelegung der Funktionstasten, beispielsweise in der Form von anwählbaren Untermenüs, hätte hier eine zusätzliche Bedienungserleichterung geschaffen. Neben den normalen Cursorfunktionen, die natürlich auch über die Cursortasten erreichbar sind, gibt es noch die Möglichkeit wortweise und an den Anfang bzw. das Finde einer Zeile zu springen. Ebenso besteht die Möglichkeit seitenweise zu blättern und den Cursor an das Textende- bzw. den Textanfang zu bewegen.

Mit C-Text kann man bestimmte Textstellen unterstreichen oder im Fettdruck auf dem Drucker ausgeben. Auf dem Bildschirm wird dies mit einem entsprechendem Grafikzeichen, ähnlich wie bei Vizawrite, gekennzeichnet. Die direkte Darstellung von Fettschrift und unterstrichenem Text auf dem Bildschirm, ist trotz der grafischen Möglichkeit, die der Atari ST dafür bietet, leider nicht vorgesehen. Wie bei allen Textverarbeitungsprogrammen ist natürlich auch bei C-Text die Fähigkeit zur Formatierung eines Textes gegeben. Damit können überflüssige Leerstellen die beim Löschen oder Verschieben von Textteilen entstehen, entfernt werden.

Zum Drucken kann man Drucker verwenden, die entweder mit ASCII-Zeichen angesteuert werden, oder IBM-Drucker kompatibel sind. Darunter fallen unter anderem alle Epson-und Epson kompatible Drucker.

Die Druckersteuerzeichen für Unterstreichen, Fettdruck und ’Near Letter Quality’ sind an den benutzten Drucker angleichbar. Diese Daten werden von dem Programm selbstverständlich auf Diskette abgelegt, sodaß sie bei jedem Starten des Textsystems automatisch mitgeladen werden können. Der Ausdruck kann auf Endlos- oder Einzelblatt erfolgen, dabei kann die Anzahl der gewünschten Zeilen und die Randverschiebung bestimmt werden. Bei der Einzelblatteinstellung unterbricht C-Text den Ausdruck und fordert zum Einlegen eines neuen Blattes auf.

Insgesamt ist nach einiger Übungszeit, mit C-Text gut zu arbeiten. Das Programm beherrscht die wichtigsten Funktionen die zur Textverarbeitung nötig sind, und ist somit für denjenigen, der ein möglichst einfaches Programm, mit einem überschaubaren Befehlssatz bevorzugt, geeignet.

Befehlsübersicht C-Text:

Cursorsteuerung:
Zeichen links / rechts
Zeichen hoch / runter
Wort links / rechts
Zeilenende / Zeilenanfang
Zeile vor / zurück
Seite vor / zurück
Textanfang / Textende
Löschen und Einfügen:
Zeichen löschen
Wort löschen
Zeile löschen
Leerzeile einfügen
Text einfügen
Blockbefehle:
Blockmarkierung
Block löschen
Block verschieben
Block copieren
Druckgestaltung:
Fettdruck
Unterstreichen
Einzelblattverarbeitung
Seitennummerierung
Randverschiebung (links)
Datenübernahme:
Mailmerge mit C-Text
Texteinlesen ab Cursorposition
Sonstiges:
Textformatieren
Markierungen setzen u. anspringen

C-Adress

Es handelt sich hierbei um eine einfache Adressverwaltung, die im privaten Bereich und bei der Verwaltung eines kleineren Unternehmens ihre Anwendung findet.

Bei größeren Datenmengen geht in einem normalen Adressbuch die Übersicht leicht verloren, da hier nur nach einem Kriterium geordnet wird. Mit einem Adressverwaltungsprogramm ist es nun möglich nach verschiedenen Kriterien zu ordnen und gezielt auf Daten zuzugreifen.

Bei C-Adress sind zwei Sortierkriterien implementiert, nämlich wahlweise nach Namen oder Kundennummern. Die gesamten Daten dieser Dateien können als kundenspezifische Stammblätter ausgegeben werden oder als Teilauszüge in Listen ihre Verwendung finden. Diese Listen lassen sich nach vielfältigen Auswahlpunkten zusammenstellen. Denkbar wäre eine Telefonliste, in der nur die Namen und die Telefonnummern enthalten ist.

Bei der Auswahl der gewünschten Adressen kann man nun eine bestimmte Personengruppe selektieren, so zum Beispiel Personen, deren Name mit F...K beginnt und die in einer bestimmten Stadt wohnen.

Diese so gewonnenen Datensätze können auf dem Drucker ausgegeben werden, wobei das Format dieser Liste frei wählbar ist. Man erhält dabei eine übersichtliche Zusammenstellung der gewünschten Daten, die je nach Bedarf mit verschieden breiten Schrifttypen gedruckt werden kann. C-Adress unterstützt alle IBM und Epson kompatiblen Drucker, sowie die Drucker die Kodes nach der ASCII-Norm annehmen.

Ein weiteres Anwendungsgebiet des C-Adress ist das Anfertigen von Adressetiketten. Die Auswahl der zu druckenden Daten geschieht nach dem selben Verfahren, welches auch beim Listendruck verwendet wird. Dabei wird das Format der Etiketten - ihre Breite, Größe und Randabstand - berücksichtigt.

Die in C-Adress gespeicherten Datensätze kann man an C-Text, zwecks Verwendung in Serienbriefen, übergeben. Als Anwendungsfall wäre zum Beispiel ein Verein denkbar, der an seine Mitglieder ein Rundschreiben verteilt. Dazu kann man ebenfalls die Anschriftaufkleber für diese Briefe drucken lassen.

Die Anfertigung eines solchen Serienbriefes ist denkbar einfach. Man erstellt dazu den Text und markiert darin die Stellen, an denen die Daten aus der Adressdatei automatisch eingefügt werden. Auf diese Art und Weise kann man die komplette Anschrift, die Anrede oder sonstige Informationen aus der Adressdatei entnehmen.

Die Arbeitserleichterung, die durch diese Programmfunktion bewirkt wird, ist eine der interessantesten Fähigkeiten dieses Programmes.

C-Adress ist im Allgemeinen einfach gehalten und bereitet keine Schwierigkeiten bei der Bedienung. Das Handbuch erklärt in einer kurzen Form die Programmfunktionen die zur Bedienung nötig werden, sollte aber für den unerfahrenen Anwender weitere Beispiele enthalten.

Der Benutzer kann auf eine vordefinierte Maske zurückgreifen und kann somit sofort mit der Adressbearbeitung beginnen.

Bei der Listenerstellung und bei den Etiketten kann man aus dieser Dateimaske auswählen welche Informationen entnommen werden sollen sowie deren Länge. Bei der Datenmaske ist man allerdings sehr eingeschränkt. Man muß diese festgelegte Maske verwenden, da eine Selbsterstellung nicht möglich ist. Ebenso kann man die Datensatzlänge und die Beschriftung der Felder nicht auf die persönlichen Wünsche anpassen.

Von diesen Punkten abgesehen, ist C-Adress ein hilfreiches Programm, das so manche Such- und Sortierarbeit übernimmt und darüber hinaus in Zusammenarbeit mit C-Text zur komfortablen Serienbrieferstellung geeignet ist


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