Aktuell

Apple verkauft Adobe-Aktien

Apple Computer verkauft seine 3,4 Millionen Adobe-Aktien für 91 Millionen Dollar. Das entspricht 16,3 Prozent von allen Adobe-Aktien, die es derzeit auf dem Markt gibt. Apple hatte das Aktienpaket 1984 für 2,4 Millionen Dollar erworben.

Gleichzeitig kündigte Apple an, in der nächsten Version des Macintosh-Betriebssystems "Display-Postscript" doch nicht einzuführen, obwohl Branchenkenner das allgemein erwartet haben. Apple setzt statt dessen auf ein selbstentwickeltes Grafik- und Schrift-Format, das leistungsfähiger und vor allem schneller als Display-Postscript von Adobe sein soll. Mit dem Verkauf der Aktien trennt sich Apple von seinem ehemaligen "Ziehkind", das die Seitenbeschreibungssprache PostScript erfand. gn

Deutscher Manager wird IBM-Vizepresident

Zum ersten Mal seit Bestehen des Unternehmens ist ein deutscher Manager in den Führungszirkel der IBM-Muttergesellschaft aufgestiegen. Hans-Olaf Henkel, (47) Geschäftsführer von IBM in Deutschland, wurde Ende Juni vom sogenannten "Board of Directors" zum IBM- "Vice President" gewählt.

Das Board of Directors ist das oberste Wahlgremium in amerikanischen und englischen Unternehmen — entfernt vergleichbar mit dem Aufsichtsrat in deutschen Firmen und Konzernen. Der Titel "Vice President" ist nach Angaben eines Pressemitarbeiters der IBM eine "Auszeichnung und Anerkennung" für besondere Leistungen. Henkel wird weiterhin Geschäftsführer der IBM Deutschland bleiben.

IBM ist der größte Hardware- und drittgrößte Software-Hersteller der Welt und setzte 1988 über 59,6 Milliarden US-Dollar um. Daran hatte IBM-Deutschland (rund 31000 Mitarbeiter) einen Anteil von rund 6 Milliarden Dollar. rh

SEL verkauft CTM an Ex-Commodore-Manager


Der ehemalige Commodore-Manager Harald Speyer und sein Kompagnon Walther Bartholomae sind die neuen Besitzer der Konstanzer Computerfirma CTM

Harald Speyer, vormals Generalmanager-Europa von Commodore, und Walther Bartholomae, bis März 1989 Finanzchef von Commodore Deutschland, machen sich selbständig und haben die Konstanzer Computerfirma CTM gekauft. Das auf Bürokommunikation und Unix-Systeme spezialisierte Systemhaus vom Bodensee hatte in den letzten beiden Jahren hohe Verluste einstecken müssen und war der Muttergesellschaft SEL (Standard Elektrik Lorenz) zu teuer geworden. Managementfehler gelten als Ursache für die verfahrene Lage von CTM und das schlechte Jahresergebnis der SEL. Unter neuer Führung und als unabhängige Firma soll CTM wieder auf die Beine kommen. Über den Verkaufspreis wurde Stillschweigen vereinbart: Während SEL nur vage von einem "Symbolwert" spricht, munkeln Branchenkenner von 150 Millionen Mark, die Speyer und Bartholomae über die Deutsche Bank finanzieren ließen. Speyer und Bartholomae wollen CTM sowohl durch Expansion auf internationale Märkte als auch durch deutlichen Personalabbau sanieren, gn

Helmut Jost verläßt Amstrad


Amstrad-Geschäftsführer und Vertriebsprofi Helmut Jost (34) kündigte

Amstrad-Geschäftsführer Helmut Jost (34) hat die Computerfirma zum 31.6.89 verlassen, seine weiteren Pläne sind unbekannt. Seine Aufgaben übernehmen kommissarisch Finanz-Direktor Hans Guntermann und der Vertriebs-Chef Franz Simais. Ein Nachfolger für Jost ist noch nicht gefunden.

Vertriebs-Profi Jost war im Herbst 1987 von Commodore zu Amstrad gekommen und hatte dort die deutsche Amstrad-Niederlassung aufgebaut. Unter seiner Regie erreichte Amstrad bereits im ersten Jahr nach der Trennung von der Firma Schneider, die bis 1988 Amstrad-Computer in Deutschland verkaufte, einen Umsatz von rund 120 Mülionen Mark. Die Amstrad Muttergesellschaft in England dagegen muß derzeit gegen stark sinkende Umsätze kämpfen. Weder Jost noch Amstrad äußerten sich zum Kündigungsgrund, Mitarbeiter sagen ihm aber persönliche Differenzen mit Amstrad-Gründer Alan Shugar nach, gn

US-Firmenaktion gegen japanische Vormachtstellung

Sieben amerikanische Firmen der Computer-Branche haben das Gemeinschaftsunternehmen "US. Memories INC." gegründet. Das Konsortium ist ein Zusammenschluß der drei Computer-Hersteller Digital Equipment, Hewlett-Packard und IBM mit den Chip-Herstellern Advanced Micro Devices, Intel, LSI Logic und National Semiconductor.

Mit U.S. Memories will sich die amerikanische Industrie entscheidend aus der japanischen Chip-Abhängigkeit befreien. Japan dominiert gegenwärtig vor allem im Bereich der DRAMs — der Speicherchips für Computer aller Art: 1988 wurden 91 Prozent aller DRAMs in Japan produziert, in den USA waren es 5 und in Europa lediglich 3 Prozent.

1991 soll die amerikanische Chip-Produktion von U.S. Memories starten. Als Know-how-Lieferant für die Fertigung vermuten Bran-chen-Insider den Computer-Giganten IBM. Der geschätzte Kapitalbedarf von U.S. Memories: rund eine Müliarde US-Dollar. rh

Verwirrung bei Commodore


Deutschland-Geschäftsführer Winfried Hoffmann hat Commodore nach internen Querelen verlassen

Commodore laufen die Manager weg: Nach Europa-Chef Harald Speyer nahm nun auch Deutschland-Geschäftsführer Winfried Hoffmann seinen Hut. Zu der überraschenden Kündigung und zur Frage des Nachfolgers gab Commodore keinen offiziellen Kommentar.

Mitarbeiter von Hoffmann vermuten den Grund für Hoffmanns Kündigung im Führungsstil von Commodore-Boss Irwing Gould. Hintergrund der Querelen: Obwohl die deutsche Niederlassung ein Drittel des weltweiten Commodore-Umsatzes macht und mit ihren hohen Einnahmen das Unternehmen 1985 schon einmal vor dem Konkurs retten konnte, liegt die komplette Entscheidungsgewalt weiterhin im Commodore-Headquarter in West Chester/Philadelpia. Anlaß für den jüngsten Streit waren überzogene Umsatzforderungen an Commodore Deutschland und Meldungen, daß Commodore International zum ersten Mal seit drei Jahren wieder rote Zahlen schreiben wird. Gould soll das Commodore Deutschland angelastet haben. Als möglichen Hoffmann-Nachfolger handeln Insider den jetzigen Compaq-Manager Peter Kaiser. gr

Nixdorf vor dem Verkauf?

Siemens und AT&T planen die Nixdorf AG aus Paderborn zu übernehmen. Der renommierte deutsche Computerhersteller ist durch horrende Verluste in Millionenhöhe in die Schlagzeilen gekommen. Nixdorf wird nach Einschätzung des Vorstands-vorsitzenden Klaus Luft (47) auch noch weiterhin rote Zahlen schreiben.

In dieser kritischen Finanzlage streckt Siemens, das größte deutsche Computerunternehmen, seine Fühler nach Nixdorf aus. Wie die Zeitschrift "Börse Online" berichtet, bestätigt der Siemens-Vorstandsvorsitzende Karlheinz Kaske das Interesse an Nixdorf. Er vermutet allerdings, daß das Bundeskartellamt die Übernahme kaum erlauben werde. Die Elefantenhochzeit zwischen Siemens und Nixdorf verstoße wahrscheinlich gegen das Monopolgesetz.

Mit dem amerikanischen Kommunikationsgiganten AT&T steht ein weiterer potentieller Käufer vor Nixdorfs Türen. AT&T hat erst kürzlich seine Olivetti-Anteile verkauft und steht derzeit ohne europäischen Partner da. Die angeschlagene Nixdorf-AG käme AT&T nach Ansicht von Branchenkennern in dieser Situation gerade recht.

An der Münchner Börse berichten Gerüchte von zwei weiteren Kaufinteressenten: der Konzerngruppe Mannesmann, die von der Bohrinsel bis zum 9-Nadel-Drucker alles im Sortiment hat, und dem Nobel-Auto-Produzenten BMW, der unlängst den Elektronikhersteller Kontron erwarb.

Was sagt Nixdorf zu den Gerüchten? "Kein Kommentar", heißt es offiziell. gn

Microsoft: größter Software-Produzent der Welt

Der Software-Hersteller “Microsoft” ist mit rund 718 Millionen Dollar Umsatz der größte Programm-Anbieter der Welt. Das ergibt eine Analyse des Kronberger Marktforschungsinstituts "IDC”, das den internationalen Software-Markt 1988 für PCs analysiert und eine Liste der zehn führenden Anbieter aufgestellt hat.

Demnach stieg das Umsatzvolumen von Microsoft innerhalb eines Jahres, von 1987 bis 1988, um 57 Prozent. Der Software-Gigant verdankt seine dominante Marktstellung vor allem dem breiten Produkt-Spektrum, das alle Anwendungs-Bereiche des PCs abdeckt.

An zweiter Stelle der Rangliste erscheint die Firma "Lotus Development" mit 468,5 Millionen Dollar Umsatz. Obwohl der Umsatz-Zuwachs von 18 Prozent nur auf dem vorletzten Platz der Hitliste landete, soll 1989 für Lotus nach IDC-Einschätzung ein gutes Jahr werden: Die Kronberger Marktforscher geben den neuen Produkten des Unternehmens (beispielsweise "Lotus 1-2-3" in den Versionen 2.2 und 3.0) gute Chancen, die Wachstumskurve steil nach oben zu biegen.

Als drittgrößten Hersteller weisen die Umsatz-Zahlen den IBM-Konzern aus. Der größte Hardware-Produzent der Welt verkauft mit seinen Computern häufig auch die dazugehörigen Branchenlösungen. Da diese Geschäfte direkt über die Großkunden und nicht über den Handel abgewickelt werden, wird der Name IBM in der Öffentlichkeit selten mit dem Software-Bereich in Verbindung gebracht. Das soll sich aber mit der kürzlich von IBM vorgestellten Software-Reihe "Office-Vision" ändern.

Der Aufsteiger der letzten Jahre ist "WordPerfect". Mit seinem Verkaufsrenner, dem gleichnamigen Textverarbeitungsprogramm, hat sich das Unternehmen stetig an die 200-Millionen Dollar Umsatz-Marke herangearbeitet —178 Millionen Dollar waren es 1988.

Die Umsatz-Schlußlichter der Liste — "Adobe" und "Aldus" — leuchten immer stärker im Glanz eines emporstrebenden DTP-Marktes: Die Wachstumsraten liegen bei 116 beziehungsweise 100 Prozent. ih

Die weltweit führenden Anbieter von PC-Software
Hersteller Umsatz 1988 Zuwachs
(in Mio. $) (1987/88)
1. Microsoft 718,6 57%
2. Lotus 468,5 18%
3. IBM 370,0 59%
4. Ashton-Tate 303,4 15%
5. WordPerfect 178,0 77%
6. Autodesk 113,6 43%
7. Borland 83,8 55%
8. Software Publ. 82,4 88%
9. Adobe 81,4 116%
10. Aldus 79,0 100%

Macintosh als Kissen


Einsame Computer-Herzen können aufatmen. Für sie gibt es den "Smack-a-Mac!" (übersetzt: Schmatz-den-Mac!) — einen Teddybärersatz in Form eines Macintosh-Computers. Die Firma Ambril Ltd. in Herts (England) vertreibt das mit einem lachenden Bildschirm-Gesicht dekorierte Stoffkissen für zirka 20 Mark plus Gebühren. Ambrit empfiehlt die softe Hardware auch Cholerikern, die ihren Computerfrust jetzt an dem knuffigen Smack-Mac statt an seinen wesentlich härteren Brüdern auslassen können. rh

MS-DOS-NEWS

Neu: Laplink III

Brandneu ist die englische Version von Laplink III der Firma Traveling Software, USA. Eine deutsche Version wird es voraussichtlich erst Ende des Jahres geben. Mit Laplink können per mitgeliefertem Kabel zwei Computer (beispielsweise ein PC und ein Laptop) zur Datenübertragung verbunden werden. Die neue Version III kann Dateien oder riesige Inhaltsverzeichnisse sowohl seriell (über den RS232-Port mit 115200 Baud) als auch parallel (wie Laplink Plus über die Druckerschnittstelle) mit bis zu 200000 beziehungsweise 500000 Baud übertragen — das sind mehr als 3 MByte pro Minute. Laplink III ist IBM-PS/2-kompatibel. Neu ist auch die "Remote-Install"-Funktion: Damit kann Laplink über die mitgelieferten Kabel automatisch auf dem verbundenen Partner-Rechner installiert werden. Laplink III läßt sich als Backup-Hilfe verwenden, indem man die Dateien mit Laplink direkt von Festplatte auf Festplatte oder von Festplatte auf Floppy kopiert. ih

Amstrad senkt die Preise

Amstrad bietet seine PC 2386-Reihe ab sofort drastisch verbilligt an: Die 32-Bit-PCs mit Intel 80386-Prozessor kosten in der preiswertesten Variante statt 10000 Mark nur noch knapp 7500 Mark und sind damit nicht mehr teurer als Noname-Geräte. Die technischen Daten: Der PC 2386 bietet neben dem schnellen, mit 16 MHz getakteten Prozessor VGA-Grafik, einen monochromen Monitor, 4 MByte Speicher und eine 65-MByte-Festplatte. Zur Grundausstattung gehören MS-DOS 4.01, die Benutzeroberfläche Windows 386 und eine Maus. Der zusätzliche VGA-Farbmonitor (für die gleichzeitige Darstellung von 256 Farben) kostet rund 1100 Mark, gn

PC-Bedienung

Mit dem "Mensch-Maschinen-Interface" (MMI) hat die Firma Computec aus München ein Gerät entwickelt, das den Behinderten, die ihre Hände nicht gebrauchen können, die Bedienung eines handelsüblichen PCs ermöglicht.


Mit dem Mensch-Maschine-Interface (MMI) können Behinderte mit dem Mund einen PC bedienen

Verschiedene Eingabeinstrumente wie Steuerknüppel, Tasten und Sensoren versetzen Behinderte in die Lage, mit Standard-Anwendungen (Textverarbeitungen beispielsweise) professionell zu arbeiten. Mit geringsten Körperbewegungen oder dem Mund können die Behinderten die Tasten ansteuern. Da gerade der Computer nur sehr wenig körperliche Bewegungsfähigkeit verlangt, eignet er sich dazu, Behinderte in die Arbeitswelt zu integrieren.

Behindertenhilfsorganisationen wie der VdK und die Pfennigparade unterstützen den Einsatz von MMI. rh

Neuer Laserdrucker von Star


Star bietet seinen Laserdrucker "Laserprinter 8" jetzt auch mit Postscript-Emulation an

Star Micronics, der zweitgrößte Druckerhersteller der Welt, bietet seine ”Laserprinter 8” jetzt auch mit PostScript an. PostScript, eine Art Programmiersprache für Drucker, ist besonders für DTP-Anwendungen wichtig. Mit knapp 10000 Mark ist der Star-Drucker — gemessen an der Konkurrenz — verhältnismäßig billig. gn

ST-NEWS

BeckerPAGE 2.0 ist da

Von Data Becker ist auf der Atarimesse "BeckerPAGE” in der Version 2.0 zu begutachten. Laut Data Becker lehnt das Desktop-Publishing-Programm an die Fähigkeiten des "Calamus" von der Firma DMC an. Es kostet rund 400 Mark. Außerdem werden auf der Atari-Messe zum ersten Mal Softwareproben für die Data Becker-Programme in der ST-Reihe zu haben sein: Proben von BeckerTEXT, BeckerCALC, BeckerCAD und Hausverwaltung ST, Preis: je 30 Mark.

kl

Messepremiere des Atari TT

Atari wird den langerwarteten "TT" auf der Atari-Messe vom 25. bis 27. August in Düsseldorf der Öffentlichkeit vorstellen. Die Workstation namens TT ist mit einem 68030-Prozessor und dem Betriebssystem Unix ausgestattet. Auch Ataris Kleinster, der Portfolio, wird auf der Messe zu sehen sein, die sich bereits zum dritten Mal jährt. Weiterhin geplant sind Podiumsdiskussionen, die einen Überblick über die vielfältigen ST-Einsatzgebiete geben sollen, von der Schulsoftware über professionelle Branchenlösungen bis hin zu industriellen Lösungsbeispielen. Einige Veranstaltungen werden sich auch dem MIDI-Bereich widmen, in dem der Atari ST bereits eine Führungsrolle übernommen hat. kl

Noch ein MS-DOS-Emulator

Einen weiteren MS-DOS-Emulator für den Atari ST will die Firma Beta Systems auf den Markt bringen. Dabei handelt es sich um den schon vor zwei Jahren angekündigten "Supercharger". Es ist eine externe Erweiterung, die an den DMA-Port des ST gesteckt wird und über mindestens 512 KByte verfügt. Eingebaut ist ein V30-Prozessor. Er unterstützt den Monochrom- oder Farb-Monitor des ST. Das Gerät kostet inklusive MS-DOS 3.3 rund 800 Mark und wird auf der Atari-Messe vorgestellt. kl


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