Path, der Pfadfinder

Hand aufs Herz, nützen Sie die Fähigkeiten von MS-DOS voll aus? In jeder Ausgabe stellen wir Ihnen einen MS-DOS-Befehl vor, der vielen Anwendern erfahrungsgemäß Schwierigkeiten macht. Wir beginnen mit »PATH«.

Unterverzeichnisse (Subdirectories) sind etwas Feines. Mit ihrer Hilfe läßt sich auf Disketten und Festplatten schön Ordnung halten. Doch wie sieht es aus, wenn ein Programm, das in einem bestimmten Unter Verzeichnis begraben liegt, aus jedem Verzeichnis heraus aufgerufen werden soll?

Glücklicherweise haben uns die Programmierer die Anweisung »PATH« zur Verfügung gestellt. Path, zu deutsch Pfad, legt die Verzeichnisse fest, in denen MS-DOS eine bestimmte Datei suchen muß. Zweckmäßigerweise sollten Sie die Pfadangabe in die »autoexec.bat« legen. Beim Booten Ihres PCs wird diese Datei automatisch aufgerufen und die darin enthaltenen Anweisungen ausgeführt.

Angenommen, Sie sind ein ordnungsliebender Mensch und wollen alle DOS-Befehle in ein eigenes Unterverzeichnis legen. Sie definieren also ein Unterverzeichnis»DOS«und kopieren Ihre Systemdateien hinein. Damit Sie aus jedem Verzeichnis heraus auf die DOS-Befehle zugreifen können, muß in Ihrer »auto-exec.bat« die Anweisung

PATH a:\DOS

stehen. Dabei bezeichnet »a:« das jeweilige Laufwerk. Nach dem Booten merkt sich jetzt MS-DOS, daß es im Unter Verzeichnis »DOS« nachsehen muß. wenn es eine Datei im aktuellen Verzeichnis nicht finden kann.

Auf diese Weise können Sie einen beliebig langen Pfad legen. Zum Beispiel:

PATH c:\Spiele\Adventur\Infocom\Galaxy

Allerdings können Sie so nur einen Ast der Verzeichnisse beschreiben. Also zum Beispiel ein Unterverzeichnis in dessen Unterverzeichnis die gesuchte Datei liegt.

Soll MS-DOS eine Datei aber in verschiedenen, vom Hauptverzeichnis abzweigenden. Verzeichnissen suchen, müssen Sie jeden Ast mit einem Semikolon trennen:

PATH c:\DOS;\Anwend\Text;\Spiele

Diese Pfadangabe hat aber einen Nachteil: Wenn Sie sich auf einem anderen Laufwerk als dem angegebenen befinden, kann MS-DOS die Verzeichnisse »Anwend«, »Text« und »Spiele« nicht finden. Der Grund dafür ist, daß es die Dateien auf dem Laufwerk sucht, das gerade aktiv ist. Deswegen ist es besser, nach jedem Semikolon die Laufwerkangabe zu wiederholen:

PATH c:\DOS;c:\Anwend\Text;c:\ Spiele

MS-DOS kann aber noch mehr. Sie können den Suchpfad auch auf andere Laufwerke ausdehnen:

PATH c:\DOS;a:\Datelver\dbase;b:\Utility

Die einzelnen Pfade müssen wiederum nur durch ein Semikolon getrennt werden. Außerdem müssen Sie die neue Laufwerksbezeichnung angeben.

Wie ist es aber, wenn Sie gar keine Unterverzeichnisse verwenden? Auch dann können Sie aus »PATH« Nutzen ziehen.

Es wäre doch praktisch, wenn Sie auf Dateien des anderen Laufwerks zugreifen könnten, ohne das Laufwerk zu wechseln. Probieren Sie folgendes aus:

PATH b:

Jetzt können Sie vom »a:«-Laufwerk auch auf Dateien von »b:« zugreifen.

Beim Herumexperimentieren mit dem PATH-Befehl kann es schon einmal Vorkommen, daß Sie den Überblick verlieren. Die Frage, welcher Pfad momentan gültig ist, kann »PATH« selbst beantworten. Sie müssen nur »PATH« ohne Parameter eingeben. Sofort wird der aktuelle Pfad angezeigt.

Achtung, Path ist erst nach dem Booten wirksam. Wenn Sie also einen neuen Pfad anlegen. reicht es nicht aus. die »autoexec.bat« zu starten. Sie müssen den Computer also entweder aus- und wieder einschalten, oder gleichzeitig die Tasten < Ctrl > und < Alt > zusammen mit < Del> drücken. Auf jeden Fall viel Spaß beim Pfade finden.

In der nächsten Folge werden wir uns eingehend mit Unterverzeichnissen beschäftigen. Dort werden Sie auch merken, wie aufgeräumt ein PC-Verzeichnis mit Unterverzeichnissen aussehen kann. (rj)



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