Spiele Leserbriefe

Mit Koppler und Diskette

Als wir Spieleredakteure in den letzten Tagen mit Akustikkoppler und Terminal-Software gesichtet wurden, gab es unter unseren Kollegen verwunderte Gesichter. Hatten wir zwei etwa ein neues DFÜ-Spiel entdeckt? Nein, wir haben das »Spiel« DFÜ entdeckt!

Die Auflösung des Rätsels: Wir beide treiben uns seit einigen Tagen in der Markts Technik-Mailbox herum. Diese ist unter der Nummer 089-4606021 24 Stunden am Tag zu erreichen (Parameter: 300 baud, 8n1). Wer also Fragen zum Spieleteil hat, kann diese ab sofort auch im Menüpunkt: »Information, Happy-Computer, Fragen an die Redaktion« als Briefchen ab-legen. Wenn Ihr seht, daß wir gerade selbst in der Box sind, könnt Ihr ja auch mal versuchen, mit uns zu reden! Unsere Usernamen: Heini und bobo (mit kleinem b).


Hi-Tech in der Spieleredaktion: DFÜ für Einsteiger

Leider können wir in der Box keine Tips zu Spielen geben. Das liegt daran, daß selbst wir nicht sämtliche Spiele-Lösungen im Kopf haben können. Wenn ihr uns Fragen stellt, werden die natürlich an Petra von »Hallo Freaks« weitergeleitet und, wenn möglich, im Magazin veröffentlicht. Eine Antwort erscheint dann ebenfalls, sofern vorhanden, unter »Hallo Freaks«. (bs/hl)

Raubkopierer wehren sich

Liebe Happy-Computer-Redaktion, aufgrund einiger Beleidigungen über uns Kopierer entstand dieser Brief. Es geschieht immer wieder, daß ihr Raubkopierer (wie ihr es nennt) beleidigt. Wir wären »Software-Piraten« usw. Wir würden aus Spaß kopieren und wir wären Betrüger und Diebe (das behauptete der Microprose-Boß).

Wir kopieren, weil wir nicht genug Geld haben, um uns Originale zu kaufen. Und wir sind auch keine Diebe, weil wir nichts stehlen! Das Kopieren geht weiter und dagegen kann keiner etwas machen. Auch wenn es keine Spiele mehr geben sollte, da die Hersteller boykottieren, werden wir Spiele machen und sie verschenken, wie es in einem europäischen Land schon so ist. Eigentlich habe ich ja nichts gegen die Software-Produzenten, nur sollten sie die Preise drücken.

Ich selbst bin 14 und werde, sobald ich Geld verdiene, wohl kaum noch kopieren. Ihr werdet sicher diesen Brief in die nächste Mülltonne schmeißen und nicht beachten, da ihr es nicht nötig habt, zu kopieren, weil ihr alles umsonst bekommt.

Und noch was: Ich kenne keinen unter 18, der einen Computer besitzt und nicht kopiert! Ihr zwei (bs und hl) hättet auch kopiert. Es gibt einfach keinen, der nicht kopiert. Das liegt nicht daran, daß das Gesetz zu mild ist, sondern weil man das Gefühl hat, für nichts und wieder nichts bestraft zu werden. Etwa zwei Millionen Menschen, die so denken und es selbst am besten wissen müssen, sind der beste Beweis dafür.

Und noch ein letztes: Wir kopieren, beziehungsweise cracken, nicht, weil es uns Spaß macht oder cool ist, sondern weil wir es uns nicht leisten können, 10 Spiele pro Monat zu kaufen. Ihr werdet doch überschüttet von Spielen, die bei euch eintreffen. Wie viele sind es denn? 100, 200? Was würdet ihr sagen, wenn ihr nur eines bekämt?

Computerspielen ist wie eine Sucht. Man will immer mehr. Wenn man eine Woche ohne Computer ist, merkt man das. Ich hoffe, ihr denkt ein bißchen nach über diesen Brief und versucht ihn wenigstens ein bißchen zu beachten.

Ein noch treuer Happy-Leser

Dieser Brief erreichte uns ohne Absender-Angabe. Normalerweise schenken wir anonymen Briefen keine Beachtung, da wir meinen, daß man sich offen zu seiner Meinung bekennen sollte. In diesem Fall machen wir eine Ausnahme, da dieser Brief viele Aussagen zusammenfaßt, die wir in den letzten Wochen erhalten haben.

Vielen Dank erstmal, namenloser Leser, daß du uns noch ein Weilchen treu bleiben willst. Trotzdem werden wir nicht aufhören, Raubkopierer darauf aufmerksam zu machen, daß das Kopieren eine illegale Handlung ist.

Wenn Bill Stealey (der Boß von Microprose) sagt, daß Raubkopierer Betrüger und Diebe sind, dann hat er von seinem Standpunkt aus gesehen völlig recht. Wer ein Programm kopiert und es dann spielt, der hat dieses Programm gestohlen, denn er benutzt eine Ware, ohne dafür bezahlt zu haben.

Die alte Ausrede: »Ich kann mir das Programm nicht leisten, also kopiere ich es mir« ist leider keine besonders gute. Mit der gleichen Berechtigung könnte man auch sagen: Ich kann mir das Programm nicht leisten, also gehe ich in einen Software-Laden und klaue es. Kopieren ist Diebstahl, da gibt es keine Ausflüchte oder Diskussionen.

Trotzdem scheinst du ja Bill nicht böse zu sein, denn einige Sätze später meinst du beschwichtigend, daß er nur die Preise drücken sollte, dann sei alles in Ordnung. Wie aber soll er die Preise senken, wenn es, wie du sagst, zwei Millionen Menschen gibt, die die Programme sowieso kopieren?

Wir wissen durch andere Leserbriefe, daß sogar die Billig-Spiele, die im Laden nur zehn Mark kosten, in großem Umfang kopiert werden. Egal, wie preiswert Spiele auch sein mögen, es wird wohl immer genug Leute geben, die sagen: Ich kann es mir nicht leisten, also kopiere ich es.

Wenn Programme also billiger werden, dann kaufen die ehrlichen Leute vielleicht noch ein paar mehr Spiele, weil sie sich mehr leisten können. Die Raubkopierer jedoch bleiben bei der illegalen Null-Tarif-Lösung.

Als weiteres Argument führst du deine Sucht nach Computerspielen an. Aber auch hier muß ich dir widersprechen: Wenn ich süchtig nach Schokolade-Keksen bin, darf ich auch nicht einfach in einen Supermarkt gehen und welche klauen, bloß weil mein Taschengeld nicht mehr reicht.

Du sagst: Das Kopieren läßt sich nicht stoppen. Da bin ich anderer Meinung. Die Software-Firmen können das Kopieren wahrscheinlich nicht stoppen, aber die Kopierer können es. Das mag utopisch klingen, aber wenn viele der jetzigen Raubkopierer der Versuchung widerstehen könnten, wäre mit einem Schlag das Problem Software-Piraterie zwar nicht gelöst, aber immerhin doch gewaltig verkleinert.

Seht es mal von der Seite: Es ist schlicht und einfach unfair dem Programmierer gegenüber, seine Programme zu kopieren. Dieser Programmierer muß ja auch irgendwie leben, seine Miete bezahlen und sich technisch weiterbilden, damit er nicht immer das gleiche programmiert. Mit dem Kopieren nehmt ihr ihm die Chance, das Super-Spiel, das gerade euch interessiert, zu schreiben. Also wird er in wenigen Jahren schon keine Spiele mehr programmieren, sondern vielleicht mit Tabellenkalkulationen oder als Buchhalter sein Geld verdienen müssen. Und ihr sitzt dann da mit eurem Computer. ohne neue Spiele. (bs)

Hit-Statistik

Karsten Bremer aus Hagen hat sich die Mühe gemacht, aus den von uns veröffentlichten deutschen Verkaufs-Hitparaden die bisher größten Erfolge zu ermitteln. Seine Auswertung geht bis Ausgabe 3/87. Auf den ersten Plätzen liegen »Winter Games«. »Mission Elevator«, »Das Herz von Afrika« und »Elite«. Vielen Dank für die Mühe!(hl)


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