P.H.M. Pegasus (C 64)

Brausen Sie mit der Pegasus, einem hochmodernen Tragflügel-Boot, auf Terroristenjagd durchs Mittelmeer oder bei Rettungs-Aktionen durch den Persischen Golf.

Neben Schlachtschiffen, Öltankern und Segeljachten gibt es einen weiteren Schiffstyp, der jedoch bisher in der Öffentlichkeit wenig Beachtung gefunden hat: das Tragflügel-Boot. Die Geschichte dieser seltsamen Boote reicht bis ins späte 19. Jahrhundert, in dem einige Wissenschaftler eine für damalige Verhältnisse verrückte Idee ausprobierten. Bringt man unter einem Boot tragflächen-ähnliche Gebilde an, heben diese den Bootsrumpf bei schneller Fahrt fast vollständig aus dem Wasser. Dadurch wird der Wasserwiderstand des Bootes fast vollständig eliminiert. Hohe Geschwindigkeit, Manövrierfähigkeit und Stabilität bei extremsten Wetterbedingungen sind die grundlegenden Eigenschaften eines Hydrofoils.


Heiße Schlacht auf rauher See in flotter 3D-Grafik

Die NATO hat augenblicklich drei verschiedene Typen von Hydrofoils im Einsatz: Die amerikanische »Pegasus«, die italienische »Sparviero« und die israelische »Hagstaff II«. Ihr Haupteinsatz ist die /TAG«, die >Terrorist Action Group«. Alle drei Hydrofoils können mit dem Programm »P.H.M. Pegasus« auf acht verschiedenen. typischen Missionen simuliert werden.

Zwei dieser Missionen sind Trainingseinsätze, bei den anderen sechs wird es dagegen ernst. Man jagt Terroristen in verschiedenen Krisengebieten der Welt, sucht Waffenschmuggler und eskortiert zivile Schiffe.

Politisch brisant

Die schwierigste Mission ist politisch besonders brisant: Ein Schiff mit amerikanischen Zivilisten soll aus dem Kriegsgebiet im Persischen Golf begleitet werden. Auch wenn Sie keinerlei feindselige Aktionen unternehmen, werden Sie von extremistischen Truppen angegriffen. die auf jeden Fall die Amerikaner versenken wollen. Sollten Sie allerdings in Panik geraten und unbeteüigte Schiffe der beiden Parteien beschießen, hat man nur noch geringe Überlebenschancen. Für diese Mission bleiben 48 Stunden Zeit.

Nun wäre Pegasus ziemlich langweilig, wenn man immer mehrere Stunden vor dem Computer sitzen würde, bis man endlich mal auf einen Gegner trifft. Deswegen ist eine sogenannte Zeit-Kompression eingebaut. Auf Tastendruck vergeht die Spielzeit bis zu 128mal schneller als in Wirklichkeit. Seeschlachten können bis zu 8mal schneller durchgespielt werden.

Mit einer Taste schalten Sie zwischen der Cockpit-Anzeige und einer Landkarte um. Auf der Landkarte können Sie mit einem Fadenkreuz den Autopiloten Ihres Hydrofoils sowie weiterer beteiligter Fahrzeuge einstellen. In manchen Missionen stehen Ihnen noch bis zu zwei Hubschrauber und ein weiteres Boot zur Verfügung. Von diesen können Sie allerdings keine Cockpit-Aussicht bekommen, sondern müssen Sie ausschließlich über den Autopiloten steuern. Die Hubschrauber sind insofern nützlich, als sie einen großen Bereich um deren Positionen mit dem Radar abdecken können und so über die Bewegungen des Feindes besser informiert sind.

Bis an die Zähne bewaffnet

Um sich gegen die Feinde zu wehren, haben Sie eine 76-mm-Kanone sowie mehrere Raketen und Chaff-Werfer an Bord. Die 76-mm-Kanone ist mit einem Fernglas gekoppelt, durch das Sie entfernte Ziele betrachten können. Die Raketen werden von Ihrem Bord-Radar gesteuert und finden immer ihr Ziel. Die Chaff-Werfer schließlich versuchen, feindliche Raketen abzulenken. indem sie einen Regen aus Metall-Streifen niedergehen lassen, der feindliches Radar stören soll.


Bei der Steuerung des Hydrofoils werden in erster Linie der Joystick und nur sehr wenige Tasten benutzt. Hier hat man einen guten Kompromiß zwischen realer Simulation und Action-Spiel geschlossen, indem man die Steuerung gegenüber einem echten Schiff stark vereinfacht hat.

Durchschnittliche Sound-Effekte und eine nette Titel-Musik tönen aus dem Lautsprecher. Die 3D-Grafik ist zwar recht flott, verliert aber einiges an Wirkung, da nur Wasser und Schiffe zu sehen sind. Auch sonst ist das Spiel nicht allzu abwechslungsreich. Obwohl Pegasus als Simulation bezeichnet wird, hat man absichtlich auf viele Elemente verzichtet: Sie können niemals auf Grund laufen (der Computer bremst Sie rechtzeitig ab), so ist auch niemals eine Küste aus dem Cockpit zu sehen. Sie können keinen Hafen anlaufen und etwa nachtanken. Es gibt keine Tag-und Nacht-Wechsel. All diese Details wären wohl bei einer echten Simulation berücksichtigt worden, weswegen wir Pegasus als hochkarätiges Action-Spiel bezeichnen.

Simulationsfreunde, die hier ein zweites »Silent Service« erwarten. werden etwas enttäuscht werden. Wer allerdings ein maritimes Action Spiel haben möchte, wird von der Vielfalt des RH.M. Pegasus überzeugt sein. (bs)
Boris Schneider


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