Cholo (C 64)

 Grafik  50 ★
 Sound & Musik  7 ★
 Happy-Wertung  81 ★
C 64 (Schneider CPC, Spectrum)
Action-Adventure
49 DM (Kassette), 69 DM (Diskette)
Ungewöhnliches 3D-Spiel

Unter der Stadt Cholo sind die letzten Menschen in einem Atombunker gefangen. Wenn Sie es nicht schaffen, den Bunker zu öffnen, sind Sie für immer zur Dunkelheit verdammt.

In ferner Zukunft hat ein Atomkrieg die Oberfläche der Erde verwüstet. In einem großen, unterirdischen Bunker warteten die letzten Überlebenden der Menschheit auf das Abklingen der radioaktiven Strahlung. Doch als diese dann nach Jahrhunderten aus dem Bunker herauswollen, merken sie, daß jemand den Deckel von außen versiegelt hat!


Anneka, der fliegende Robot, setzt zur Landung an

In den darauffolgenden Jahren verdichten sich die Erkenntnisse der Wissenschaftler zu einem schrecklichen Bild: Durch die radioaktive Strahlung hat ein wichtiges Computersystem durchgedreht. Es erkannte in der Menschheit eine riesige Gefahrenquelle, die jederzeit schwere Verwüstungen an der Erde anrichten könnte. Deswegen sperrte der Computer die letzten Menschen auf ewig im Bunker ein. Der Eingang zu diesem Bunker liegt in der Stadt Cholo, die inzwischen von Computern und Robotern verschiedenster Bauart bevölkert wird.

Nun ist die ewige Verbannung in einem kleinen Bunker nicht gerade erfreulich; außerdem gehen langsam die Lebensmittel aus. Deswegen versuchen die Überlebenden verzweifelt einen Weg zu finden, das Siegel auf dem Bunkerdeckel zu brechen und zu fliehen.

Mini-Roboter mit Fernsteuerung

Einen Ausweg bieten kleine Mini-Roboter, Rats genannt. Diese Rats können durch einen Lüftungsschacht in die Stadt Cholo kriechen. Neben einer kleinen Laserkanone haben die Rats die Fähigkeit, die Daten von fremden Computern und Robotern anzuzapfen und diese gar umzuprogrammieren. Diese Rats werden natürlich aus dem Bunker ferngesteuert. Und wer wäre besser geeignet, diese schwierige Aufgabe zu erfüllen, als geübte Video-Spieler? Deswegen wird die Steuerung der Rats als Computerspiel namens »RAT« getarnt und schon darf sich die Video-Spiel-Elite des Bunkers darum bemühen, die Überreste der Menschheit zu retten.

Zu Beginn hat der Spieler Kontrolle über »Rizzo the Rat«. Zum Glück taucht Rizzo in einem Gebäude auf. in dem ein Computer versteckt steht, der die Paßwörter zu fast allen anderen Computern dieser Stadt gespeichert hat. Sie müssen nichts weiter tun, als diesen Computer zu finden und ihn anzuzapfen. Schon kann Rizzo sein Universal-Interface spielen lassen und besorgt Ihnen sofort das Paßwort-File. Wenn Sie nun das Gebäude verlassen, begegnen Sie einem weiteren Roboter namens Igor.

Mit ein paar gezielten Schüssen betäuben Sie Igor und übernehmen dann die Kontrolle über ihn. Ab sofort können Sie jederzeit zwischen Ihren beiden Robotern hin- und herwechseln.

Jeder Roboter kann bis zu vier Programme oder Textfiles in seinem Speicher halten. Dazu gehört beispielsweise das praktische Radar-Programm, das Sie jederzeit über Ihre nähere Umgebung informiert. Denn es gibt einige Stellen in der Stadt, die besonders scharf von starken Robotern bewacht werden. Gegen diese kann Rizzo meistens nichts ausrichten. Auch Igor ist da machtlos, weil er überhaupt keine Waffen hat. Also müssen Sie weitere Roboter finden und übernehmen. Dazu gehören beispielsweise Anneka, ein fliegender Roboter, der früher zur Verkehrsüberwachung gedient hatte, oder Felini. eine eigenwillige Roboter-Kamera.


Der Hacker-Roboter Igor in 3D-Vektor-Grafik

Vektor-Grafik und Daten-Fenster

Die Umwelt des gerade aktiven Roboters wird in 3D-Vektor-Grafik in einem kleinen Bildschirm-Fenster dargestellt. Dabei werden nur Objekte in der unmittelbaren Nähe angezeigt. Was einige Meter entfernt ist, gelangt nicht mehr auf diesen Sichtschirm. Weiterhin wird in der oberen Ecke die Fbsition des Roboters auf einer Karte von Cholo angezeigt. Diese Karte ist jedoch kaum zu erkennen und nur im Zusammenhang mit der Karte verwendbar, die als Poster dem Programm befliegt. Schließlich findet man noch ein Informations-Fenster, in dem Daten über das Spielgeschehen in Form von Texten auftauchen.

Gesteuert wird Cholo über die Tastatur. Man kann zwar auch einen Joystick verwenden, doch diese Steuerung erwies sich beim Test als unhandlich und umständlich. Eines wird allerdings viele C 64-Besitzer ärgern: Eine der am häufigsten benutzten Tasten (auch bei Joystick-Steuerung) ist die Restore-Taste, auf die man ordentlich draufhämmern muß. um eine Reaktion zu erzeugen.

Die 3D-Grafik von Cholo ist in der getesteten C 64-Version außergewöhnlich langsam, was den Spielablauf gehörig in die Länge zieht. Auch bei den Soundeffekten ist man eher sparsam umgegangen, Musik gibt es überhaupt keine. Diese Punkte schränken den Spielgenuß ziemlich stark ein. Ansonsten ist Cholo ein sehr komplexes Action-Adventure ungewöhnlichen Stils, das durch Originalität und Spielwitz fasziniert. Liebhaber von komplexen Logik-Spielen kommen hier voll auf ihre Kosten (bs)


Boris Schneider
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