StarComm: Der C 128 am Telefon

Ein Terminalprogramm für den Commodore 128 öffnet dem C 128-Besitzer das Tor zur Welt der Datenfernübertragung.

Mehr und mehr entdecken Heimcomputer-Besitzer die Datenfernübertragung. Mit dem C 64 war es Dank der vielen Terminal-Programme kein Problem entsprechenden Anschluß zu finden. Für den Commodore 128 gab es allerdings lange Zeit kein an seinen 128-Modus angepaßtes Programm. Dabei bietet sich der 80-Zeichen-Bildschirm des Commodore 128 geradezu für die Datenfernübertragung an. Die Übersicht wird größer und die Informationen sind länger auf dem Bildschirm sichtbar, da die doppelte Zahl an Zeichen gegenüber dem Commodore 64 zur Verfügung stehen. Auch seine schnellere Arbeitsgeschwindigkeit spielt eine entscheidende Rolle.

»StarComm« ist nun ein speziell auf die erweiterten Fähigkeiten des C 128 zugeschnittenes Kommunikations- und Terminal-Programm. Wird die Diskette in das Laufwerk eingelegt und der Computer eingeschaltet, startet das Programm von selbst. Es benutzt den 80-Zeichen-Modus, der C 128 muß demzufolge mit dem RGB-Monitorkabel an den Monitor angeschlossen werden. Die Bedienung erfolgt einfach und wirkungsvoll über die Cursor-Tasten und erklärt sich fast von selbst. Allerdings sind die Menüs jeweils in eigenen Bildschirmseiten untergebracht, so daß ein Wechsel auf einen anderen Menüpunkt immer das Verlassen und somit auch Loschen des aktuellen Bildes nach sich zieht. Mitunter kann das zu Verwirrungen führen. Pull-Down-Menüs oder überlagernde Fenster härten diesem Programm sehr gut zu Gesicht gestanden.

Nummern-Service

Dem Programm liegt ein Handbuch bei, das ein breites Spektrum an Wissenswertem über die Datenfernübertragung enthält. Jeder Menüpunkt von StarComm wird darin einzeln erklärt. Trotzdem bedarf es einiger praktischer Übung, bis man das Programm beherrscht.

Der zweite Teil des Handbuches vermittelt ein Grundwissen über Datex-P das DFÜ-Lexikon erklärt alle für die Datenfernübertragung wichtigen Begriffe. Wichtig für einen Anfänger: Anhand eines Beispiels wird der Ablauf einer Telefonverbindung mit einem anderen Computer und dessen Mailbox-Programm gezeigt. Des weiteren sind seitenweise Telefon-Nummern von Mailboxen vorhanden. So wird so manche Kommunikationshürde mit nur einem kleinen Schritt überwunden,

Im Kommunikationsmodus lauft an der Bildoberseite ständig eine Uhr mit. Das erlaubt eine Kontrolle der tatsächlich verstrichenen Zeit, denn gerade beim Telefonieren ist Zeit ja auch Geld. Als Besonderheit besitzt das Programm die Fähigkeit mit einem angeschlossenen Modem selbständig eine Telefonverbindung herzustellen. Dazu wird der Menüpunkt Autowahl gewählt, die entsprechende Nummer ausgesucht und schon wählt der Computer die entsprechende Nummer an. Ist der gewählte Anschluß besetzt, versucht es der Computer so lange, bis er Erfolg hat. Da kann man nur sagen: Wunde Finger, ade!

Wunde Finger, ade!

Mit einem Texteditor lassen sich Texte vorbereiten, die man später an einen anderen Computer übermitteln will. Dafür stehen 200 Zeilen zu 79 Zeichen bereit, Der vorbereitete Text läßt sich auf Diskette speichern und zum gewünschten Zeitpunkt wieder laden. Die Funktionen des Texteditors sind dabei durchaus mit einem einfachen Textverarbeitungsprogramm zu vergleichen.

Apropos Text, StarComm bietet für die Aufnahme von Protokollen während der Verbindung mit einem anderen Computer sagenhafte 82710 Byte an. Damit lassen sich auch sehr lange Computerverbindung mitschreiben, ohne zwischendurch speichern und den RAM-Bereich löschen zu müssen. Im Protokoll-Menü befinden sich reichlich Befehle, um das Protokoll zu speichern, zu drucken oder anzusehen,

Wer sein Kommunikations-Protokoll ausdrucken möchte, sollte auf jeden Fall die Daten vorher auf Diskette speichern. Ist nämlich kein Drucker angeschlossen, und man gibt trotzdem den Befehl zum Drucken (das gilt auch bei ausgeschaltetem Drucker), dann kommt es mitunter zu einem «Device not present«-Fehler, den StarComm mit einem Neustart abfängt. Und nach einem Neustart ist das RAM mit dem Protokoll praktisch wieder gelöscht. Auf der StarComm-Diskette befinden sich auch eine Reihe von Hilfsprogrammen. Das Programm »Parameter« paßt den StarComm an die zur Verfügung stehende Hardware an. Dabei kann man sowohl Bildschirmfarben als auch Geräteadressen (beispielsweise für den Drucker) angeben, im Prinzip also ein Installationsprogramm für StarComm. Das Programm »Drucker« gibt Dateien von Diskette auf Drucker oder Bildschirm aus. »Copy. kopiert Ausschnitte einer Datei in eine andere Auf keinen Fall darf natürlich ein Umwandlungsprogramm fehlen, das sequentielle Dateien in Programm-Dateien umwandelt: »Wandler SEQ-PRG« erledigt diese Arbeit, mit der man Programme aus einer fremden Mailbox bearbeitet, damit der eigene Computer sie versteht. Für ganz besonders Schnelle befindet sich mit dem Programm «Term« ein weiteres Terminalprogramm auf Diskette, das sogar die Baudrate von 2400 Baud zuläßt. Es sind also reichlich Hilfsprogramme vorhanden, die den Umgang mit der Datenfernübertragung stark erleichtern.

Fundgrube

Die Programmdiskette ist eine wahre Fundgrube für alle DFÜ-Begeisterte. Obwohl einige Teile im Basic 7.0 geschrieben sind, tut das der Geschwindigkeit keinen Abbruch.?Sowohl der Anfänger als auch der Fortgeschrittene auf diesem Gebiet hat seine Freude mit dem StarComm für den C128. Mit den vielseitigen Funktionen beeindruckt der StarComm und nutzt die Fähigkeiten des Commodore 128 weidlich aus. Ob Akustikkoppler oder Modem, beide werden von StarComm unterstützt. Wenn auch die Menüführung zu wünschen übrig läßt und kleine Anwender-Unfreundlichkeiten enthalten sind: Für einen Preis von knapp 50 Mark erhält man ein Programm und ein Handbuch, das sich sehen lassen kann. (zu)



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