Spiele Leserbriefe

Wo bleibt der Test?

Manchmal erhalten wir in der Redaktion Anrufe, in denen man uns vorwirft, nicht aktuell genug zu sein. Schreiben wir beispielsweise in einem Messebericht, daß wir vorab und exklusiv die C 64-Version von »Marble Madness« gesehen haben, klingelt schon bald das Telefon. Ein aufmerksamer Leser teilt uns dann mit, das Programm schon seit einigen Tagen zu besitzen.

Natürlich haben wir unsere Leser nicht für dumm verkauft, denn zu dem Zeitpunkt, an dem wir das Programm sahen, war das noch »vorab und exklusiv«. Wenn das Heft jedoch am Kiosk erscheint, ist manchmal schon das Programm im Handel, so daß unsere Aussage inzwischen überholt wurde.

Hier stellt uns die lange Produktionsphase — vom Manuskript bis zur fertigen Seite — ein Bein. Die vielen verschiedenen Arbeitsschritte der Produktion führen dazu, daß vom geschriebenen Artikel bis zum gedruckten Heft etwa vier bis sechs Wochen vergehen.

Wir werden zumindest alles Menschenmögliche tun und auch mal einen Termin überziehen (und damit die gesamte Redaktion und Produktion in Panik versetzen), um Euch den Test eines Produkts so schnell wie möglich zu servieren.

Abschließend noch ein kleiner Nachhall zu unserer Leserbriefseite in Ausgabe 12/86, in der wir vor importierten Spielen ohne deutsche Anleitung warnten. Einige Importeure fühlten sich durch den Begriff »Grauimport* verunglimpft, was natürlich nicht unsere Absicht war. Viele Firmen kaufen Programme direkt im Ausland ein, um besonders schnell zu sein oder sie besonders günstig anbieten zu können, was absolut legal und im Sinne des Anwenders ist. Den Käufern, die keinen Wert auf deutsche Anleitungen legen weil sie gute Englischkenntnisse besitzen, kann das nur recht sein. Aber denjenigen, die eine übersetzte Dokumentation brauchen, empfehlen wir auch weiterhin, sich vor einem Kauf danach zu erkundigen. (bs/hl)


Die Belegschaft von Activision Deutschland ließ es sich nicht nehmen, die Urkunden für die von Happy-Computer ausgezeichneten Spiele »Alter Ego«, »Spindizzy« und »Leather Godesses of Phobos« persönlich in unserer Redaktion abzuholen. Unser Bild dokumentiert dieses Gipfeltreffen. Eingeweihte erkennen von links nach rechts Heinrich Lenhardt (Happy), Winrich »Winnie« Derlien und Kathrin Ewaldsen (beide Activision) sowie Boris Schneider (Happy).

Copyright oder nicht?

Da ich seit einiger Zeit das Kopier-Modul »Freeze Frame Mark II« besitze, habe ich mir schon einige »Backups« angelegt. Nun möchte ich meine Spiele auch tauschen, aber die Originale behalten und die »Backups« tauschen. Ist dies möglich oder wird dadurch das Urheberrechtsgesetz verletzt?

(Arno Vomebeger, A-Wels)

Gut, daß Sie uns geschrieben haben, bevor Sie mit dem Softwaretausch anfingen. Sie verstoßen mit dem Tausch von Backups nämlich gegen das Urheberrechtsgesetz! Wenn man ein Programm kauft, dann darf man für sich alleine beliebig viele Kopien machen. Sobald man aber eine dieser Kopien weitergibt, ist das schlicht und einfach eine Raubkopie.

Ganz Schlaue könnten jetzt auf die Idee kommen, das Original weiterzugeben und selbst nur eine Kopie zu behalten. Doch in dem Augenblick, wo man selbst kein Original mehr hat, hält man automatisch eine Raubkopie in seinen Händen, die beispielsweise polizeilich beschlagnahmt werden kann.

Also Vorsicht! Module wie »Freeze Frame« oder »Ice Machine« dürfen nur benutzt werden, wenn man Sicherheitskopien für den eigenen Bedarf anlegt, sonst kann man enorme Schwierigkeiten und empfindliche Geldstrafen aufgebrummt bekommen.(bs)

Ein Platz für Umsetzungen

Hallo Dungeon Master, Freaks & Co.!

Hier ein Verbesserungsvorschlag für den neuen Spiele-Teil: Unter der Rubrik Softnews sollte auch eine »Umsetzungsspalte« sein. Gerade für den ST oder Amiga werden zur Zeit viele Spiele adaptiert. Aber auch Versionen, die bei den Tests in Klammem stehen, sind sicherlich eine kurze Beurteilung wert. Man könnte Besonderheiten, Verbesserungen und/oder Verschlechterungen gegenüber dem Original erwähnen, also einen direkten Vergleich zur ausführlich getesteten Version geben.

(Norbert Heydemann, Erlangen)

Norbert hat vollkommen recht, es gibt teilweise ganz erhebliche Unterschiede zwischen den verschiedenen Versionen eines Spiels. Sein Brief ist nur stellvertretend für viele andere Zuschriften, die eine Umsetzungs-Ecke fordern. Ab der nächsten Ausgabe gibt es deshalb diese Rubrik, in der wir Adaptionen von bereits getesteten Spielen vorstellen und vergleichen. Habt dann bitte Verständnis dafür, daß wir nicht das Software-Angebot eines ganzen Monats besprechen und aus Platzgründen nicht alle Umsetzungen berücksichtigen können.(hl)

Die Guten und die Bösen

Leider stelle ich einmal mehr fest, daß ihr in euren Test-Teilen nur den C 64 berücksichtigt. Selbst wenn ein Programm für C 64, CPC, Atari ST, Spectrum etc. vorliegt, testet ihr die Versionen für den veralteten C 64. Ich bin der Meinung, daß ihr die Programme, die auch für andere Computer vorliegen, nicht in der C 64-Version testen solltet, denn im Vergleich zu den C 64-Besitzern müssen wir die Programme bezahlen. Die C 64-Besitzer können ja die vorhandene Raubkopie zu Hause selber testen und dann entscheiden, ob sie das Programm behalten oder wertvollen Diskettenplatz sparen.

(Swen Orlowski, Duisburg)

Daß 100 Prozent aller C 64-Besitzer nur Raubkopien besitzen ist ebenso falsch wie die Annahme, daß es unter den Besitzern von anderen Computern keine schwarzen Schafe gibt. Ganz im Gegenteil: Für den C 64 werden wesentlich mehr Spiele verkauft als beispielsweise für den Schneider CPC. Die Aufforderung, keine Commodore-Versionen mehr zu testen, entbehrt also jeglicher logischer Grundlage. Und wer sagt denn, daß wir nur C 64-Versionen testen? Wenn wir ein Spiel erst für einen anderen Computer erhalten, testen wir selbstverständlich diese Version. Drei Beispiele aus der letzten Ausgabe: Starglider (Atari ST), Airline (Atari XL/XE) und Ikari Warriors (Schneider). Und ob der C 64 angesichts seines anhaltenden Erfolgs wirklich so veraltet ist, wage ich leise zu bezweifeln. (hl)

Einer für alle?

Wenn man die Spiele-Teile der letzten Ausgaben von Happy-Computer durchblättert, so kann man unter beinahe jedem Test die Initialien »hl« finden. Geht man davon aus, daß etwa 95 Prozent aller Softwarekäufer Ihr Magazin lesen und sich beim Kauf nach der Bewertung in diesem Heft richten, so erkennt man, daß Ihre subjektive Meinung oft ausschlaggebend dafür ist, ob ein Spiel ein Renner wird oder ein Flop. Denn da fast alle Tests von ihnen sind, kauft also ganz Software-Deutschland die Spiele, die dem Geschmack von Heinrich Lenhardt entsprechen und vielleicht weniger dem eigenen.

(Stefan Weckesser, Lauda)

Prinzipiell hat Stefan mit seiner kritischen Meinung recht. Doch zum einen bemüht sich ein Tester, ein Spiel möglichst objektiv zu beurteilen und fair mit Konkurrenz-Produkten zu vergleichen. Zum anderen schreiben jetzt Boris »bs« Schneider und Gregor »gn« Neumann auch Spiele-Tests. Und zu guter Letzt ist kein Test-Fazit eine Alleinentscheidung: Der Tester diskutiert seine Meinung mit anderen Redakteuren durch, die sich ebenfalls mit dem Programm beschäftigt haben. (hl)


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