Commodore-Festival


Commodore ist nach wie vor Spitzenreiter im Bereich Heimcomputer. Die Vorteile der verschiedenen Modelle und welcher Computer für wen geeignet ist, zeigt unser Vergleich.

Man stelle sich vor, ein Familienvater mit Frau und vier Kindern will sich einen Neuwagen kaufen und wählt einen Fiat 500. Bei allem Respekt vor dem Kleinwagen — das ist in diesem Fall sicher kein Ideal wagen, denn er ist unterdimensioniert. Damit so etwas nicht passiert, sollte man vor dem Kauf erst einmal seine Ansprüche überprüfen. Das gilt natürlich auch und gerade bei der Anschaffung eines Computers.

Der eine will nur mal eben in die Computerei hineinriechen oder sich schlicht Kurzweil bei einer großen Auswahl an Spielen bereiten. Auch eine Haushaltsverwaltung oder die anfallende Korrespondenz läßt sich einfacher mit einem Computer erledigen. Aber ganz gleich, ob einsamer Schachspieler oder Autodidakt in Computersprachen:

Jeder hat seine individuellen Vorstellungen, was er mit seinem Computer anfangen will.

Wie untauglich der eine Computer für sound- und grafikreiche Spiele auch ist—man kann diesen mitunter für eine schnelle und komfortable Dateiverwaltung gebrauchen. Commodore deckt mit seinen Computern fast alle Ansprüche ab:

Jeder der Computer wird nach einzelnen Einsatzkriterien beurteilt. Für die oben genannte Kurzweil bei Computerspielen ist das Kriterium des Softwareangebots auf dem Spielesektor besonders wichtig, bei einer Dateiverwaltung hingegen wird man besonders auf die Kriterien des Speicherplatzes und des Softwareangebots im Anwendungsbereich achten. Die ausgewählten Kriterien sollten alle persönlichen Anwendungsbereiche abdecken und eine effektive Aussiebung des auf den individuellen Bedarf zugeschnittenen Computers zum Ziel haben.

Unser erstes Kriterium behandelt das Softwareangebot. Was nützt der beste Computer, wenn man sich seine Software selbst schreiben muß, weil keine geeigneten Programme auf dem Markt erhältlich sind? Deshalb ist es nicht verwunderlich, daß der C 64 bei diesem Kriterium eine hohe Punktzahl erhalten konnte, obwohl vielleicht der Amiga aufgrund seiner Fähigkeiten wesentlich besser abschneidet. Man sieht, daß es der Kombination der einzelnen Kriterien bedarf, um einen Computer für sich zu bewerten. Dank gewisser Normen auf dem Softwaremarkt (die Betriebssysteme CP/M und MS-DOS) bietet der C 128 im CP/M-Modus ein riesiges Softwarearsenal, auch wenn sich die CP/M-Arbeit auf diesem Computer recht behäbig ausnimmt und CP/M-Disketten häufig mühselig umformatiert werden müssen. Eine weitere Softwarenorm, das Betriebssystem MS-DOS, macht den Amiga IBM-kompatibel und bietet dadurch große Mengen an PC-Software. Voraussetzung ist das »Sidecar«, eine Hardware-Erweiterung für nochmal stattliche 2000 Mark.

Zweites Kriterium ist analog dazu das Hardwareangebot. Was nützt die beste Textverarbeitung, wenn kein Druckeranschluß am Computer vorhanden ist oder das schönste Spiel, wenn der Joystickanschluß fehlt? Läßt sich der Computer in irgendeiner Weise erweitern (beispielsweise mehr Speicherbereich, andere Grafikkarten, zusätzliche Schnittstellen, etc.)? Das Bild eines Computers ändert sich völlig, wenn man ihn sinnvoll und preiswert aufrüsten kann.

Die nächsten beiden Kriterien betreffen die Leistungen auf dem Sound- und Grafiksektor. Wie öde und aufwendig ist die Textverarbeitung auf dem VC 20 mit 22 Zeichen pro Zeile. Selbst mit 40 Zeichen ist es manchmal noch mühsam, einen Brief zu verfassen oder Daten zu verarbeiten. Auch für den Computergrafiker oder den CAD-Fan ist es mit einer geringen Grafikauflösung nicht getan. Selbst ein Jean-Michel-Jarre wird mit einem blassen Tonkanal keinen ansprechenden Sound produzieren können. Da liegen Amiga, C 64 und C 128 klar an der Spitze.

Allergrößte Unterschiede kommen zum Vorschein, wenn man sich den Speicherplatz der einzelnen Computer im fünften Kriterium ansieht. Dieser variiert zwischen 3,5 KByte beim VC 20 und mehreren MByte beim vollausgebauten Amiga. Bei der Verwaltung größerer Datenmengen fällt diese Kriterium besonders ins Gewicht.

Im sechsten Kriterium, der Verarbeitungsgeschwindigkeit, gibt es nur zwei verschiedene Bewertungen. Das liegt zum einen an der Taktfrequenz und zum anderen am verwendeten Prozessor. Da alle Computer außer dem Amiga mit einem 8-Bit-Prozessor arbeiten, ergibt sich der Unterschied auch aufgrund der höheren Taktfrequenz des Amiga von selbst.

Kriterium Nummer sieben ist die Benutzerfreundlichkeit des Computers. Wer schon einmal mit der Maus des Amiga gearbeitet hat, kann sich kaum noch vorstellen, daß immer noch jemand eine Tastatur verwendet. Auch beim Basic gibt es große Unterschiede. Bei der eigenen Programmentwicklung lernt man eine komfortable Sprache schätzen. Da schlägt es negativ zu Buche, daß beim Basic 2.0 des VC 20 und des C 64 auf viele wichtige Befehle verzichtet wurde. Dadurch haben diese beiden Computer ein Handicap gegenüber allen anderen Computern.

Kritische Betrachtungen erleichtern die Auswahl

Doch nun zum meist bitteren Ende: Achtes Kriterium muß natürlich der Preis sein. Denn zwischen 120 Mark (C 116) und 2000 Mark (Amiga) besteht immerhin ein Unterschied von 1880 Mark. Wer also nur mal reinriechen will, ist beim Amiga vermutlich dann an der falschen Adresse, wenn er nach einer Woche feststellt, daß er doch keinen Draht zu solch einem Gerät hat. Gerade für Einsteiger ist hier ein billiger Anfang zu empfehlen.

Um schließlich zum »Aussieben« des auf die eigenen Anforderungen zugeschnittenen Computers zu gelangen, bietet sich folgende Vorgehensweise an: Man schreibt sich die oben genannten Kriterien auf einen Zettel und bewertet ganz für sich persönlich die Kriterien, indem man sie von 1 (unwichtigstes Kriterium) bis 8 (wichtigstes Kriterium) durchnumeriert. Dann multipliziert man die Punktzahl des Computers im wichtigsten Kriterium mit acht, die des zweitwichtigsten mit sieben und so fort, bis man die Punktzahl des unwichtigsten Kriteriums mit eins multipliziert. Schließlich muß man noch die acht Ergebnisse eines Computers addieren und separat zu diesem Computer notieren. Verfährt man so mit allen Computern, ergibt sich eine Höchstpunktzahl für den »individuellen Idealcomputer«. Die Grafiken bieten dabei eine visuelle Hilfe. Also Taschenrechner raus und die Wahl fällt ohne Qual.

Den verschiedenen Computern sind unterschiedliche Farben zugeordnet. Je nach Kriterium erkennt man so auf einen Blick, welchen Rang der einzelne Computer bei den verschiedensten Kriterien einnimmt und wie groß der Unterschied zu den anderen Computern ist. (Hartmut Woerrlein/zu)






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