Robot Rascals (C 64)

Ein Kartenspiel mit einer Diskette? Oder ein Computerspiel mit Karten? Oder vielleicht ein Familienspiel, bei dem auch der Computer mitmachen darf? Am ehesten alles zusammen!

Die Rede ist vom neuesten Streich der Programmier-Genies von Ozark Softscape. Dan Bunten und Alan Watson schufen mit »Robot Rascals« das erste Familien-Karten-Computer-Spiel. 32 »Ding-Karten«, 36 »Glücks-Karten« und eine Diskette sind das Material, das Sie für eine Runde Robot Rascals benötigen.

In der geheimnisvollen Welt Laustenfownd sind 32 wertvolle Dinge verlorengegangen. Dazu gehören beispielsweise der »Pixel Pencil«, der »Silicon Salad« und der »Chocolate Chip«. Zwei bis vier Spieler jagen nun diesen Dingen hinterher. Allein gegen den Computer kann man nicht spielen. Jeder Spieler erhält die Aufgabe, vier Dinge zu suchen. Welche Dinge das sind, bestimmen die zu Spielbeginn ausgeteilten Ding-Karten.

Die Spieler wollen natürlich nicht die lange Reise nach Laustenfownd antreten. Deswegen werden Roboter auf die Suche geschickt, die per Heimcomputer-Software von den Spielern ferngesteuert werden. Es gibt zehn verschiedene Roboter-Typen mit unterschiedlichen Eigenschaften.


Der Roboter »Sphero« sucht nach der Laser-Lampe

Nachdem alle Spieler ihre Karten und ihre Roboter erhalten haben, geht es mit der Suche los. In jeder Spielrunde dürfen die Spieler mit ihrem Roboter durch das Gelände von Laustenfownd pirschen und nach den gesuchten Dingen »scannen«. Durch das Scannen läßt sich feststellen, in welcher Richtung ein Ding liegt. Ist ein Spieler nahe genug an den gesuchten Gegenstand herangekommen, wird er per Traktor-Strahl in den Laderaum des Roboters transportiert. Hat man alle vier Dinge gesammelt, geht es wieder zurück zum Startpunkt. Der erste Spieler, der das schafft, hat gewonnen.

Ganz so einfach ist es dann aber auch wieder nicht: So muß jeder Spieler vor seinem Zug eine der Glücks-Karten ziehen und die darauf gedruckte Aktion ausführen. So kann es passieren, daß man eine neue Ding-Karte nehmen muß. dafür dann aber auch eine nach Wahl ablegen darf. Außerdem kann man mit anderen Spielern Karten tauschen oder diese dazu zwingen, ihre eigenen Karten offen hinzulegen.

Die zweite Schikane: Spieler können sich gegenseitig Dinge »klauen«. Somit hindern Sie einen Spieler, der schon viele Gegenstände gefunden hat, am Gewinnen. Vor dem Diebstahl der eigenen Gegenstände können

Sie sich wiederum schützen, indem Sie Schutzschilde um Ihren Roboter aufbauen — doch das kostet wertvolle Energie.

Der Computer bestimmt für jede Runde neue Spielregeln: Mal kann das Teleportieren oder der Einsatz von Schilden verboten sein, ein anderes Mal gibt es Bonus-Energie oder einen Frei-Scan für jeden Spieler. Außerdem legt der Computer für jede Runde die Reihenfolge der Spieler neu fest, damit niemand übervorteilt wird.

In den höheren Schwierigkeitsgraden kommen zahlreiche Elemente hinzu, die das Spiel immer komplexer machen. Da gibt es beispielsweise spezielle Ding-Karten wie die »Killer-Karte«. Wer diese auf der Hand hat. kann unmöglich gewinnen! Also muß man diese Karte so schnell wie möglich einem der anderen Spieler zuschieben.

Klaut Ihnen jemand die Karte für ein Ding, das Sie schon haben. können Sie dem Dieb drohen. das Ding im See zu versenken. Damit wird die entsprechende Karte zur Killer-Karte, da das Ding danach von keinem Roboter erreicht werden kann. Andererseits kann der Computer auf die dumme Idee kommen. den See kurzzeitig trockenzulegen.

Es gibt viele weitere Regeln, die wir aus Platzgründen aber nicht wiedergeben können. Deswegen ist Robot Rascals aber keinesfalls kompliziert. Auf dem einfachsten Schwierigkeitsgrad kann man Robot Rascals auch mit jüngeren Kindern (ab etwa sieben Jahre) spielen. Hier werden nur die wichtigsten Regeln angewandt. Spielt man hingegen auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad, ist außer dem Verprügeln der Mitspieler alles erlaubt, um sich gegenseitig reinzulegen. Die Spieler dürfen sich sogar in Grenzen absprechen. Dann verwandelt sich Robot Rascals in ein Strategie-Spiel. das sich gewaschen hat und selbst bei einer reinen Erwachsenen-Runde die Köpfe rauchen läßt.


Ungewöhnlicher Kopierschutz: die Spielkarten

Nicht nur die Spielidee stimmt, auch Grafik und Sound haben uns gut gefallen. Die Animation der Roboter ist unheimlich witzig, die gesamte grafische Gestaltung sehr übersichtlich und detailreich.

Auf unseren Fotos sehen Sie die amerikanische Version von Robot Rascals, die wir aus Aktualitäts-Gründen getestet haben. In Deutschland wird jedoch noch vor Weihnachten eine vollkommen deutsche Version, mit deutschem Handbuch, deutschen Texten auf dem Bildschirm und deutschen Spielkarten erscheinen. Damit steht einem Spiel in trauter Familien-Runde nichts mehr im Wege

Robot Rascals ist genau das. auf das wir lange gewartet haben: Die fast ideale Kombination aus Gesellschafts- und Computerspiel. die die Kommunikation zwischen den Spielern fördert und in fast jeder Gruppe Spaß macht. Das Spiel ist damit ein heißer Kauftip für das diesjährige Weihnachtsgeschäft. (bs)


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