Hole in One (C 64)

 Grafik 38
 Sound & Musik 39
 Happy-Wertung 35
C 64
Sportspiel
15 Mark (Kassette)
Erste Golf-Simulation der untersten Preisklasse

Fast jedes Software-Haus fühlte sich in letzter Zeit berufen, ein Computer-Golfspiel auf den Markt zu bringen. »Hole in One« ist der erste Vertreter dieses Genre, der aus der Billigspiel-Klasse kommt: 15 Mark kostet die Kassette und ist damit um mehr als die Hälfte billiger als die etablierten Konkurrenten »Leader Board« und »Golf Construction Set«. Ein oder zwei Spieler können bei Hole in One auf einem Platz spielen, der 18 Löcher hat. Jedes Mal sieht man den Platz vom aktuellen Abschlagsort aus. Bei jedem Bildaufbau rechnet das Programm auch ein Weilchen herum, bevor die neue Perspektive präsentiert wird. Die Bedienung ist recht einfach: Die Wahl von Schläger, Richtung und der Stärke des Abschlags geschieht unkompliziert mit dem Joystick. Wenn man den Ball über den Parcours drischt, sollte man auch die Windverhältnisse berücksichtigen. Auf dem Golfplatz vermißt man nichts: Bäume, verschiedene Grüns, Sandbunker und Teiche trifft man in der freien Wildbahn an. Damit haben die positiven Seiten der Grafik leider ein jähes Ende. Bei dem Versuch, einen animierten Golf-Spieler auf den Bildschirm zu zaubern, ist der gute Wille klar zu erkennen. Das Resultat ist leider ausgesprochen laienhaft, was auch für die Animation des Golfballs gilt, dessen Flugbahn zudem recht eigenwillig berechnet wird. Ähnliches gilt für den Sound: Spar-Effekte und eine gequälte Auftakt-Musik.

Leider steht man auch recht bald im Wald im wahrsten Sinne des Wortes. Ist die Fahne des Golflochs außer Sicht, bolzt man recht ziellos durchs Unterholz. Man sieht das Loch vor lauter Bäumen nicht und das neckische Spielchen artet zum unfreiwilligen Golf- Adventure aus.

Angesichts solcher grafischen und spielerischen Mängel sollte man sich überlegen, ob man nicht lieber gleich eine der teuren Golf- Simulationen kauft, die wesentlich besser sind. In seiner Preisklasse ist Hole in One allerdings konkurrenzlos, obwohl ich als Kauf- Hilfe lieber das Motto »Wenn schon, denn schon« nahelegen möchte.

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Heinrich Lenhardt


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