Hijack (Spectrum)

Terroristen haben zugeschlagen: Ein Fahrzeug mit unschuldigen Geiseln wurde entführt. Während die Verbrecher ihre Forderungen stellen, geht es im Zentrum der Abteilung zur Terrorbekämpfung heiß her. Sie sind der Chef und müssen sich schleunigst etwas einfallen lassen, um die Geiseln in Sicherheit zu bringen.

Mit etwas Sinn für makabren Humor darf man »Hijack« unterstellen, ein Spiel mit einer ebenso aktuellen wie realistischen Handlung zu sein. Denn während in anderen Spielen der Held irgendwelche Außerirdischen oder bösen Zauberer besiegt, muß er in diesem Spiel gegen die viel realere Gefahr eines Terror-Kommandos bestehen. Das artet aber nicht zur Geschmacklosigkeit aus, denn »Hijack« ist gottlob kein Metzelspiel Marke »Rambo«, sondern vielmehr eine interessante Strategiespiel-Variante, die einfach per Joystick gesteuert wird.

Sie bewegen eine Spielfigur, die ansehnlich animiert durch verschiedene Büros wandert. Hier trifft die Figur auf andere Personen, die alle ein Eigenleben führen. Die Palette reicht vom Präsidenten (der Einzige, der Sie feuern kann) über Geheimdienst- und Militär-Personal bis zur Sekretärin. Sie können mit diesen Figuren in Kontakt treten und ihnen Anweisungen geben oder sie um Hilfe bitten. Umfangreiche Windows sorgen für Spielkomfort.

Es gibt drei Wege, um das Spiel erfolgreich zu beenden: Genug Geld zu besorgen, um die Lösegeldforderungen zu erfüllen, genug politische Macht zu erlangen, um die Terroristen zum Aufgeben zu bewegen oder durch eine militärische Aktion die Geiseln gewaltsam zu befreien. Wenn man eine Entführung zu einem glücklichen Ende bringen konnte, geht das Spiel mit einem schwierigeren Fall weiter.

Idee und Spielprinzip sind bei »Hijack« angenehm unkonventionell. Die Originalität verblaßt nach einer Weile zwar etwas, aber langweilig wird die Sache deswegen noch lange nicht. Wer unkomplizierte Strategiespiele schätzt, wird an dem ungewöhnlichen Programm seine Freude haben. (hl)
Heinrich Lenhardt


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