Text im Druck

Eine Textverarbeitung ohne Drucker ist wie ein Füllfederhalter ohne Tinte: wenn eines von beiden fehlt, läuft nichts.

Die Textverarbeitung mit Hilfe des Computers hat mit großen Schritten Einzug in Betriebe und auch in den Privatbereich gefunden. Sie hat sehr viele Vorteile und Erleichterungen aufzuweisen und wer sich ihrer in dieser Form bedient hält sie schnell für unersetzlich. Einzige Schwachstelle ist die Ausgabe der Texte auf einen Drucker. Entscheidet man sich für den falschen Drucker, wird die leistungsstärkste Textverarbeitung zum lahmen Federkiel.


Bild 1. Druckkopf mit 18 Nadeln (2 versetzte Nadelreihen) und mit 9 Nadeln

Bei einem Drucker für die Textverarbeitung sollte man großen Wert auf die Druckqualität legen. Sie ist das wichtigste, aber nicht das einzige Kriterium für einen guten Drucker. Im allgemeinen sollte die Schriftqualität der einer Schreibmaschine entsprechen oder wenigstens sehr nahe kommen. Das konnten bis vor kurzer Zeit nur Typenraddrucker, die aber sehr langsam und unflexibel sind. Heute können auch Matrixdrucker eine Schriftqualität erzeugen, die kaum von der einer Schreibmaschine zu unterscheiden ist. Eine Klasse für sich sind die Tintenstrahl-Drucker, deren Leistung die von herkömmlichen Nadeldruckern übertrifft. Allerdings liegen sie wie auch die Laser-Drucker auf einem Preisniveau (Tintenstrahldrucker gibt es ab zirka 2000 Mark, Laserdrucker sogar erst ab zirka 5000 Mark), das für den Heimanwender in keiner Relation zu dem zu erwartenden Nutzen steht.

Auf die Nadeln kommt es an

Ein sinnvolles Preis-/Leistungsverhältnis findet man bei den gerade in letzter Zeit deutlich günstiger gewordenen Nadeldruckern. Bei diesem Druckertyp wird die Schrift erzeugt, indem sich der Druckkopf beim Druckvorgang zeilenweise über das Papier bewegt, wobei jeweils bestimmte im Druckkopf vorhandene Nadeln auf das Farbband schlagen und dadurch Punkte auf dem Papier erzeugen. Das Problem bei dieser Art von Schrifterzeugung ist, daß man die kleinen Punkte, aus denen die Buchstaben aufgebaut sind, noch sehen kann. Eine Art das Druckbild zu verbessern wurde durch ein zweimaliges, etwas versetztes Drucken derselben Buchstaben erreicht, wodurch die Punkte fließend ineinander übergingen und der Eindruck einer geschlossenen Linie entstand. Auf diese Weise entstand die Near-Letter-Quality-Schrift (NLQ). Diese Art des Druckens kostet natürlich Zeit, da ein doppelter Anschlag erfolgt. Daher hat man Drucker mit 18,24 und sogar 32 Nadeln entwickelt. Der Druckkopf hat dann nicht nur eine Reihe von 8 oder 9 Nadeln, sondern zwei etwas versetzte Reihen zu 9, 12 oder 16 Nadeln (Bild 1). Dadurch ist ein zweiter Druck der Buchstaben überflüssig geworden, weil beide Drucknadelreihen gleichzeitig sehr exakt drucken können. Mit dieser Methode wird sogar Letter-Quality (LQ) erreicht, die kaum noch von einer Schreibmaschinenschrift zu unterscheiden ist.


Bild 2. Die Schriftarten Elite und Pica

Ein Matrixdrucker bietet eine Reihe von großen Vorteilen: Unterstreichung, Fettdruck, Kursivschrift, komprimierter Druck, doppelte Höhe, doppelte Breite, Negativdruck, etc., die ein Typenrad-Drucker wegen seines starren Zeichensatzes nicht erreichen kann. Das sind natürlich Eigenschaften, auf die man bei der Kauf-Entscheidung besonderen Wert legen muß. Daneben können verschiedene Drucker auch mehrere unterschiedliche Schrifttypen drucken (Pica, Elite, Italic, Gothic, Quadro, Prestige, etc). Diese Extras heben meist den Preis eines Druckers an. Man sollte sich überlegen, ob nicht eine Standard-Schriftart mit Pica und Elite (siehe Bild 2) genügt.

Teuer ist nicht gleich Qualität

Um sich für den richtigen Drucker zu entscheiden, muß man auf einen Probeausdruck bestehen. Der Probeausdruck zeigt die tatsächliche Schriftqualität und man sieht die Geschwindigkeit, mit der gedruckt wird. Weiterer Vorteil: Man hört den Drucker. Die Geräuschkulisse kann durchaus kaufentscheidend sein.


Bild 3. Starke Unterschiede zwischen normaler Schrift (obere Zeile) und Proportionalschrift (untere Zeile), besonders bei den Buchstaben »i« und »1«

Wenn Sie Wert auf einen absolut leisen Drucker legen, müssen Sie einen Tintenstrahldrucker in betracht ziehen. Jeder Matrixdrucker hat einen bestimmten Geräuschpegel, der sich aber im Rahmen des Erträglichen halten sollte. Für Büros gibt es Lärmschutzhauben, die die Belästigung für die Kollegen in Grenzen halten. Natürlich können Sie diese auch zu Hause einsetzen.

Einen wesentlichen Vorteil bieten Drucker mit einem eingebauten Druckpuffer. Dieser Puffer nimmt den Text, den der Computer an den Drucker sendet, in sich auf und der Drucker liest ihn so nach und nach beim Drucken wieder heraus. Auf diese Weise kann der Computer einen Text sehr schnell an den Drucker schicken und ist nach einem Bruchteil der sonstigen Druckzeit wieder für andere Aufgaben frei.

Drucker können Papier von verschiedenen Breiten bearbeiten, wobei grundsätzlich gilt: je breiter, desto teurer. Vielen Heimanwendern genügt schon die normale Briefbreite von DIN A4. Für Tabellenkalkulationen und andere große Ausdrucke kann sich durchaus ein Drucker lohnen, der DIN A3-Breite verarbeitet.

Traktor und Walze

Grundsätzlich werden Drucker mit Traktor- oder Stachelwalzenführung, Einzelblatteinzug oder einer Kombination dieser beiden angeboten. Drucker mit Traktorführung eignen sich nur für Endlospapier, das perforierte Ränder aufweist. Die Stachelwalzen greifen dann einfach in die Perforationslöcher und ziehen das Papier weiter. Der Vorteil dieser Methode ist die hohe Präzision beim Papiertransport, da das Papier immer von den Stachelwalzen geführt wird. Drucker ohne Traktor, die nur für Einzelblätter ausgelegt sind, haben wiederum mit dem Endlospapier ihre Schwierigkeiten, da es nach einiger Zeit unweigerlich verkantet und den Drucker blockiert. Drucker mit reiner Einzelblatt- oder Traktorführung werden allerdings immer seltener angeboten, es überwiegt die sinnvolle Kombination von beiden Elementen.

Für viele Drucker wird ein sogenannter »Einzelblatteinzug« zusätzlich angeboten. Das ist normalerweise ein auf den Drucker aufzusetzendes Gerät, das einen Stapel Einzelblätter aufnimmt. Auf einen Befehl des Computers hin wird dann automatisch Blatt für Blatt eingezogen und bedruckt. So kann ein Drucker auch individuelles Briefpapier einfach verarbeiten. Ein Einzelblatteinzug kostet meist mehrere hundert Mark zusätzlich.

Neben der Hardware ist auch auf die Besonderheiten der Software zu achten. Ein Drucker ist nur so gut, wie ihn die Textverarbeitung ausnutzen kann. Das gilt aber auch im umgekehrten Sinn. Moderne Textverarbeitungen bieten vom Programm aus eine Palette von Druckern an, die man ohne Änderungen ansteuern kann. Greift ein Einsteiger auf eines der im Programm installierten Drucker-Modelle zurück, wird er kaum Probleme haben. Wenn die Textverarbeitung Steuerzeichen an den Drucker senden kann, darf es auch ein Drucker sein, der nicht im Programm implementiert ist. In diesem Fall muß man den Drucker selbst ansteuern und die Druck-Befehle vom Programm aus an den Drucker senden. Mit dieser Methode kann man besondere Fähigkeiten des Druckers, die von der Software normalerweise nicht unterstützt werden, voll ausnutzen. Um eine eigene Liste mit Steuersequenzen aufzustellen benötigt man allerdings einige Erfahrung mit Druckern und den ESC-Befehlen.

Für die Korrespondenz unerläßlich ist das Vorhandensein der deutschen Umlaute und des »ß«. Deshalb sollte auch das Programm deutsche Umlaute besitzen und auf dem Bildschirm darstellen können. Wer will schon anstatt eines »ü« ständig ein»[« auf dem Bildschirm haben? Für fremdsprachige Korrespondenz ist es wichtig, auf andere Zeichensätze (etwa den französischen) umschalten zu können.

Wer in seinen Texten mathematische Formeln schreiben muß, sollte einerseits darauf achten, daß der Drucker über die sogenannte »Superscript« und »Subscript« Funktion verfügt. Das bedeutet Hoch- oder Tiefstellung, wie sie etwa für Potenzen beziehungsweise Indexzahlen benötigt wird. Andererseits sollte der Drucker über einen Sonderzeichensatz verfügen, der etwa die griechischen Buchstaben oder die mathematischen Sonderzeichen enthält. Der beste Druckerzeichensatz nützt allerdings nichts, wenn sich die Sonderzeichen mit dem Textverarbeitungsprogramm nicht ansteuern lassen! Es gibt aber auch spezielle Textprogramme für wissenschaftliche Zwecke, die alle mathematischen Zeichen, auch solche über mehrere Zeilen, darstellen können. Um sie aufs Papier zu bringen, benötigt man einen Drucker mit voller Grafikfähigkeit.

Gut gewählt ist halb gedruckt

Viele Drucker können in Proportionalschrift drucken, das heißt die Buchstaben eines Wortes werden zusammengerückt wie es im Zeitungsdruck üblich ist (siehe Bild 3). Diese Schrift ist optisch schöner, weil sie gleichmäßiger wirkt, und nimmt weniger Platz als die normale Schrift ein.

Auch im Bereich der Drucker, vor allem bei der Textverarbeitung, gilt der Grundsatz: »Probieren geht über studieren«. Wenn man erst nach dem Kauf das Fehlen einer wichtigen Funktion feststellt oder sich mit einem schlecht konstruierten Papiereinzug abplagt, so ist ein Umtausch schwer oder gar unmöglich. Die Kombination von Textprogramm und Drucker testet man am besten selbst, indem man alle benötigten Funktionen ausprobiert (siehe Tabelle). Einen Drucker läßt man sich nicht nur zeigen, sondern man legt selber Hand an. Beratung kann man allerdings nur im Fachgeschäft erhalten. Ein Einkauf eines Druckers per Post ist deshalb weniger sinnvoll und kommt nur für fortgeschrittene Computer-Anwender in Frage. (Andreas Lietz/zu)

Was man sich vorher überlegt:

Checkliste für den Druckerkauf

Was man im Geschäft ausprobiert:

Programm und Drucker testet man am besten selbst, indem man alle benötigten Funktionen ausprobiert


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