Green Beret (Spectrum)

Wer gedacht hat, daß »Rambo« der Höhepunkt in Sachen Killerspiele sei, hat sich getäuscht. Es wurde mal wieder eins draufgesetzt: In der Umsetzung des gleichnamigen Spielautomaten können Sie jetzt sogar in die Rolle eines »Green Beret« schlüpfen. Diese Burschen gibt es übrigens wirklich; es handelt sich dabei um die Soldaten einer amerikanischen Elite-Einheit.

Die Mission, die der furchtlose Einzelkämpfer zu bestehen hat, kommt einem irgendwie bekannt vor: Vier treue Kameraden werden im Dschungel vom Feind gefangen gehalten und demnächst gemeuchelt. Mit einem Hackmesser bewaffnet, zieht der Green Beret los. um sich durch vier Etappen zu kämpfen und seine Mannen zu befreien.

Im Gegensatz zu »Rambo« und »Space Invasion« scrollt das Spielfeld nicht von oben nach unten, sondern von rechts nach links. Der Titelheld ist mit einem Messer ausgerüstet, doch wenn er einen bewaffneten Gegner erwischt, hat er drei Schüsse mit dessen jeweiliger Waffe gut.

Über guten Geschmack und stilvolle Handlung zu diskutieren, erübrigt sich bei diesem kriegerischen Rabatz wohl. Ebenso geschmacklos wie widersinnig ist die Anzeige der verbleibenden Bildschirm-Leben durch Hammer und Sichel-Symbole. Das ist völliger Quatsch, da der Green Beret ein US-Soldat ist und gegen die »bösen Roten« ins Feld zieht. Diese »Späßchen« gehen mir ohnehin schwer auf die Nerven und ein solcher inhaltlicher Schnitzer zeugt nicht gerade von der Intelligenz der Programmierer des Spielhallen-Originals.

Von der Handlung abgesehen, ist das Spiel gar nicht mal so übel. Es ist zwar nur ein Baller-Aufguß. aber wesentlich schwieriger als die meisten anderen Vertreter dieses Genres. Der Sound der getesteten Spectrum-Version war schwach, die Grafik gehobener Standard. »Green Beret« ist ein Fall für Baller-Fans, die sich nicht so leicht frustrieren lassen. (hl)
Heinrich Lenhardt


Links

Copyright-Bestimmungen: siehe Über diese Seite
Classic Computer Magazines
[ Join Now | Ring Hub | Random | << Prev | Next >> ]