Way of the Tiger (Schneider)

Karatespiele sind in letzter Zeit dermaßen beliebt, daß Sie einigen Leuten (wie zum Beispiel dem Verfasser dieser Zeilen) schon wieder zum Hals raushängen. »Kung Fu Master« sei hier nur als ein Negativ-Beispiel aufgeführt. Wer immer noch nicht genug hat von Fußtritt und Schulterwurf, findet aber auch sehr gut gemachte Spiele wie »The Way of the Tiger«. Hier stimmen nicht nur Grafik und Technik; man bekommt auch gleich drei verschiedene Kampfsport-Varianten auf einmal für sein Geld.

Sie verkörpern einen angehenden Ninja, der in einem Kloster von Großmeister Naijishi persönlich unterrichtet wurde. Um die Prüfung zu bestehen und als gelernter Profi-Ninja in die große weite Welt hinauszuziehen, müssen Sie sich in drei Disziplinen bewähren: Zweikampf ohne Waffen, Stockschlagen und Schwertduell. Für jede Kampfart gibt es 16 verschiedene Bewegungsarten. Summa summarum bietet »Way of the Tiger« also gleich 54 Möglichkeiten, dem Gegner eins auf die Nase zu hauen. Jede Disziplin wird einzeln nachgeladen, was ein starkes Argument für den Kauf der Diskettenversion ist.

Das Spiel ist etwas langsamer als viele andere Karate-Kloppereien, aber grafisch wesentlich besser gelungen. Die Animation ist sehr fließend und die Hintergrundgrafik scrollt gleich in drei verschiedenen Ebenen. Grafisch und spieltechnisch gehört »Way of the Tiger« zur absoluten Spitze im Feld der Kampfsport-Spiele.

Es gibt keine Punktezahlung in gewohnter Manier. Vielmehr zeigen zwei Symbole an, wieviel Ausdauer und innere Kraft Sie haben. Wenn einer der Werte auf Null sinkt, haben Sie verloren. Vom Kraft-Wert hängt auch die Wirkung Ihrer Schläge ab. Fazit: Ein gepflegtes Prügelspiel der anspruchsvollen Sorte. Wer sich noch nicht an »Exploding Fist« & Co. sattgespielt hat, ist mit »Way of the Tiger« sehr gut bedient. Wesentliche Steigerungen sind bei diesem Genre aber nicht mehr zu erwarten. Es wäre wünschenswert, daß die Softwarehäuser in Zukunft etwas weniger auf diesem Karate-Thema herumnudeln.
Heinrich Lenhardt


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