Gerry the Germ goes Body Poppin’ (C 64)

Dies ist eine Geschichte aus der Welt der Medizin, die jeden Leser rühren und die »Schwarzwaldklinik« verblassen lassen wird: Gerry, eine Nachwuchs-Bazille, wird eines Tages aus dem Forschungslabor geworfen! Nun irrt der arme kleine Virus einsam und hilflos umher. Sein einziges Ziel ist es. der Welt zu beweisen, daß der Rausschmiß unberechtigt war. Eines Tages bietet sich für Gerry schließlich die Chance, einen menschlichen Körper zu infizieren. Wenn er es schafft, allen weißen Blutkörperchen zum Trotz den Kreislauf des Menschen lahmzulegen, ist sein Ruf als verheerender Virus wieder hergestellt.

Die ausgesprochen skurrile Rahmenhandlung von »Gerry the Germ« ist wohl ein Parade-Beispiel schwarzem englischen Humors. Freilich darf man sich nicht daran stören, die selbst für erfahrene Computerspieler etwas ungewöhnliche Rolle eines Bazillus zu übernehmen. »Gerry the Germ« ist aber sehr witzig und selbstironisch aufgemacht, so daß sich eigentlich kaum jemand an der Handlung des preiswerten Geschicklichkeitsspiels stören dürfte.

Gerry muß sich durch sechs Stationen des menschlichen Körpers kämpfen, um zu guter Letzt das Herz lahmzulegen, ln der sehr witzig gemachten Comic-Anleitung, die auch in einer deutschen Übersetzung vorliegt. werden die einzelnen Etappen und deren Tücken beschrieben. Der Bazillus muß sich unter anderem gegen Aspirin-Tabletten behaupten, in der Lunge Sauerstoff klauen und sich im Magen mit ungesunden Nahrungsmitteln verbünden.

Das Programm bietet quasi sechs Geschicklichkeitsspiele in einem. Die Grafik ist recht nett, aber nichts weltbewegendes. Bei der C 64-Version ist die Musik von allererster Güte, denn hier hat Rob Hubbard, der Meister des Sound Chips, wieder zugeschlagen.

Das Virus-Drama empfiehlt sich vor allem für Einsteiger, preisbewußte Käufer und Liebhaber ausgeflippter Spielideen. Vom Spielprinzip her bietet »Gerry the Germ« nichts Neues, ist aber originell aufbereitet und ziemlich schwierig. (hl)
Heinrich Lenhardt


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