Frank Ostrowski: Der Interpreter als Sprungbrett zum Erfolg

Frank Ostrowski und sein neuer Chef Rolf Hilchner

Damit hat Frank Ostrowski nicht gerechnet. Sein Turbo-Basic XL glänzte als Listing des Monats und brachte ihm 2000 Mark. Doch nicht genug: Aus dem Hobby wurde sogar der Start in den lang ersehnten Beruf.

Abitur — Bundeswehr — Arbeitslosigkeit — keine Angebote — keine Perspektive. Drei Jahre wartete Frank Ostrowski vergeblich auf seine Chance als Programmierer. Verzweiflung machte sich breit. Doch Resignation war nicht seine Sache. Er investierte, und zwar seine Fähigkeiten. Damit hoffte er seine Aussichten zu verbessern. Kurzum: Ehrgeiz, Engagement und dazu eine gute Portion Glück öffnete dem 25jährigen die Tür. Sein Wunsch nach einem sicheren Arbeitsplatz mit guten Aussichten auf eine erfolgreiche Karriere wurde Wirklichkeit. Und daß es endlich klappte ist nicht zuletzt seiner Initiative, beim Happy-Wettbewerb zum Listing des Monats mitzumachen, zu verdanken: Nachdem sein »Turbo-Basic XL« in der Dezemberausgabe des vergangenen Jahres erschien, wurde das in Düsseldorf ansässige Softwarehaus Integral Hydraulik hellhörig. Per Telefon lud man Frank Ostrowski zu einem persönlichen Gespräch nach Düsseldorf ein. Man wurde sich schnell einig.

Seit Anfang Februar sitzt Frank in einem eigenen Büro an einer kompletten Atari ST-Anlage. Also die perfekte Umgebung, um kreativ arbeiten zu können. Zu seinen ersten Projekten gehört ein Basic-Interpreter. Derzeit versucht er allerdings noch den Atari ST besser kennenzulernen, denn: »Mein Interpreter soll schnell sein, deshalb programmiere ich in Assembler. Er soll auch ohne Zeilennummern arbeiten können, um strukturiertes Programmieren zu ermöglichen.«

In einem persönlichen Gespräch mit Frank Ostrowski, seinem neuen Chef, Rolf Hilchner sowie dem Leiter der Entwicklung Industrie-Hydraulik, Dr. Horst Luhmer, stellte sich heraus, daß Frank bei Integral Hydraulik sehr gute Zukunftsaussichten hat. So soll zum Beispiel die Computerabteilung noch ausgebaut werden. Gute Programmierer sind gefragt. Auf die Frage wie denn die Perspektiven von Frank in der Firma seien, meinte Rolf Hilchner: »Es ist nicht ausgeschlossen, daß Frank zu einem späteren Zeitpunkt einmal Projekte leiten wird, um bestimmte Softwareprojekte zu realisieren. Das hängt letztendlich von seinem persönlichen Engagement ab und wie er sich weiterentwickelt«. Frank hat somit die besten Chancen etwas aus sich zu machen. Es wird ihm die Gelegenheit geboten, Verantwortung zu tragen und auf die Entwicklung der Software-Abteilung Einfluß zu nehmen. Eine wahrhaft gute Gelegenheit, die Zukunft am Schopf zu packen.

Integral Hydraulik zählt zur Zeit in zwei Werken etwa 470 Mitarbeiter. Davon arbeiten allerdings die wenigsten in Düsseldorf. Dort befindet sich nämlich nur die »Denkmaschinerie«. Hier werden die Prototypen und neue Hydraulikteile entwickelt. Die Herstellung, der in erster Lime für die Automobilindustrie bestimmten Teile, erfolgt in Remagen.

Warum ist Integral Hydraulik in das Softwaregeschäft eigentlich eingestiegen? Dazu erklärt Dr. Horst Luhmer: »Integral Hydraulik ist ein modernes und flexibles Unternehmen. Computer spielen bei uns schon seit langer Zeit eine wichtige Rolle in der Entwicklung. Aufgrund unseres Know-hows gründeten wir dann eine eigene Software-Abteilung«. Für welche Computer soll Software entwickelt werden? Rolf Hilchner verdeutlicht: »Für die Schneider-Computer haben wir bereits einige Programme fertig, jetzt wenden wir uns dem Atari ST zu. Frank arbeitet ja bereits am Basic-Interpreter.«

Zur Zeit sind in der Computerabteilung zwei festangestellte Programmierer tätig. Einer davon ist Frank. Zusätzlich gibt es auch noch freie Mitarbeiter, die außer Haus arbeiten. Als freier Mitarbeiter wollte Frank sich nicht anstellen lassen, da er nach drei Jahren Arbeitslosigkeit endlich sicheren Boden unter den Füßen haben wollte. Dies ist ihm somit auch gelungen, allerdings mußte er auch weit von zu Hause wegziehen. Ob ihm denn der Abschied von zu Hause schwer gefallen ist? Wie aus der Pistole geschossen reagiert Frank Ostrowski: »Nein, eigentlich nicht. Schließlich wollte ich einer geregelten und entwicklungsfähigen Arbeit nachgehen ... und in der näheren Umgebung von Hannover oder Hamburg, habe ich nichts geeignetes gefunden.«

Die Geschichte von Frank zeigt, daß es bei einem Wettbewerb wie dem »Listing des Monats« nicht nur um bares Geld geht, sondern auch um eine prima Gelegenheit, sich einen Namen als Programmierer zu machen. Und: Es gibt immer Firmen, die auf der Suche nach guten Programmierern sind.

Die große Leserschaft der Happy-Computer war es, die Frank Ostrowski die Chance brachte. Ohne sein Listing des Monats würde er wohl noch immer in Hodenhagen warten. Doch auf den bisherigen Lorbeeren ausruhen, das wird Frank Ostrowski nicht. Schon plant er — wenn er mit dem Interpreter fertig ist — einen passenden Compiler zu schreiben. Toi, toi, toi wünschen wir ihm. (Werner Breuer)


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