Editorial: Das Floppylaufwerk entscheidet

Etwa die Hälfte aller Heimcomputer-Besitzer arbeiten heute schon mit einem Floppylaufwerk — da werden Preis und Leistung des verfügbaren Massenspeichers zu einem entscheidenden Auswahlkriterium. Bei Preisvergleichen sollte man daher gleich die Kombination Computer/Floppylaufwerk heranziehen. Wer größere Mengen von Daten und Programmen speichern will, sollte die Kosten für 10 oder 20 Datenträger einrechnen. Im Gegensatz zu Druckern, wo die Auswahl groß ist (und die sich meistens auch mit anderen Computern weiterverwenden lassen), sind Sie bei den Floppylaufwerken gebunden: Zu einem bestimmten Computer gibt es häufig nur ein passendes Laufwerk.

Weder die mit optischen Speicherplatten arbeitenden CD-ROMs, die ab 1986 in größerer Zahl zu erwarten sind und ein ausgesprochen interessantes Peripheriegerät für Heimcomputer darstellen, noch billige Festplatten machen das Floppylaufwerk überflüssig. 10-MByte-Platten sind heute für den IBM-PC zwar schon ab etwa 2500 Mark erhältlich und Atari rechnet zum Jahresende mit etwa 1500 bis 2000 Mark — aber zur Datensicherung, zum Daten-und Programmaustausch sowie zum Einsatz käuflicher Software werden viele weiter ein Floppylaufwerk brauchen. Die Compact Disc ist zwar als Datenträger attraktiv — kann aber vom Benutzer nur gelesen werden und ersetzt damit nicht den beschreib- und löschbaren magnetischen Datenträger. Das Massenspeicherangebot — und dabei spielt das Floppylaufwerk eine Hauptrolle — ist als Auswahlkriterium wichtiger als viele Features des Heimcomputers selbst: Aus zahlreichen Anwendungsideen ist nur deswegen nichts Vernünftiges geworden, weil sie sich mit einem Kassettenlaufwerk nicht sinnvoll realisieren ließen.

Michael Pauly, Chefredakteur
Michael Pauly


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