»Dragonsden« und »Cavelord«: Ritter auf fliegenden Fabelwesen

Fast zur gleichen Zeit erschienen »Cavelord« für Atari-Computer und »Dragonsden« für den Commodore 64. Obwohl thematisch verwandt, unterscheiden sie sich im Spielablauf erheblich. Während »Dragonsden« als reines Action-Spiel angelegt ist, kommt bei »Cavelord« noch ein Schuß Adventure dazu.

Szene aus »»Dragonsden«

Dragonsden« für den Commodore 64, das auf Steckmodul geliefert wird, besticht zunächst durch seine klare Grafik. Es ist tatsächlich ein Ritter mit Lanze zu erkennen, der zu mittelalterlichen Klängen auf einem geflügelten Schimmel durch die Lüfte schwebt.

Die Antriebsenergie für seine Flugmanöver bezieht der Pegasus durch ständiges Pumpen mit dem Feuerknopf, während mit dem Joystick die Flugrichtung bestimmt und durch Gegensteuern gebremst wird. Es braucht schon eine ganze Weile, bis man sich mit dieser ungewöhnlichen Fortbewegungsweise so weit vertraut gemacht hat, daß es nicht laufend zu tödlichen Manövrierfehlern kommt.

Um in die Drachenhöhle einzudringen. muß der anfangs unbewaffnete Rittersmann zunächst die in den Eingängen nistenden Vögel aufscheuchen. Sobald alle Vögel ihre Kreise ziehen, erhält der Ritter seine Lanze und kann sich daran machen, den Himmel zu säubern.

Der anschließende Gang mündet direkt in die Drachenhöhle. Der Drache hockt einstweilen noch in einem riesigen Osterei und wartet darauf, von den Flammen eines Feuers ausgebrütet zu werden. Derweil darf der Ritter auf die Jagd nach weiteren Fledermäusen gehen, die an der Höhlendecke hängen.

Seinen Höhepunkt erreicht das Spiel mit dem abschließenden Kampf gegen den sich jetzt erhebenden Flugdrachen. Dieser ist trotz seiner Größe von beängstigender Wendigkeit und fast unberechenbar in seinen Bewegungen. So bleibt dem wackeren Ritter oft nur die Flucht über den Bildschirmrand, um im Kolumbuseffekt auf der anderen Seite wieder aufzutauchen.

Das Höhlensystem bei »Cavelord«

Noch hockt der Drache int

Vier Treffer mit der Lanzenspitze sind nötig, um dem zähen Lindwurm den Garaus zu machen und mit dem Radetzky-Marsch belohnt zu werden, bevor es in die nächste Schwierigkeitsstufe geht. Doch dazu benötigt man schon zahlreiche Anläufe, so daß es angenehm ist, nach Verbrauch der beiden Reserveleben in der gleichen Szene weiterspielen zu dürfen, auch wenn bei diesem Neubeginn alle bis dahin erworbenen Punkte verloren gehen. Dafür kann man fleißig trainieren, um dann in einem Punkte-Feldzug auf High-score-Jagd zu gehen. Das Modul »Dragonsden« kostet zirka 59 Mark.

Flugechse oder Riesenente?

Aus deutschen Landen kommt »Cavelord« für die Atari-Computer, das auf Diskette angeboten wird.

Die Aufgabe besteht darin, in einem weitverzweigten Höhlenlabyrinth nach den drei Tbilen einer Königskrone zu suchen. Dazu steht dem Ritter diesmal eine Flugechse zur Verfügung, die allerdings eher an eine Riesenente erinnert.

Die Steuerung des Düsenvogels fällt verhältnismäßig leicht, zumal er sich bei Fehlern nur wie ein Specht an den Wänden festklammert, ohne daß dies zu Lasten der Lebensenergie ginge. Bedeutend schwieriger ist es, sich mit Feuerbällen aggressive Vögel vom Hals zu halten, die sich überall materialisieren und ihr Erscheinen lediglich mit einem kurzen Knurrgeräusch ankündigen.

In der Team-Variante kommt noch hinzu, daß beide Spieler lernen müssen, ihre Aktionen aufeinander abzusümmen, was aber gerade besonders reizvoll ist. Während der eine steuert, übernimmt der andere die Abwehr der angreifenden Vögel. Es ist ohnehin unterhaltsamer, gleichzeitig zu spielen, als den Aktionen des anderen tatenlos zuschauen zu müssen. Auch wenn gelegentlich gegenseitige Beschimpfungen nicht ausbleiben.

In einer Textleiste werden die Funktionen der aufgelesenen Gegenstände erläutert und Tips zum Weiterkommen gegeben. Außerdem erhält man dort Auskunft über den Stand der Stärkepunkte. Stolze 100 Punkte Anfangsbestand schmelzen beängstigend schnell dahin, wenn das Flugpärchen von Vögeln, Geysiren oder Blitzen getroffen wird. Glücklicherweise gibt es hier und dort ein Elixier, das die Lebensgeister wieder etwas aufmöbelt.

Ist es schon auf der Anfänger-Stufe schwierig genug, alle Tiefen des Labyrinths zu erkunden, so mag man auf der Ritter-Stufe an den höchst aggressiven Vögeln schier verzweifeln. Doch Cavelord darf sich erst nennen, wer seine Mission auch auf der höchsten Stufe überstanden hat. »Cavelord« kostet zirka 49 Mark.

(G. Ambler/wg)



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